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Männer schauen in Herat im Westen Afghanistans nach oben zu einer Leiche an einem Kran.
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Männer schauen in Herat im Westen Afghanistans nach oben zu einer Leiche an einem Kran.

Afghanistan

Szene des Grauens: Taliban hängen Leichen von vier Männern in Herat öffentlich auf

Eine am Kran aufgehängte Leiche über dem Hauptplatz von Herat. Mit dieser Szene wollen die Taliban nach ihrer Machtübernahme Verbrecher abschrecken.

Herat - Die militant-islamistischen Taliban haben in der westafghanischen Stadt Herat die Leichen von vier Männern öffentlich zur Schau gestellt, die einen Händler und seinen Sohn entführt haben sollen. Der von den Taliban gestellte Vizegouverneur Maulaui Schir Achmed Amar sagte am Samstag (25.09.2021), Taliban-Kämpfer hätten die Männer bei Gefechten getötet und ihre Gefangenen befreit.

Die Männer „wurden aufgehängt, damit niemand es mehr wagt, solche Verbrechen zu begehen“, sagte Amar der Deutschen Presse-Agentur. Auf Aufnahmen aus Herat war zu sehen, wie Schaulustige eine Leiche mit ihren Handys filmen, die in Ketten umwickelt auf dem Hauptplatz der Stadt an einem Kran aufgehängt ist.

Taliban in Afghanistan: Außenministerium ruft zur Wiederaufnahme des Flugverkehrs auf

Während ihrer Herrschaft in den späten 1990er Jahren waren die Taliban dafür bekannt, Verbrechen mit öffentlichen Auspeitschungen zu bestrafen, Menschen öffentlich zu steinigen und Gliedmaßen zu amputieren. 2001 wurde ihr Regime durch den US-Einmarsch gestürzt. Mit dem Abzug der internationalen Truppen übernahmen die Islamisten Mitte August wieder die Macht in Afghanistan. Das Land ist nach Jahrzehnten des Kriegs und Konflikts auf internationale Unterstützung angewiesen. Viele Staaten wollen Hilfslieferungen an Bedingungen knüpfen. Beobachter befürchten, dass die Taliban trotz aller Hoffnungen auf einen gemäßigteren Kurs wieder mit harter Hand regieren.

Das von den Taliban gestellte Außenministerium rief am Sonntag zur Wiederaufnahme des Flugverkehrs von und nach Afghanistan auf. Der Flughafen in Kabul sei „voll einsatzbereit“, teilte ein Sprecher mit. Alle kommerziellen Flüge in das Land waren nach der Machtübernahme der Islamisten eingestellt worden.

Taliban in Afghanistan: Toter nach Explosion in der östlichen Provinz Nangarhar

Die US-Streitkräfte hatten vor dem Abzug ihrer letzten Truppen unter anderem Militär- und Zivilflugzeuge sowie das Radarsystem des Flughafens unbrauchbar gemacht. Der erste internationale Flug startete Anfang September vom Flughafen in Kabul, nachdem Techniker aus Katar und der Türkei ihn wieder in Betrieb genommen hatten. Damit sollte es vor allem ermöglicht werden, die verbliebenen ausländischen Staatsangehörigen und einheimischen Mitarbeiter auszufliegen.

In der östlichen Provinz Nangarhar starb bei der Explosion eines Sprengsatzes bei einem Taliban-Konvoi mindestens ein Mensch. Sieben weitere Menschen wurden bei dem Vorfall am Samstagmorgen verletzt, wie örtliche Medien und Quellen berichteten. Ein Taliban-Sprecher bestätigte der Deutschen Presse-Agentur eine Explosion in der Provinzhauptstadt Dschalalabad. Örtliche Medien berichteten unter Berufung auf Augenzeugen, eine am Straßenrand versteckte Bombe sei detoniert, als der Konvoi die Gegend durchquerte.

Hunderttausende Binnenflüchtlinge nach Machtübernahme der Taliban in Afghanistan

In Nangarhar, einst Hochburg der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), hat die Zahl der Mord- und Bombenanschläge zugenommen, seit die Taliban Mitte August die Kontrolle über Afghanistan übernommen haben. Der IS hat einige der Anschläge für sich reklamiert. Die Taliban und der IS haben in der Vergangenheit gegeneinander gekämpft.

Afghanistan durchlebt nach dem Abzug der internationalen Truppen mit Hunderttausenden Binnenflüchtlingen eine humanitäre Krise. Der Geschäftsführer der UNO-Flüchtlingshilfe, Peter Ruhenstroth-Bauer, rief die deutsche Bevölkerung daher um Spenden auf. Für ihre Einsätze brauche die UNO-Flüchtlingshilfe - der deutsche Partner des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR - 410 Millionen US-Dollar, doch nur 42 Prozent des Bedarfs seien gedeckt, sagte Ruhenstroth-Bauer dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Samstag). Es gehe nicht nur um Nothilfe, sondern auch um Projekte für Mädchen und um Bildung. (tt/dpa)

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