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Nach Nato-Truppenabzug

Afghanistan: Tausende Soldaten fliehen vor Taliban nach Tadschikistan

Die radikalislamische Taliban ist in Afghanistan auf dem Vormarsch und erobert einen strategisch wichtigen Bezirk in der Provinz Kandahar.

Duschanbe - Nach Gefechten mit den radikalislamischen Taliban sind mehr als tausend afghanische Soldaten nach Tadschikistan geflohen. 1037 afghanische Soldaten hätten in der Nacht zum Montag (05.07.2021) die Grenze überquert, „um ihr Leben zu retten“, zitierte die staatliche Nachrichtenagentur Chovar aus einer Stellungnahme des Komitees für nationale Sicherheit in Tadschikistan. Die Taliban hätten „volle Kontrolle“ über sechs Bezirke in der Provinz Badachschan an der Grenze zu Tadschikistan im Nordosten Afghanistans erlangt.

Abzug der Nato-Streitkräfte aus Afghanistan - Taliban streben die Macht an

Nach dem vollständigen Abzug der Nato-Streitkräfte aus Afghanistan, unter anderem auch der Bundeswehr, befürchten Beobachter, dass die Taliban wieder die Macht in dem Land übernehmen könnten. Die Gewalt hatte bereits in den vergangenen Wochen in dem Land am Hindukusch stark zugenommen. Die Friedensgespräche zwischen den Taliban und der afghanischen Regierung kommen nicht voran.

Nach dem Abzug der US-Truppen verwaist: Der Flugplatz Bagram in der ostafghanischen Provinz Parwan.

Zuletzt war den Taliban in mehreren Offensiven die Eroberung dutzender Bezirke gelungen, sie haben beinahe alle größeren Städte des Landes eingekreist. Vor zwei Wochen nahmen sie in Schir Chan Bandar den wichtigsten Grenzübergang von Afghanistan nach Tadschikistan ein. Auch strategisch wichtige Bezirke im Süden haben die Taliban bereits erobert. Der Gouverneur des Bezirks Pandschwai, Hasti Mohammed, sagte der AFP am Sonntag (04.07.2021), die Regierungstruppen hätten sich nach heftigen Kämpfen in der Nacht auch aus dem Gebiet in der Provinz Kandahar zurückgezogen.

Der Vorsitzende des Provinzrates, Sajed Dschan Chakriwal bestätigte den Verlust von Pandschwai und warf der Armee vor, sich „absichtlich“ zurückgezogen zu haben. Pandschwai liegt nahe an der Provinzhauptstadt Kandahar. Immer wieder haben die Taliban in den vergangenen Jahren versucht, den Bezirk zu erobern.

Abzug der Nato-Truppen aus Afghanistan: Amnesty International fordert Abschiebestopp

Bereits am Freitag (02.07.2021) hatte die US-Regierung bekannt gegeben, dass die USA und ihre Verbündeten inzwischen alle Truppen aus dem Haupt-Militärstützpunkt Bagram abgezogen hätten. Der US-Truppenabzug soll bis Ende August komplett abgeschlossen sein.

Rückzug: Soldaten der Regierungstruppen in Afghanistan fliehen vor den Taliban.

Angesichts der Situation in Afghanistan dringt Amnesty International auf einen sofortigen Abschiebestopp aus Deutschland und der Schweiz. Mit dem Abzug der internationalen Soldaten und dem Vormarsch der Taliban drohe sich die prekäre Sicherheits- und Menschenrechtslage in Afghanistan weiter zu verschlimmern, warnte die Menschenrechtsorganisation am Montag (05.07.2021). Dennoch wollten deutsche und Schweizer Behörden unverändert Hunderte Menschen in das Land abschieben. In Afghanistan seien die Betroffenen jedoch einer Gefahr für Leib und Leben ausgesetzt. (ktho/afp)

Rubriklistenbild: © Sanaullah Seiam via www.imago-images.de

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