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Flucht aus Afghanistan: „Familienangehörige müssen Jahre lang warten“

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Von: Yasemin Kamisli

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Wegen schleppender Bearbeitung der Asylanträge in Deutschland müssen nun viele Menschen aus Afghanistan weiterhin in Angst leben.
Wegen schleppender Bearbeitung der Asylanträge in Deutschland müssen nun viele Menschen in Afghanistan weiterhin in Angst leben. © Isaiah Campbell/ Imago

Mehr als 4000 Afghanen stehen auf Wartelisten für einen Antrag auf Familienzusammenführung in Deutschland – die Bearbeitung könnte Jahre in Anspruch nehmen.

Osnabrück / Frankfurt – Obwohl schon viele Menschen aus Afghanistan vor der islamistischen Terrormiliz Taliban flüchten konnten, leben dort noch immer viele in großer Angst. Darunter auch Familienangehörige von Afghanen, die nicht mit nach Deutschland fliehen konnten, aber einen Anspruch auf ein Visum hätten. Wegen der schleppenden Bearbeitung von Asylanträgen und Visa müssen jedoch mehr als 4000 Afghanen weiterhin unter der Herrschaft der Taliban leben.

Diese Zahlen ergeben sich aus einer Antwort des Auswärtigen Amtes auf eine Frage der Linken-Abgeordneten Ulla Jelpke, die der Neuen Osnabrücker Zeitung (15.09.2021) vorliegt. Demnach erteilte Deutschland im ersten Halbjahr bloß 624 Visa an afghanische Staatsangehörige.

Afghanistan-Familiennachzug: Die Linke fordert Bundesregierung zum Handeln auf

„Die Wartezeiten beim Familiennachzug afghanischer Angehöriger sind inakzeptabel und für die Betroffenen unerträglich. Die Angehörigen haben in der Regel ein Recht auf Einreise nach Deutschland“, sagte die Linken-Innenexpertin Jelpke gegenüber der Osnabrücker Zeitung. Das Recht auf Familienzusammenführung bedeutet, dass ein Geflüchteter, der in Deutschland Schutz erhalten hat, enge Angehörige wie Ehegatten oder minderjährige Kinder zu sich holen darf. Hierbei soll die Familie vereint werden.

Linke fordern schnelle Entscheidung bei Visums-Anträgen aus Afghanistan

Die Linke fordert von der Bundesregierung, jetzt alles zu tun, damit die Betroffenen schnell einreisen könnten: „Alle Visa-Stellen der Region müssen Visumsanträge afghanischer Angehöriger ohne Verzögerung entgegennehmen und kurzfristig und wohlwollend entscheiden.“ Um dem Ziel schneller zu begegnen, solle dies, wenn möglich auch auf elektronischem Wege erfolgen. (Yasemin Kamisli mit afp)

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