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Drohnenangriffe

Afghanistan: US-Luftwaffe setzt „Ninja-Rakete“ gegen Isis ein

  • Daniel Dillmann
    VonDaniel Dillmann
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Beim Drohnenangriff auf zwei Funktionäre der Terrormiliz Isis K in Afghanistan setzt die US-Luftwaffe auf eine Rakete, die nicht mit Sprengstoff funktioniert.

Kabul - 183 Menschen sterben bei einer Explosion in Kabul. Unter den Todesopfern befinden sich 13 Soldaten der US-Armee: elf US-Marines, ein Matrose und ein Infanterist. Ihre Tode markieren für die Armee der USA den blutigsten Tag seit mehr als zehn Jahren. Zu dem Anschlag bekennt sich die Terrormiliz IS, genauer gesagt, ein afghanischer Ableger der militanten Islamisten.

Auf diesen Angriff reagierte US-Präsident Joe Biden und ordnete unverzüglich einen Vergeltungsschlag in Afghanistan an. Durchgeführt wurde dieser mit einer Drohne des Modells MQ-9 Reaper. Das umbenannte Kampfflugzeug hat eine Reichweite von mehr als 3.000 Kilometern und kann bis zu 27 Stunden in der Luft bleiben. Auch die deutsche Luftwaffe wollte einst Reaper-Drohnen anschaffen, entschied sich dann aber für ein Modell, das in Israel entwickelt worden war. Neben den USA wird die Reaper-Drohne laut Wikipedia von Australien, Belgien, Frankreich, Italien, Niederlande, Spanien und dem Vereinigten Königreich eingesetzt.

Ein Soldat der US-Luftwaffe steuert eine Kampfdrohne des Modells Reaper, wie sie auch in Afghanistan eingesetzt wird. (Archivbild)

Drohnenangriff der USA in Afghanistan - Rakete ohne Sprengstoff im Einsatz

Das umbenannte Kampfflugzeug kann mit unterschiedlicher Bewaffnung ausgestattet werden. Bei dem Vergeltungsanschlag in Afghanistan kam nach Informationen des Wall Street Journal ein spezielles Modell der Hellfire Raketen zum Einsatz. Diese Raketen tragen die Bezeichnung R9X. Sie sind nicht mit Sprengstoff ausgestattet. Anstatt zu explodieren, lösen sich beim Aufprall sechs große Klingen aus der Ummantelung der Rakete, die alles im unmittelbaren Radius um den Einschlagsort zerschneiden. So soll das Ziel mit großer Sicherheit neutralisiert (also getötet) werden, die Gefahr ziviler Opfer im Umkreis aber auf ein Minimum beschränkt werden.

Die Klingen sollen dabei so scharf sein, dass sie - wie im aktuellen Fall - Autodächer durchschneiden und sogar Beton durchdringen können. Laut dem Wall Street Journal sei es, als ob „ein fliegender Amboss mit messerscharfen Klingen“ vom Himmel auf einen herunterfällt. Aufgrund dieser Eigenschaften und Funktionsweise wird die Rakete im Militärjargon auch als „fliegende Ginsu“ bezeichnet. Dieser Name spielt auf die vor allem in den 1970ern und 1980ern in den USA beworbenen Messer der Marke Ginsu an. Aufgrund einer Funktionsweise, die an die Shuriken (japanische Wurfsterne) erinnert, wird die Raktete auch als „Ninja-Bombe“ oder „Ninja-Rakete“ bezeichnet.

Vergeltungsangriff in Afghanistan - Berichte über zivile Opfer

Entgegen der Darstellung des Pentagon meldet das Wall Street Journal jedoch sehr wohl zivile Opfer bei dem Vergeltungsanschlag in der afghanischen Provinz Nangarhar. Ein Nachbar berichtete der Zeitung demnach von drei getöteten Personen und vier weiteren Verletzten. Unter den Todesopfern soll sich eine Frau befunden haben und nur ein Mitglied des Isis K. Die mittlerweile an der Macht befindlichen Taliban verurteilten den Drohnenangriff der USA.

Eine Drohne des Typs Reaper, wie sie von der US-Luftwaffe in Afghanistan eingesetzt wird.

US-Präsident Joe Biden kündigte unterdessen weitere Vergeltungsschläge in der Region an. Auch diese dürften, nachdem die US-Armee Afghanistan bereits am Dienstag (31.08.2021) vollständig verlassen möchte, aus sichererer Entfernung und per Drohne durchgeführt werden. (Daniel Dillmann)

Rubriklistenbild: © imago

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