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Eine Säule, in die Asche von Auschwitzopfern eingegossen worden sein soll, steht vor dem Reichstag. Das Objekt ist Teil eines Kunstwerkes der Künstlergruppe Zentrum für Politische Schönheit.

Berlin

Zentrum für politische Schönheit errichtet Denkmal als Warnung vor der AfD

Die Künstlergruppe Zentrum für politische Schönheit warnt die CDU mit einem Mahnmal vor einer Zusammenarbeit mit der AfD.

Die Künstlergruppe „Zentrum für politische Schönheit“ (ZPS) hat in der Nähe des Bundestags in Berlin eine temporäre Gedenkstätte für NS-Opfer errichtet. Die 2,5 Meter hohe und vier Tonnen schwere „Widerstandssäule“ solle daran erinnern, dass an diesem Ort „der deutsche Konservatismus die Demokratie in die Hände von Hitler und seinen Nazischergen“ legte, erklärte das ZPS am Montag in Berlin. 

Mit der Aktion unter dem Titel „Suchet nach uns!“ will die Gruppe vor einer Zusammenarbeit der Union mit der AfD warnen.

Zentrum für politische Schönheit erinnert an Massenmorde der Nazis

Laut ZPS haben Aktivistinnen und Aktivisten in den vergangenen zwei Jahren über 200 Bodenproben an 23 Orten in Deutschland, Polen und der Ukraine, an denen die Nazis Massenmorde begingen, zusammengetragen und ins Berliner Regierungsviertel überführt. 

Laboruntersuchungen hätten in über 70 Prozent Hinweise auf menschliche Überreste gegeben: „Wir fanden Knochenkohle, sedimentierte Asche und menschliche Fragmente in den Flussläufen der Weichsel, Zähne auf Feldern, Knochenreste in allen erdenklichen Körnungsgrößen. Es gibt dort kein Grab, keine letzte Ruhestätte.“

Zentrum für politische Schönheit: Warnung vor Faschismus

„Die Toten erinnern den deutschen Konservatismus an seine historische Schuld, sich mit den Faschisten eingelassen zu haben: es nicht mit ihnen zu versuchen, nicht mit ihnen zu paktieren - das ist das Gebot der Stunde“, erklärte das ZPS auf seiner Internetseite.

Laut dem ZPS ist die Säule bis zum Samstag, den 7.12.2019, genehmigt. Danach muss sie wieder abgebaut werden. Das ZPS wolle aber darum kämpfen, die Säule „für immer“ stehen zu lassen. Für dieses Ziel sammle man Spenden ein, schreiben die Aktivistinnen und Aktivisten auf ihrer Internetseite.

Zentrum für politische Schönheit: Bekannt für umstrittene Kunstaktionen

Das „Zentrum für politische Schönheit“ ist für umstrittene Kunstaktionen bekannt, die sich häufig gegen die AfD richten. Im Herbst 2017 hatte die Gruppe einen Nachbau des Berliner Holocaust-Mahnmals in Thüringen errichtet. Das Objekt wurde unweit des Wohnhauses von Thüringens AfD-Chef Björn Höcke errichtet. Das ZPS wollte damit gegen eine Rede von Höcke vom Januar 2017 in Dresden demonstrieren. Höcke hatte gegen das Kunstwerk geklagt, doch die zuständige Staatsanwaltschaft sah keinen hinreichenden Verdacht für den Tatbestand der Nötigung.

Im Jahr 2018 machte das ZPS mit einer weiteren Aktion auf sich aufmerksam. Unter dem Titel „Soko Chemnitz“ stellten die Aktivistinnen und Aktivisten vermeintliche Portraits rechtsextremer Protagonisten ins Netz. (FR/epd)

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