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Anti-Taliban-Kämpfer:innen in Afghanistan berichten von ersten Erfolgen im Widerstand gegen die islamistische Terrorgruppe. (Symbolbild)
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Anti-Taliban-Kämpfer:innen in Afghanistan berichten von ersten Erfolgen im Widerstand gegen die islamistische Terrorgruppe. (Symbolbild)

Anti-Taliban-Kämpfer:innen

Widerstand gegen Taliban zeigt erste Erfolge – drei Gebiete zurückerobert

  • Teresa Toth
    VonTeresa Toth
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Ehemalige afghanische Soldat:innen und Zivilist:innen erheben sich gegen die Taliban. Mehrere Menschen sollen bei dem Aufstand getötet worden sein.

Kabul – „So lange wir leben akzeptieren wir die Herrschaft der Taliban nicht.“ Sediqullah Shuja, ein ehemaliger afghanischer Soldat nahm am Freitag (20.08.2021) an einem Aufstand gegen die Taliban teil, die in nur zehn Tagen das gesamte Land erobert haben. Durch den Widerstand gelang es den Anti-Taliban-Kämpfer:innen nach eigenen Angaben, drei Gebiete in Afghanistan zurückzuerobern.

Wie die Washington Post berichtet, ereignete sich der Aufstand, nachdem Taliban-Kämpfer Hausdurchsuchungen in der Provinz Baghlan durchgeführt hatten. Shuja zufolge hatten die Anwohner zuvor deutlich gemacht, dass sie die Herrschaft akzeptieren, so lange sie nicht ihre Häuser betreten. Da sich die Taliban-Kämpfer daran aber nicht hielten, beschlossen ehemalige afghanische Soldat:innen, sich gemeinsam mit Zivilist:innen gegen die islamistische Terrorgruppe aufzulehnen. „Die Taliban-Kämpfer haben nicht auf uns gehört“, erklärt Shuja.

Widerstand gegen Taliban in Afghanistan: In drei Gebieten hängt die Nationalflagge wieder

Bei dem Aufstand sollen bis zu 30 Taliban getötet und weitere 20 festgenommen worden sein, so die Kommandeure der Anti-Taliban-Kämpfer:innen. Es gelang ihnen, die Gebiete Puli Hisar, Dih Salah und Bano einzunehmen – das bestätigte auch Bismillah Khan Mohammadi, früherer Verteidigungsminister von Afghanistan im einem Tweet. „Der Widerstand ist immer noch am Leben“, so Mohammadi, der in der Vergangenheit selbst Kommandant der Anti-Taliban-Kämpfer:innen war.

Bilder zeigen, wie in diesen Gebieten statt der weißen Flaggen der Taliban wieder die rot-grün-schwarze afghanische Nationalflagge über Regierungsbehörden gehisst wurde und sich Anti-Taliban-Kämpfer:innen gegenseitig zu ihrem Sieg gratulierten. Vor allem vor dem Hintergrund, dass die Taliban bei ihrer Machtübernahme zahlreiche Waffen der USA beschlagnahmten und damit militärisch als sehr stark eingestuft werden, ist die Zurückeroberung ein großer Erfolg. Ob man hierbei von einer neuen Militärfront sprechen kann, bleibt abzuwarten.

Widerstand gegen Taliban in Afghanistan: Versöhnungsrat hofft auf Gespräche

Indessen haben unter anderem Abdullah Abdullah, ehemaliger Vorsitzender des Hohen Rates für Nationale Versöhnung, und der frühere Präsident Hamid Karzai einen Rat gebildet, der eine politische Lösung mit den Taliban anstrebt, anstatt sich den aufkeimenden Aufständen anzuschließen. „Bei Gesprächen und Treffen geht es darum, inwiefern in der aktuellen Situation eine Regierungsbildung aussehen könnte“, sagte Fraidoon Khwazoon, ein Sprecher des Rates.

Ein Taliban-Anführer sei bereits in Kabul, um zu verhandeln. Bevor dies geschieht, fordert Politiker Abdullah von den Taliban jedoch, dass sie die Sicherheit aller Politiker:innen, die nicht Teil der Taliban sind, zu gewährleisten und Hausdurchsuchungen zu stoppen – erst dann werde man weitere Gespräche mit der islamistischen Gruppierung führen. (tt)

Alle neuen Entwicklungen zu der Lage in Afghanistan in unserem News-Ticker.

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