+
Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth (Grüne).

Bundestagsvizepräsidentin widersprach Antrag

AfD-Fraktion wirft Claudia Roth Rechtsbruch vor und spricht von Willkür

Die AfD-Fraktion im Bundestag ist bei dem Versuch einen Hammelsprung zu veranlassen gescheitert. Jetzt werfen sie Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth Rechtsbruch vor.

Berlin - Die AfD-Fraktion wirft Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth (Grüne) nach einem verweigerten Hammelsprung Rechtsbruch vor. Roth habe „das Ansehen des Parlaments und das Vertrauen der Bürger in die Institution Bundestag nachhaltig beschädigt“, erklärte Jürgen Braun, Parlamentarischer Geschäftsführer der AfD, am Freitag. Die Vize-Fraktionsvorsitzende Beatrix von Storch sagte: „Wir prüfen nun, was wir gegen die Willkür tun können, mit der ein offenkundig nicht beschlussfähiger Bundestag in tiefer Nacht unter erkennbar offener Missachtung der Geschäftsordnung Gesetze durchdrückt.“

AfD mit Hammelsprung gescheitert

Die AfD war in der Nacht gegen 1.30 Uhr im Bundestag mit dem Versuch gescheitert, einen Hammelsprung und damit möglicherweise einen Abbruch der Plenarsitzung zu erzwingen. Bei einem Hammelsprung verlassen die Abgeordneten den Saal und kehren anschließend durch verschiedene Türen wieder zurück. So kann die Zahl der anwesenden Parlamentarier exakt festgestellt werden. Laut Geschäftsordnung ist der Bundestag beschlussfähig, wenn mehr als die Hälfte seiner Mitglieder im Saal anwesend sind.

Streng genommen ist der Bundestag nur dann beschlussfähig, wenn mehr als die Hälfte der 709 Abgeordneten anwesend sind - was zu dieser nächtlichen Zeit allerdings nie der Fall ist.

Grünen-Politikern Roth widersprach dem Antrag der AfD

Die Grünen-Politikern Roth, die die Sitzung am frühen Freitagmorgen leitete, widersprach dem Antrag zur Geschäftsordnung der AfD-Fraktion, die die Beschlussfähigkeit angezweifelt hatte. Die AfD reagierte mit lautstarkem Protest auf Roths Entscheidung. Zu diesem Zeitpunkt waren nur noch etwa 100 Parlamentarier anwesend.

dpa

Nach dem Mord an Walter Lübcke hat ein Verdächtiger gestanden. Sigmar Gabriel griff nun frontal die AfD an, währenddessen äußert sich eine Neonazi-Gruppe. Nach dem Mord an Walter Lübcke gibt es einen neuen "Vogelschiss"-Eklat um die AfD. Das umstrittene Mitglied Wolfgang Gedeon relativierte die Bedeutung rechtsextremen Terrors.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion