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Flüchtende betreten ein französisches Militärflugzeug, um Afghanistan nach der Machtübernahme durch die Taliban zu verlassen.
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Zehntausende Menschen hoffen noch, Afghanistan vor dem endgültigen Abzug internationaler Truppen zu verlassen.

Afghanistan

Evakuierung aus Afghanistan: US-Milliardär berechnet 6.500 Dollar pro Passagier

  • Lukas Rogalla
    VonLukas Rogalla
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Erik Prince, Milliardär und Gründer von Blackwater, bietet Evakuierungsflüge aus Afghanistan an – allerdings zu einem hohen Preis. Das Weiße Haus verurteilt ihn scharf.

Kabul – Fast zwei Wochen nach der Machtübernahme in Afghanistan durch die Taliban herrscht am Flughafen in Kabul weiter Chaos. Tausende Menschen harren in der Hoffnung aus, das Land kurz vor dem endgültigen Abzug der US-Truppen noch verlassen zu können. Am Donnerstag (26.08.2021) kam es am Flughafen zu einem Anschlag mit mindestens 73 Toten, darunter dreizehn US-Soldat:innen.

Die Evakuierungen durch ausländische Truppen werden bald beendet, US-Präsident Joe Biden wird den Einsatz nicht über den 31. August hinaus verlängern. Doch ein Milliardär und Unternehmer im privaten Militärbereich aus den USA ergreift noch die Gelegenheit, aus den Evakuierungen Profit zu schlagen.

Evakuierung aus Afghanistan: US-Milliardär fordert 6.500 Dollar pro Passagier

Nicht nur internationale Truppen, auch private Organisationen sind an der Evakuierung zehntausender Afghaninnen und Afghanen beteiligt, die Unterdrückung oder einer potenziellen Hinrichtung durch die Taliban zu entkommen versuchen. Die meisten, so das Wall Street Journal, treibe eine „aufrichtige Empathie für afghanische Freunde und Kollegen“ an. Aufgrund von Problemen am Flughafen im Rahmen des Militäreinsatzes und Präsenz der Taliban starten viele Maschinen in Kabul mit vielen leeren Sitzen.

Erik Prince, ehemaliger Navy Seal und Gründer des privaten Militärunternehmens Blackwater, scheinen etwas andere Aspekte als Empathie zu motivieren. Er bietet Flüchtenden Plätze in gecharterten Flugzeugen an. Dafür verlangt er pro Sitz 6.500 US-Dollar, wie das Wall Street Journal berichtet. Im Preis soll auch der Transfer zum Flughafen Kabul inbegriffen sein. Mehr soll es für diejenigen kosten, die in ihrem Zuhause festsitzen. Ob Price überhaupt über die nötigen Mittel verfügt, die angebotene Dienstleistung auch umzusetzen, ist jedoch unklar.

Erik Prince ist Gründer von Blackwater – und will nun in Afghanistan mit Flüchtenden profitieren

Auch die US-Regierung wurde auf das Unterfangen von Erik Prince aufmerksam gemacht. Jen Psaki, Pressesprecherin von Joe Biden, reagierte kritisch: „Ich denke nicht, dass irgendein Mensch, der ein Herz und eine Seele hat, solche Bemühungen unterstützen würde, vom Leid und Schmerz der Leute zu profitieren, wenn sie versuchen, ein Land zu verlassen und um ihr Leben fürchten“, sagte sie am Mittwoch (25.08.2021).

Als Donald Trump noch im Weißen Haus war, schlug dessen Chefstratege Steve Bannon einst vor, Kontakt zu Erik Prince aufzunehmen und die US-Truppen in Afghanistan durch Blackwater-Söldner zu ersetzen, berichtet die New York Times. Dieser Plan wurde nie in die Tat umgesetzt. Doch Prince fand durch seine Verbindungen zu Trump dennoch eine Beschäfigung. Der Milliardär rekrutierte demnach ehemalige Spione, die liberale Gruppen infiltrieren sollten.

Erik Prince, Gründer von Blackwater, bietet Evakuierungsflüge aus Afghanistan für 6.500 US-Dollar pro Person an.

US-Milliardär Erik Prince: Blackwater-Söldner töteten Zivilist:innen im Irak

Die Vereinten Nationen warfen Erik Prince Anfang des Jahres vor, ein internationales Waffenembargo gegen Libyen missachtet zu haben. Im Jahr 2007 erschossen Söldner im Auftrag von Blackwater, die das US-Militär im Irak unterstützen sollten, 17 Zivilist:innen. Seitdem hat sich das Unternehmen mehrmals umbenannt. Sieben Jahre später wurden sie von einem US-Gericht verurteilt – allerdings später von Donald Trump begnadigt. Die Anwälte sprachen von einem tragischen, aber unvermeidlichen Ereignis in einem städtischen Kriegsgebiet. (lrg)

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