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„Unislamisch“: Taliban lassen Schaufensterpuppen köpfen

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Von: Tobias Utz

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Von den reformerischen Ankündigungen der Taliban bei der Machtübernahme ist nicht mehr viel übrig geblieben. (Archivfoto)
Von den reformerischen Ankündigungen der Taliban bei der Machtübernahme ist nicht mehr viel übrig geblieben. (Archivfoto) © Mohd Rasfan/AFP

Die Taliban beherrschen Afghanistan – und greifen radikal durch. Neuestes Beispiel: Schaufensterpuppen werden geköpft, da sie unislamisch sind.

Kabul – Nachdem die islamistischen Taliban die Rechte von Frauen massiv eingeschränkt und an den Universitäten eine Geschlechtertrennung eingeführt haben, setzen sie ihre radikale Umgestaltung der Gesellschaft fort: Nun werden Schaufensterpuppen in Afghanistan geköpft, mit der Begründung, sie seien „unislamisch“.

Dabei handle es sich um Götzenbilder, wie Asisul Rahman, Vertreter des Ministeriums zur Erhaltung der Tugend, sagte: „Sie müssen beseitigt werden.“ Die neue Vorschrift gilt bislang vor allem im Westen Afghanistans. Auf Twitter kursieren bereits erste Videos von Köpfungen der Puppen.

Afghanistan: Taliban setzen radikale Maßnahmen durch

Obwohl die Taliban ein Klima der Angst erschaffen wollen, wird Kritik an den neuen Maßnahmen laut. Abdul Wadud Faissada, Chef der Handelskammer im Westen des Landes, beschwerte sich über die Puppenköpfungen: Die Ausstellungsstücke seien für die Präsentation von Kleidung gedacht und seien keine „Götzenbilder“: „Das gibt es in allen islamischen Ländern in den Geschäften“, so Faissada.

Die Entwicklung in Afghanistan wird international kritisch beäugt. Die Taliban hatten bei der Machtübernahme zahlreiche Reformen versprochen, beispielsweise keine Frauen zu unterdrücken. Viele Staaten, die das Land beim Wiederaufbau finanziell unterstützen wollen, haben ihren Geldfluss an diese Reformen geknüpft.

Afghanistan ist auf das Geld dringend angewiesen: Die Lebensmittelversorgung ist schlecht, Millionen Menschen erleiden Hunger. Internationale Hilfsorganisationen schlagen seit Monaten diesbezüglich Alarm. Zudem gibt es viele Arbeitslose, da die Wirtschaft brach liegt. (tu/dpa)

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