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Afghanistan: Taliban attackieren UN-Hauptquartier mit Panzerfäusten

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Von: Sandra Kathe

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In Afghanistan kommt es nach dem Abzug internationaler Truppen vermehrt zu Kämpfen zwischen Regierungstruppen und der radikalislamischen Taliban.

Herat – Bei einem Angriff auf das Hauptquartier der Vereinten Nationen am Rande der Provinzhauptstadt Herat im Westen Afghanistans kamen Panzerfäuste und Sturmgewehre zum Einsatz. Ein afghanischer Polizist kam bei dem Angriff ums Leben. Laut Einschätzung der Delegation der Europäischen Union in Kabul sei die radikalislamische Taliban für den Angriff verantwortlich, die im Land am Hindukusch weiterhin Gebiete erobert.

„Diesen Angriff auf die Vereinten Nationen verurteilen wir aufs Schärfste“ zitiert das Nachrichtenportal Aljazeera die UN-Sonderbeauftragte Deborah Lyons, die forderte: „Die Verantwortlichen müssen identifiziert und zur Rechenschaft gezogen werden.“ Den erneuten Konflikten vorausgegangen war die Entscheidung internationaler Regierungen ihre Truppen aus Afghanistan abzuziehen. Schon seit Mai dieses Jahres toben daraufhin vermehrt heftige Kämpfe zwischen der Taliban und afghanischen Regierungstruppen.

In Herat im Westen Afghanistans kommt es vermehrt zu Kämpfen zwischen Afghanischen Sicherheitskräften und den Taliban.
In Herat im Westen Afghanistans kommt es vermehrt zu Kämpfen zwischen Afghanischen Sicherheitskräften und den Taliban. Auch Milizen unterstützen die Regierungstruppen. © Hoshang Hashimi/AFP

Nach Truppenabzug in Afghanistan: Taliban auf dem Vormarsch – Viele Menschen flüchten

Die Taliban haben seit dem Beginn des Truppenabzugs weite Teile Afghanistans erobert, darunter auch zwei Grenzübergänge zu Iran und Turkmenistan in Herat, der drittgrößten Stadt des Landes. Etwa 600.000 Menschen leben in Herat, wo sich die Gefechte in den Außenbezirken seit dieser Woche weiter verschärft haben. Viele Menschen treten auch in der Provinzhauptstadt die Flucht aus Afghanistan an.

Die USA haben derweil begonnen, lokale Helfer aus Afghanistan auszufliegen. Insgesamt 200 Personen, zumeist Übersetzer, sind nach Angaben des US-Militärs mitsamt ihren Familien in die USA gebracht worden. Dabei handelt es sich laut US-Präsident Joe Biden um „die ersten von vielen“. Man werde weiter daran arbeiten, gefährdete Personen, die ein Spezialvisum beantragt haben, „aus der Gefahrensituation in die Vereinigten Staaten, in US-Anlagen oder in sichere Drittstaaten“ zu bringen. Insgesamt haben breits rund 20.000 Menschen in Afghanistan einen Antrag auf ein spezielles Einreisevisum gestellt. Fachleute rechnen mit bis zu 100.000 solcher Anträge. (ska/AFP)

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