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Neue Regierung

Afghanistan: Machtkampf bei den Taliban – Auseinandersetzung im Palast

  • Tobias Utz
    VonTobias Utz
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Die humanitäre Krise in Afghanistan spitzt sich weiter zu. Derweil tragen die Taliban einen internen Machtkampf aus.

Kabul – Nach der Machtübernahme in Afghanistan haben die Taliban bereits ihre Regierung vorgestellt. Die radikal-islamische Organisation versucht seitdem Geschlossenheit zu zeigen. Das gelingt allerdings nicht gänzlich: Offenbar tobt ein Machtkampf in den der Taliban-Reihen.

In Fokus stehen dabei zwei hochrangige Vertreter der neuen Regierung des „islamischen Emirats“: der stellvertretende Ministerpräsident Mullah Abdul Ghani Baradar und der Innenminister Sirajuddin Haqqani. Im afghanischen Präsidentenpalast soll es zu einer Auseinandersetzung gekommen sein.

Afghanistan: Tödlicher Taliban-Machtkampf? – Auseinandersetzung im Palast

Die BBC berichtet, dass sich Baradar mit Khalil ur-Rahman Haqqani, Onkel des Innenministers und Kabinettsmitglied, ein hitziges Wortgefecht geliefert haben sollen. Während es zwischen den beiden bei lauten Worten im Präsidentenpalast geblieben sein soll, kam es anschließend zu handfesten Auseinandersetzungen zwischen den zwei Lagern in Kabul. Konkret geht es um die Ausrichtung der afghanischen Innenpolitik. Baradar steht dabei für einen diplomatischen Kurs mit dem Westen, die Haqqanis eher für eine militärische Strategie. Haqqani selbst wird beispielsweise vom FBI gesucht und ist seit Jahren für seine guten Kontakte zur Terrororganisation Al-Kaida bekannt.

Hochrangige Mitglieder der Taliban, unter anderem Sirajuddin Haqqani (zw. v. l.). (Archivfoto)

Baradar ist ebenso wie der obersten Taliban-Führer Mullah Haibatullah Akhundzada seit rund einer Woche nicht mehr in der Öffentlichkeit aufgetreten. Ein Sprecher der Taliban dementierte kürzlich Berichte über eine Tötung Baradars. In einer Sprachnachricht habe sich Baradar ebenfalls zu den Gerüchten geäußert, so der Taliban-Sprecher. Die Taliban veröffentlichten zudem Videoaufnahmen eines Treffens in Kandahar, die Baradar zeigen sollen. Das Video ist jedoch bislang ungeprüft.

Die BBC berichtet zudem, dass Baradar nach Kandahar gereist sein soll. In der Sprachnachricht nahm der stellvertretende Ministerpräsident jedoch keine Stellung dazu.

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Während die Taliban ihren internen Machtkampf austragen, spitzt sich die humanitäre Krise in Afghanistan zu. Millionen Menschen flüchten derzeit aus dem Land, da unter anderem Lebensmittel und Medikamente sehr knapp sind. Deutschland hat darauf bereits mit Hilfslieferungen reagiert – und will nun erneut helfen: „Wir müssen jetzt versuchen, auf allen Wegen Hilfe zu senden“, sagte Bundesentwicklungsminister Gerd Müller kürzlich der Rheinischen Post. Müller forderte zudem einen Nothilfefonds der UN über zehn Millionen Euro. (tu)

Rubriklistenbild: © Islamic Emirate of Afghanistan, Twitter/AFP

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