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Taliban in Afghanistan
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Die Taliban auf Patrouille in Afghanistan.

G20-Staaten

Afghanistan-Gipfel: Neuer Terror, humanitäre Katastrophe und Fluchtbewegungen

  • VonLukas Zigo
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Afghanistan droht eine humanitäre Katastrophe. Nach einem Ausweg suchen nun die G20-Staaten.

Rom – Gut zwei Monate ist es her, dass die Taliban Kabul ein- und Afghanistan übernommen haben. Das Ausland fürchtet eine neue Terrorgefahr. Nun beraten die wichtigsten Industriestaaten im Rahmen eines G20-Sondergipfels darüber, wie es mit dem Land weiter gehen kann. Italiens Ministerpräsident Mario Draghi lud zu einer Videoschalte am Dienstag (12.10.2021) ein, in welcher diskutiert werden soll, wie Afghanistan einerseits humanitär geholfen werden kann und wie andererseits die terroristische Gefahr zu bannen ist.

Neben den G20 werden auch Vertreter:innen der Europäischen Union, der Vereinten Nationen (UN) sowie internationaler Organisationen an der für 13.00 Uhr angesetzten Konferenz teilnehmen. Zentraler Aspekt der Beratungen ist, wie mit den Taliban in Afghanistan umzugehen ist. Am Wochenende hatten die Taliban erstmals seit der Machtübernahme persönliche Gespräche mit den USA geführt. Beide Parteien tauschten sich in Doha „offen und professionell“ aus, heißt es vom US-Außenministerium. Bei den Beratungen ging es demnach um Sicherheits- und Terrorismusfragen, um die Ausreise ausländischer Staatsangehöriger, um Menschenrechte und um Hilfen für den Großteil der afghanischen Bevölkerung.

Afghanistan – Angela Merkel (CDU): „Wir müssen eine humanitäre Katastrophe verhindern“

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte bei einem Treffen mit Draghi in Rom die italienische G20-Initiative begrüßt: „Wir müssen eine humanitäre Katastrophe verhindern.“ Draghi hatte schon im August, als dramatische Bilder des Machtwechsels in Kabul und von massenhaften Evakuierungen um die Welt gingen, einen Sondergipfel vorgeschlagen und vorangetrieben. Am Rande der UN-Vollversammlung bereiteten die Außenminister das Spitzentreffen vor. Der reguläre G20-Gipfel steht in Rom Ende Oktober an.

Amir Chan Motaki, Außenminister des neuen Kabinetts der Taliban.

UN-Angaben zufolge sind rund 18 Millionen Afghanen – und damit die Hälfte der Gesamtbevölkerung – auf humanitäre Hilfe angewiesen. 93 Prozent der Haushalte haben nicht genug zu Essen. Mehr als die Hälfte aller Kinder unter fünf Jahren ist von Unterernährung bedroht. Nach UN-Einschätzung steht die Grundversorgung vor dem Zusammenbruch. Sofern die internationale Gemeinde zulasse, dass Afghanistans Gesundheitswesen, die Banken sowie die Wirtschaft kollabieren, drohe eine noch viel größere humanitäre Katastrophe.

3,5 Millionen vertriebene Menschen – Mit Taliban „jenseits einer diplomatischen Anerkennung“ sprechen

Bei einer Geberkonferenz im September wurde dem Land zwar mehr als eine Milliarde Euro zugesagt – laut UN-Flüchtlingskommissar Filippo Grandi sind davon aber erst 35 Prozent ausgezahlt worden. Bereits mehr als 3,5 Millionen Menschen wurden aus dem Land vertrieben, mehr als zwei Millionen Afghanen flüchteten in Nachbarstaaten.

Bundestagsabgeordneter Jürgen Trittin (Grüne) lobte den anstehenden G20-Sondergipfel als „richtiges Format“. Er forderte die G20 auf: „Es muss eine starke gemeinsame Position geben, um mit den Taliban jenseits einer diplomatischen Anerkennung über humanitäre Hilfe und den Stopp von eklatanten Menschenrechtsverletzungen zu sprechen.“ (lz/dpa)

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