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Afghanistan: Donald Trump Jr. verbreitet Gerüchte – Verteidigungsministerium schreitet ein

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Von: Mirko Schmid

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Donald Trump Jr. nimmt es nicht immer zu genau mit Fakten.
Donald Trump Jr. nimmt es nicht immer zu genau mit Fakten. © Paul Hennessy/Imago

Donald Trump Jr. fällt wieder einmal mit Behauptungen auf, die nicht von Fakten gestützt werden. Selbst das Verteidigungsministerium der USA reagiert darauf.

Washington D.C. – Joe Biden steht aktuell im Zentrum scharfer Kritik. Seit dem überstürzten Abzug der US-Streitkräfte aus Afghanistan ziehen vor allem die Republikaner den US-Präsidenten zur Rechenschaft. An der Spitze der Bewegung der Kritisierenden stehen dabei vor allem jene, die es mit dem ehemaligen Präsidenten Donald Trump halten.

Geflissentlich beiseite lassend, dass Trump selbst angekündigt hatte, im Falle einer Wiederwahl umgehend alle Streitkräfte aus dem Land am Hindukusch abzuziehen, lassen die Republikaner kein gutes Haar an Bidens Entschluss, weniger als ein Jahr nach seiner Vereidigung sämtliche Präsenz in Afghanistan aufzugeben.

Zuletzt war es vor allem Donald Trump Jr., der älteste Sohn des Patriarchen, der über Joe Biden herzog. So schrieb er beispielsweise in einer E-Mail, in der er wieder einmal um Spenden für seinen Vater bat, dass Biden schändlicher Weise amerikanische Soldat:innen und Staatsbürger:innen in Afghanistan zurückgelassen habe. Eine „absolute Schade“ nannte er das. Was er im selben Atemzug nicht erwähnte: Aktuell gibt es keinerlei Hinweise darauf, dass tatsächlich US-Bürger:innen gegen ihren Willen in Afghanistan verweilen.

Donald Trump Jr. behauptet, dass Amerikaner in Afghanistan zurückgelassen wurden

Im Gegenteil: Das Verteidigungsministerium hatte unlängst mitgeteilt, dass nicht ein einziger Amerikaner oder eine einzige Amerikanerin darauf warte, aus Afghanistan evakuiert zu werden. Mehr noch: John Kirby, Sprecher des Ministeriums, fühlte sich im Anschluss an weitere Vorwürfe des jüngeren Trumps genötigt, die Fakten zurechtzurücken. Das US-Militär habe nicht einmal Hunde zurückgelassen, betonte Kirby auf Twitter und erklärte, dass im Internet verbreitete Fotos Tiere in der Obhut der Kleintierrettung Kabul zeigten und nicht etwa Hunde der US-Streitkräfte.

Der so korrigierte Donald Trump Jr. fiel nicht erstmals mit fragwürdigen Behauptungen über das Ende der Afghanistan-Mission der USA auf. So verbreitete er etwa ein Gerücht, wonach die Taliban in Kandahar Menschen aus einem Hubschrauber heraus gehängt hätten. Auch diese Meldung stellte sich schnell als falsch heraus. CNN-Faktenchecker Daniel Dale hob anschließend hervor, dass Trump Jr. nicht einmal davor zurückgeschreckt war, sein Twitter-Titelbild um einen stilisierten Helikopter mit gehängter Person zu ergänzen.

NameDonald John „Don“ Trump Jr.
PositionCEO der Trump Organization
Alter43 Jahre (31. Dezember 1977)
GeburtsortNew York City, New York, USA

Donald Trump Jr. steht nicht zum ersten Mal wegen Falschbehauptungen in der Kritik

Seit dem Aus des ehemaligen Präsidenten Donald Trump auf Twitter ist es vor allem sein Sohn, der die verbliebene Anhängerschaft gegen alles aufwiegelt, das auch nur im Ansatz den Demokraten oder dem liberalen Teil der US-Gesellschaft zuzuordnen ist. Zuletzt lästerte er etwa über „radikale, kommunistische Lehrer“, warf der Biden-Regierung Lügen im Zusammenhang mit Menschenhandel vor und kündigte über einem Video von Joe Biden an, dass die Demokratie in den USA unter dem Demokraten „in Dunkelheit sterben“ würde.

Auch wenn seine Behauptungen regelmäßig Faktenchecks nicht standhalten, hat Donald Trump Jr. bisher noch kein einziges Mal eine seiner Falschbehauptungen korrigiert oder sich gar entschuldigt. Zuletzt hatte ihn gar ein Mitglied der eigenen Partei angezeigt, vorausgegangen waren Verleumdungen des jüngeren Trumps. Verschiedene US-Medien gehen dennoch davon aus, dass er zukünftig höhere politische Ämter bis hin zur US-Präsidentschaft anstreben könnte. Auf Twitter hat er bereit mehr als sieben Millionen Follower. (Mirko Schmid)

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