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US-Truppenabzug

Afghanistan: USA plant Truppenabzug - Taliban greifen wieder nach der Macht

  • Daniel Dillmann
    VonDaniel Dillmann
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Seit fast 20 Jahren sind US-Truppen in Afghanistan stationiert. Der Militäreinsatz soll im Mai 2021 endgültig enden. Doch das birgt ein hohes Risiko.

Kabul - US-Präsident Joe Biden hat bekannt gegeben, dass er die eigentlich geltende Deadline am 01. Mai für den Truppenabzug der USA aus Afghanistan nicht einhalten werden. Währenddessen sehen Befürworter des Militäreinsatzes in einem Geheimdienst-Bericht ein starkes Argument, warum Militärpräsenz seitens der USA in der Gegend weiterhin vonnöten sei.

Sollte die Biden-Regierung tatsächlich alle Truppen aus Afghanistan abziehen, würde radikalislamische Taliban erneut die Herrschaft über das Land an sich reißen. Das würde nicht nur die Bevölkerung in Afghanistan gefährden, sondern auch die internationale Staatengemeinschaft, wie es in dem Geheimdienstpapier heißt. Mit den Taliban würde die Al Quaida zurückkehren. Dem Terrornetzwerk wird unter anderem die Organisation und Durchführung der Anschläge am 11. September vorgeworfen. Über das Geheimdienstpapier berichtet hatte zuerst die US-amerikanische Zeitung „New York Times“.

Soldaten der Taliban in Jalalabad, Afghanistan. (Archivbild)

Afghanistan: Donald Trump wollte raus, Joe Biden zögert noch

Die eindringliche Warnung vor einem vollständigen Truppenabzug hatten die Geheimdienste demnach schon der Regierung von Donald Trump vorgelegt. Bidens Vorgänger hatte den Abzug der US-Truppen als eines seiner Kernthemen vorangetrieben. Wäre es nach Trump gegangen, hätte die US-Armee das Land bereits vor dem Abschluss eines Friedensvertrags verlassen.

Die neue Administration unter Joe Biden und Vizepräsidentin Kamala Harris hat einen vorsichtigeren Kurs in Afghanistan eingeschlagen. Zwar will auch Biden, dass die US-Armee binnen dieses Jahres das Land vollständig verlässt. Die Deadline am 01. Mai werde man aber nicht einhalten. Eine endgültige Entscheidung über den Zeitpunkt des Truppenabzugs sei noch nicht gefallen, berichtet die New York Times. Einem schnellen Abzug erteilte Adam Smith, Vorsitzender des Ausschusses für Streitkräfte des US-Repräsentantenhauses, unlängst eine Absage: „Man kann nicht in sechs Wochen mehr als 10.000 Soldaten irgendwie abziehen.“,

Afghanistan: Was wird nach dem US-Truppenabzug aus der Bundeswehr

Neben den USA stellt die Bundeswehr mit etwas mehr als 1.000 Soldat:innen im Einsatz das zweitgrößte Kontingent der Nato-Staaten in Afghanistan. Wie sich die Situation für die deutschen Streitkräfte nach einem Abzug der US-Armee darstellt, ist bislang völlig unklar. „Es wäre nicht verantwortungsvoll, zu bleiben, wenn sie tatsächlich abziehen“, sagte Naef Adebahr, Soldat der Bundeswehr, der mehrere Einsätze in Afghanistan absolviert hat, im Interview mit der ARD-Tagesschau.

Während die USA über die Zukunft des Einsatzes hadern, formulieren die Taliban bereits wieder Drohungen. Sollten die US-Truppen am 1. Mai das Land nicht vollständig verlassen haben, werde man „den Dschihad und den bewaffneten Kampf gegen ausländische Kräfte“ fortsetzen, sagte ein Sprecher der Taliban gegenüber den Nachrichtenagenturen.

Taliban in Afghanistan: Friedensverhandlungen stocken

Zahlreiche Kommandeure der US-Armee sehen hinter dieser Drohung eine ernste Gefahr. Sollten die USA an ihrem Plan festhalten und Afghanistan seinem Schicksal überlassen, wären alle Errungenschaften des fast 20 Jahre dauernden Einsatzes in der Region gefährdet. Die Regierung von Biden wird deshalb noch vor dem .1. Mai versuchen, Fortschritte in den Friedensprozess zwischen der Regierung Afghanistans und den Taliban zu erzielen. Die Verhandlungen sollen auf einer Konferenz in der Türkei fortgesetzt werden. Doch bislang hat keine der beiden Parteien dafür ihre Bereitschaft erkennen lassen. (Daniel Dillmann)

Rubriklistenbild: © imago stock&people

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