Alice Weidel und der damalige AfD-Schatzmeister Klaus Fohrmann.
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Alice Weidel und der damalige AfD-Schatzmeister Klaus Fohrmann.

Krawinkel

Trotz Aussicht auf Millionenerbe warb AfD um Spendengelder

  • Katja Thorwarth
    vonKatja Thorwarth
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Nächster Geldregen für die AfD. Nach der Großspende eines Vermögensverwalters erbt die AfD ein siebenstelliges Vermögen. 

  • Berliner Vermögensverwalter spendet an die AfD
  • Spende ist der höchste Betrag seit 2016
  • Spender Krawinkel ist kein Unbekannter
  • AfD erbt weitere sieben Millionen Euro

Update, 14.2.2020. 8.45 Uhr: Nach dem Geldsegen des Berliner Vermögensverwalters Christian Krawinkel wird die AfD aktuell mit einem Millionenbetrag bedacht. Wie der NDR berichtet, erhält die Partei eine Zuwendung von 7 Millionen Euro, die ihr der Niedersachse Reiner Strangfeld, ein ehemaliger Ingenieur, vererbt habe. Weiter heißt es, Strangfeld sei AfD-Sympathisant gewesen, aber kein Mitglied der Partei.

AfD warb um Parteispenden trotz Aussicht auf Millionenerbe

Das Vermögen, zum Todeszeitpunkt 2018 taxiert, bestünde aus Krügerrand-Goldmünzen, Goldunzen, einem Grundstück und mehreren hochwertigen Immobilien. Da der Goldpreis seitdem um mehr als 20 Prozent gestiegen ist, könnte das Erbe inzwischen noch höher liegen.

Der Geldsegen dürfte für viele innerhalb der AfD nicht überraschend kommen. Bereits auf dem Bundesparteitag in Braunschweig Anfang Dezember hatte der damalige Schatzmeister Klaus Fohrmann von einem „sehr interessanten Testament“ gesprochen, das im Tresor der Geschäftsstelle liege. Gerüchte über eine mögliche Millionenerbschaft hatten die Runde gemacht.  

Trotzdem warb die AfD* noch vor Weihnachten um Spenden von ihren Anhängern. „Wir befinden uns in einer schweren finanziellen Notlage“, soll derselbe Fohrmann in einer Rundmail an Parteimitglieder geschrieben haben. 120 Euro Jahresbeitrag pro AfD-Mitglied hatte er seinerzeit erbeten. Die Bitte um Spenden war auch eine großangelegte Kampagne auf Facebook gewesen.   

Die Sieben-Millionen-Spende ist eine der höchsten Geldzuflüsse an eine Partei, die es bislang in Deutschland gegeben hat.  

AfD erhält Großspende von Krawinkel

Erstmeldung

Die Berliner Vermögensverwaltung um Christian Krawinkel hat 100.000 Euro an die AfD gespendet. Die Großspende des Unternehmers wurde bereits  am Dienstag auf der Website des Bundestages veröffentlicht. 

Der Berliner „Tagesspiegel“ berichtet unter Berufung auf ein Schreiben, welches der Zeitung vorliegt, dass das Geld nach dem Willen von Krawinkel dem Thüringer Landesverband der AfD zugutekommen soll. Die „aktuellen politischen Ereignisse in Thüringen“ hätten ihn zu der Spende bewogen. Er wolle, wie der „Tagesspiegel“ ihn zitiert, seine  „Rechte als Bürger unseres Vaterlandes“ wahrnehmen, dennoch sei er „parteipolitisch ungebunden“. 

Krawinkel - Großprojekte in Frankfurt

Wie der „Tagesspiegel“ weiter vermeldet, sind die 100.000 Euro die größte Parteispende an die AfD seit 2016. Sie soll am Freitag, also zwei Tage nach dem taktischen AfD-Manöver in Erfurt, FDP-Politiker Kemmerich gemeinsam mit der CDU im  Amt des Ministerpräsidenten zu platzieren, bei der Partei eingegangen sein.

Krawinkel betreibt ein, gemäß der Homepage, „leistungsstarkes Projektentwicklungsunternehmen“, dessen Kernaufgabe es ist, Immobilien zu vermarkten. Insbesondere in Frankfurt-Riedberg hat er zahlreiche Wohnraumprojekte im Luxus-Preissegment umgesetzt; auch zählen Frankfurter Gewerbeimmobilien unter anderem am Nibelungenplatz und der Schillerstraße zu seinen Aushängeschildern. 

AfD-Spende stößt auf Ablehnung in der Familie Krawinkel

Dass Krawinkel die AfD um Björn Höcke, ein Politiker im Visier des Verfassungsschutz, unterstützt, sorgt innerhalb seiner Familie für Unbehagen. 

Moritz Krawinkel äußerte sich auf Twitter zu der Causa und betonte: „Not in our (Last) Name. Unser Onkel 2. Grades, der Unternehmensverwalter Christian Krawinkel, spendet 100.000 Euro an die Thüringer #noAfD von Höcke - Shame on him!“  

Doch die Familie um Moritz Krawinkel geht noch einen Schritt weiter und hat am 14. Februar eine Aktion gestartet, in der sie für das Netzwerk Polylux Geld sammeln will. 100.000 Euro sollen an Spenden für die Gruppe zusammenkommen, die im Osten Deutschlands Initiativen gegen die AfD unterstützen, die Opfern rassistischer und neonazistischer Gewalt helfen und die vor Ort für eine offene Gesellschaft streiten. Unterzeichner der Spendenaktion sind: Moritz Krawinkel, Barbara Krawinkel, Niklas Krawinkel, Andrea Krawinkel und Michael Krawinkel.

Katja Thorwarth

*FR.de ist Teil des Ippen-Netzwerkes

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