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Die AfD will den „Irrsinn“ mit Greta Thunberg nicht mitmachen: Die Partei kämpft gegen Klimaschutzmaßnahmen und sieht das als zentralen Punkt im Wahlkampf.

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AfD will „Irrsinn“ mit Greta Thunberg nicht mitmachen: Partei widerspricht Experten und Studien

Die AfD will den „Irrsinn“ mit Greta Thunberg nicht mitmachen: Die Partei kämpft gegen Klimaschutzmaßnahmen und sieht das als zentralen Punkt im Wahlkampf.

Berlin - Die AfD will den Widerstand gegen Klimaschutzmaßnahmen zu einem ihrer wichtigsten Themen machen. „Die Kritik an der sogenannten Klimaschutzpolitik ist nach dem Euro und der Zuwanderung das dritte große Thema für die AfD“, sagte Ko-Parteichef Alexander Gauland der „Welt am Sonntag“. Seine Partei habe hierbei ein „Alleinstellungsmerkmal“.

Schließlich machten alle anderen Parteien „den Irrsinn“ mit, den die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg „neuerlich angeheizt“ habe, als sie in ihrer Rede beim UN-Klimagipfel in New York „ausrastete“, wie sich Gauland ausdrückte.

 AfD kritisiert Wutrede von Greta Thunberg

Thunberg hatte am Montag in New York eine Wutrede gegen die unzureichenden Klimaschutzmaßnahmen in aller Welt gehalten. „Ihr habt mit Euren leeren Worten meine Träume und meine Kindheit gestohlen“, sagte die 16-Jährige mit den Tränen ringend. Statt der jungen Generation eine sichere Zukunft zu sichern, dächten die Politiker nur an "Geld und Märchen von ewigem Wachstum". „Wie könnt Ihr es wagen?“

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Gauland betonte, dass die AfD zum „menschengemachten Klimawandel eine differenzierte Auffassung“ habe. „Natürlich“ ändere sich das Weltklima, aber dass dabei der Mensch durch seine CO2-Emissionen eine wesentliche Rolle spiele, sei "zumindest umstritten".

Gauland gereift Bundesregierung wegen Klimaschutzpaket an

Zudem seien „die maßlosen Vorhaben der Bundesregierung völlig ineffektiv“, weil Deutschland nur für zwei Prozent der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich sei, kritisierte Gauland. Daraus folge: „Selbst wenn Deutschland hierbei auf Null ginge, würde das überhaupt nichts bringen.“

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Der umweltpolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, Karsten Hilse, kritisierte das Klimaschutzpaket der Bundesregierung in der „WamS“ als „desaströs für die Wirtschaft, für die deutsche Energiesicherheit und auch für die Natur, zumal wegen des extremen Windkraft-Ausbaus“. Zudem seien die hohen Ausgaben wirkungslos: „In den letzten 18 Jahren wurden in Deutschland rund 260 Milliarden Euro für Klimaschutz ausgegeben, aber der CO2-Ausstoß wurde in dieser Zeit kaum reduziert“, sagte Hilse.

AfD widerspricht Erkenntnissen des Weltklimarats

Grundsätzlich hätten „menschengemachte CO2-Emissionen keinen maßgeblichen Einfluss auf das Weltklima“, widersprach Hilse den Erkenntnissen des Weltklimarats IPCC und anderer Experten. Stattdessen werde dieses "vor allem durch die Sonne, die Schwankungen der Erdbahn und den Anteil von Wasserdampf in der Atmosphäre beeinflusst".

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Hilse bestritt, dass er mit dieser Ansicht im Gegensatz zum breiten Konsens der Wissenschaft stehe. Repräsentiert werde durch Wissenschaftler, die eine starke CO2-Reduktion fordern, "nicht der überwiegende Teil der Fachwelt, sondern nur der lauteste Teil". Die AfD wolle „den vielen skeptischen und abweichenden Stimmen Gehör verschaffen", damit es "endlich wieder zu einer sachlichen Debatte kommt“, sagte der AfD-Politiker.

Der Weltklimarat IPCC hat in diversen Berichten vor einer gefährlichen Erderwärmung durch den massiven Treibhausgasausstoß der Menschen gewarnt. Für seine Berichte werteten anerkannte Experten tausende aktuelle wissenschaftlicheStudien aus. afp

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