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Taliban
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Ein Taliban-Kämpfer in Kabul.

Afghanistan

Hinrichtungen „notwendig für Sicherheit“ - Taliban-Gefängnisdirekor nennt Details

  • Luisa Ebbrecht
    VonLuisa Ebbrecht
    schließen

Nachdem die Taliban die Herrschaft in Afghanistan übernommen haben, wollen sie nun das Justizsystem ändern. Hinrichtungen und Amputationen sind dann wieder möglich.

Kabul – Die Taliban werden Hinrichtungen und Handamputationen für verurteilte Kriminelle wieder in ihr Justizsystem in Afghanistan aufnehmen. Einem hochrangigen Beamten zufolge, der während ihrer letzten Regierungszeit für die Justiz zuständig war, werden die Hinrichtungen allerdings nicht mehr unbedingt in der Öffentlichkeit stattfinden, wie es früher der Fall war. Das berichtet die Nachrichtenagentur AP.

Die erste Regierungszeit der Taliban war in den 1990er Jahren. Damals wurden auch öffentliche Hinrichtungen im Fußballstadion in Kabul durchgeführt. Im Jahr 2001 wurden sie nach den Anschlägen vom 11. September durch einen Angriff der USA gestürzt. Nun haben sie nach dem Truppenabzug der USA wieder die Herrschaft über Afghanistan übernommen.

Taliban in Afghanistan: Früherer Justizminister weist Empörung zurück

In einem AP-Interview wies Mullah Nooruddin Turabi, der frühere Justizminister, die Empörung über Hinrichtungen der Taliban in der Vergangenheit zurück. Zudem warnte er davor, sich bei den neuen Machthabern Afghanistans einzumischen. Unter der neuen Taliban-Regierung ist Turabi für die Gefängnisse zuständig. Er gehört zu einer Reihe von Taliban-Führern, die auf einer Sanktionsliste der Vereinten Nationen stehen.

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„Alle haben uns für die Strafen im Stadion kritisiert, aber wir haben nie etwas über ihre Gesetze und ihre Strafen gesagt“, sagte Turabi in Kabul. „Niemand wird uns sagen, wie unsere Gesetze aussehen sollen. Wir werden dem Islam folgen und unsere Gesetze auf der Grundlage des Korans machen.“ Weiter sagt er: „Das Abschneiden der Hände ist für die Sicherheit sehr wichtig“, und betonte, dies habe eine abschreckende Wirkung. Er sagte, das Kabinett prüfe, ob Strafen in der Öffentlichkeit vollstreckt werden sollten und werde „eine Politik entwickeln“.

Taliban-Herrschaft in Afghanistan: Missstände im Justizsystem

Turabis Äußerungen folgen auf Warnungen, dass das Justizsystem der Taliban eher sogenannte „Schattengerichte“ einsetzen würde. Das von Justizminister Mawlavi Abdul Hakim Sharie geleitete Schattengerichtssystem diene laut dazu, die Autorität des früheren Regimes zu untergraben und Streitigkeiten in einem Land zu schlichten.

In Zukunft könnte es in Afghanistan wieder Hinrichtungen und Amputationen geben. Die Taliban wollen diese Strafen in ihr Justizsystem aufnehmen.

In einem Bericht der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch aus dem Jahr 2020 wurde jedoch auf Missstände im Justizsystem der Taliban hingewiesen, darunter „längere willkürliche Inhaftierungen und summarische Bestrafungen, einschließlich Hinrichtungen“. Auch die Vereinten Nationen warnen nun, dass den Menschen in Afghanistan katastrophale Verhältnisse drohen. (Luisa Ebbrecht)

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