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Afghaninnen und Afghanen an einer Straße in der Nähe des Kabuler Flughafens versuchen das Land zu verlassen.
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Afghaninnen und Afghanen an einer Straße in der Nähe des Kabuler Flughafens versuchen das Land zu verlassen.

Entwicklungszusammenarbeit

Afghanistan: „Die Ortskräfte haben ihr Leben riskiert“

  • Friederike Meier
    VonFriederike Meier
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GIZ-Beschäftigte fordern mehr Hilfe für afghanisches Personal. Sonst werde die Taliban sie für ihr Engagement zur Rechenschaft ziehen.

Aktuelle und ehemalige Mitarbeitende der Entwicklungszusammenarbeit in Afghanistan haben von der Bundesregierung mehr Schutz von afghanischen Ortskräften gefordert. In einem offenen Brief, der der FR vorliegt, betonen die mehr als 80 Unterzeichner:innen, dass die deutsche Entwicklungszusammenarbeit ohne die Unterstützung der afghanischen Ortskräfte völlig unmöglich gewesen wäre: „Sie waren es, die uns verlässliche Partner vermittelten, vor Angriffen und Gefahren warnten, bei Auseinandersetzungen zu schlichten verstanden und bei etlichen Gelegenheiten dafür sorgten, eine Eskalation der Lage zu verhindern“, heißt es in dem offenen Brief.

In Extremsituationen hätten afghanische Ortskräfte sogar ihr Leben riskiert, um unter anderem bei Anschlägen bedrohte internationale und insbesondere deutsche Kolleg:innen aus Gefahrenzonen zu retten. Die meisten der Unterzeichnenden sind oder waren bei der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) beschäftigt. Sie erreichten verzweifelte Hilferufe von ehemaligen Kolleg:innen, die nun wegen ihres Engagements für die deutsche Entwicklungszusammenarbeit akut bedroht seien. Sie kritisieren, dass der Schutz der Bundesregierung nur für Mitarbeitende gelten soll, deren Anstellung nicht länger als zwei Jahre zurückliegt, und fordern die Bundesregierung auf, den Schutz auszuweiten. „Gerade in Afghanistan ist allgemein bekannt, wer für wen tätig war und welche Loyalitäten herrschten“, heißt es in dem Brief. Außerdem solle sich die Regierung weiterhin für die schnelle und Ausreise der Ortskräfte einsetzen und ihnen die Evakuierung und dafür Zugang zum militärischen Bereich des Kabuler Flughafens ermöglichen.

Ansonsten würden die ehemaligen Kolleg:innen im Stich gelassen: „Es wird das Risiko in Kauf genommen, dass sie von den Taliban für deren Engagement zur Rechenschaft gezogen werden.“ Außerdem könne der Ruf der deutschen Entwicklungsarbeit weltweit Schaden nehmen.

Abgesehen von der moralischen Verpflichtung seien die „westlich orientierten, gebildeten und mehrsprachigen Kollegen ein Gewinn für unsere Gesellschaft.“ Für die Aufnahme ihrer ehemaligen Kolleg:innen verweisen die GIZ-Mitarbeitenden auf das Aufenthaltsgesetz. Dort ist geregelt, dass bestimmte Personengruppen aus völkerrechtlichen und humanitären Gründen eine Aufenthaltserlaubnis bekommen können.

Der Brief ist an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU), Innenminister Horst Seehofer (CSU), Außenminister Heiko Maas (SPD) und Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) adressiert.

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