Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Abzug US-Truppen

Afghanistan-Chaos stürzt US-Präsdient Joe Biden in schwere Krise – Donald Trump attackiert scharf

  • Teresa Toth
    VonTeresa Toth
    schließen

Mit seinem Krisenmanagement in Afghanistan erntet US-Präsident Joe Biden viel Kritik – sowohl aus eigenen Reihen als auch von Ex-Präsident Donald Trump.

Kabul/Washington – Zuverlässigkeit und Ehrlichkeit gelten als Markenzeichen von Joe Biden. Doch mit der angespannten Lage in Afghanistan beginnen viele US-Bürger:innen an seinen Kompetenzen zu zweifeln. In einem Interview mit dem Sender ABC wirkte der Präsident der USA durcheinander – mehrmals verhaspelte er sich und es fiel ihm schwer, seine Gedanken in Worte zu fassen.

„Als die Taliban, ähm, lassen Sie mich noch mal anfangen. Ich will es anders sagen.“, stammelte Biden im Gespräch mit Reporter George Stephanopoulos, als er fragte, wie es zu der Eskalation in Afghanistan kommen konnte. „Schauen sie, ich glaube, das war kein Scheitern, also schauen sie, es war eine einfache Entscheidung, George.“ Biden ringt nach Worten. Dabei lief es die vergangenen Wochen noch gut für ihn: So wurde er etwa für sein Infrastrukturpaket im Senat gelobt. Für sein derzeitiges Krisenmanagement erhält er dagegen kaum Zuspruch – und gerät zunehmend unter Druck.

Joe Biden und Afghanistan: Er versprach, der Abzug würde sicher ablaufen

Erschütternde Bilder von Kabuls Flughafen und Berichte von Ex-Soldaten, die seit dem rasanten Vormarsch der Taliban überall zu sehen sind, lassen an Bidens Strategie zweifeln. Vor allem der Abzug der US-Truppen, der trotz der erwarteten Machtübernahme durch die Taliban umgesetzt wurde, wird von vielen als Fehlentscheidung verurteilt. Doch anstatt Fehler einzugestehen, behauptet Biden, dass das durch den Rückzug entstandene Chaos unvermeidbar gewesen sei.

Im Weißen Haus äußert sich Präsident Joe Biden über die geplanten Evakuierungen amerikanischer Staatsbürger:innen in Afghanistan.

„Die Vorstellung, dass es irgendwie einen Weg gibt, da herauszukommen, ohne dass Chaos entsteht, sehe ich nicht“, so Biden. Wenige Wochen vor dem Debakel versprach er allerdings, dass der Abzug „ordentlich, sorgfältig und sicher ablaufen“ wird – von Chaos war hier noch keine Rede. Die heftigste Kritik erntet Biden von seinem Vorgänger Donald Trump. Er befürchtet den „Niedergang des amerikanischen Ansehens in der Welt“ und „die totale Blamage des US-Militärs durch unsere politische Führung.“ Doch auch aus den eigenen Parteireihen werden Stimmen laut, die seine Afghanistan-Politik verurteilen.

Joe Biden und Afghanistan: Umfragewerte für den Präsidenten sinken deutlich

So erklärt CIA-Chef Leon Panetta in einem Interview: „Präsidenten werden nicht nur für ihre Entscheidungen beurteilt, sondern auch für die Art und Weise, wie sie sie umsetzen“. Und weiter: „Ich gehöre nicht zu denjenigen, die glauben, das Chaos irgendwie unvermeidbar ist.“ Das gescheiterte Krisenmanagement stürzt Biden somit in eine tiefe Krise seiner noch kurzen Amtszeit – die Umfragewerte sinken schon jetzt signifikant.

In einer Umfrage von Reuters/Ipsos beträgt die Zustimmung nur noch 46 Prozent und ist damit um sieben Prozent gefallen. Dies kann sich zwar schnell wieder ändern, spätestens für die Zwischenwahlen zum Kongress im kommenden Jahr sind die Umfragewerte aber entscheidend. Viele Abgeordnete aus Bidens Partei stellen sich hierfür erneut zur Wahl auf. Sein Team steht somit unter einem großen Druck, die Lage in Afghanistan zu verbessern.

Biden kündigte bereits an, dass die US-Truppen, die sich noch in Kabul befinden, wenn nötig, bis über den 31. August hinaus bleiben, um die Ausreise von etwa 10.000 amerikanischen Staatsbürger:innen sicherzustellen. Er gab außerdem zu, dass die Lage vor Ort außerordentlich kritisch sei und einem sofortigen Handeln bedarf. (Teresa Toth)

Rubriklistenbild: © Manuel Balce Ceneta/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare