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In der Privinz Kandahar, in der auch Taliban-Führer Achundsada zurückgezogen leben soll, bewachen bewaffnete Taliban-Mitglieder das öffentliche Leben.
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In der Provinz Kandahar, in der auch Taliban-Führer Achundsada zurückgezogen leben soll, bewachen bewaffnete Taliban-Mitglieder das öffentliche Leben.

Afghanistan

Nach Gerüchten über Tod: Taliban-Chef zeigt sich erstmals der Öffentlichkeit

  • Sandra Kathe
    VonSandra Kathe
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Bei einem Besuch von Unterstützern in Kandahar hat sich der geheimnisumwobene Taliban-Führer Achundsada erstmals der Öffentlichkeit gezeigt.

Kabul - Zum ersten Mal seit seiner Ernennung zum Chef der islamistischen Taliban hat sich der „Kommandeur der Gläubigen“ Haibatullah Achundsada in der Öffentlichkeit gezeigt. Anlass dafür war der Besuch einer Koranschule in der südafghanischen Provinz Kandahar, bei dem er Unterstützern, „mutigen Soldaten und Schülern“, seinen Dank aussprach. Das bestätigten Taliban-Vertreter der Deutschen Presse-Agentur. Bilder oder Videos seines Auftritts in Afghanistan wurden nicht öffentlich, stattdessen stellten die Taliban die Audioaufzeichnung einer Ansprache ins Netz.

Dass sich der Taliban-Chef noch nicht einmal während der Machtübernahme der Islamistenmiliz im August öffentlich gezeigt hatte, hatte für Gerüchte und Spekulationen gesorgt. Der 2016 als Nachfolger des bei einem US-Drohnenangriff getöteten Taliban-Führers Mullah Achtar Mansur ernannte Taliban-Chef galt zwischenzeitlich als womöglich entmachtet oder tot. Erst Mitte Oktober hatte es Medienberichte gegeben, er sei bereits im vergangenen Jahr bei einem Angriff im benachbarten Pakistan getötet worden. Auch hatte es Meldungen gegeben, er sei nach einer Infektion mit Corona gestorben.

Audioaufnahmen von Taliban-Führer Achundsada: Ideologische Führungsfigur in Afghanistan

Die veröffentlichte Aufnahme, in der sich der Taliban-Chef nicht zur politischen Situation äußerte, ähnelte mehr einer religiösen Ansprache. Darin bittet Achundsada um Gottes Segen für die Taliban-Führung, für „Taliban-Märtyrer“, verletzte Kämpfer und den Erfolg der Verantwortlichen beim „großen Test“ des Wiederaufbaus eines Islamischen Emirats in Afghanistan.

Bis zu seiner Ernennung zum Taliban-Chef galt Achundsada als islamistischer Prediger ohne großen Bekanntheitsgrad. Geschätzt wird er auf etwa 60 Jahre. Bislang gehen Experten davon aus, dass der religiöse Hardliner eher als ideologische Führungsfigur und weniger als militärischer Kommandeur der Taliban dienen soll. Der ungewohnte öffentliche Auftritt könnte jedoch Spekulationen anheizen, dass er künftig eine zentralere Funktion einnehmen wolle.

Afghanistan: Geheimnisumwobener Taliban-Chef soll sich in Kandahar aufhalten

Achundsada soll nach der Machtübernahme der Taliban von Pakistan in seine Heimatprovinz Kandahar zurückgekehrt sein, hieß es zuletzt von Taliban-Sprechern. Ende August habe er dort ein Treffen des Taliban-Führungsrates geleitet, in dem alle politischen Diskussionen geführt werden. Der Führungsrat hatte unter Mullah Omar ursprünglich zehn Mitglieder. Heute soll er auf geschätzt 30 oder mehr Mitglieder angewachsen sein, deren Autorität auch religiös legitimiert ist.

Die militant-islamistischen Taliban hatten nach Beginn des Abzugs der internationalen Nato-Truppen weite Teile Afghanistans erobert. Am 15. August zogen sie kampflos in die Hauptstadt Kabul ein und regieren seitdem. Armee und Polizei zerfielen, Vertreter der vorherigen Regierung flohen. Die Islamisten sehen sich mit zahlreichen Problemen konfrontiert, etwa für Sicherheit im Land zu sorgen. Afghanistan steht zudem vor einer humanitären Krise und laut UN vor einem möglichen wirtschaftlichen Kollaps. (ska/AFP/dpa)

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