Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Könnte nun doch aus der AfD ausgeschlossen werden: Björn Höcke.
+
Könnte nun doch aus der AfD ausgeschlossen werden: Björn Höcke.

Björn Höcke

AfD-Spitze will Höcke-Rauswurf

  • Steven Geyer
    VonSteven Geyer
    schließen

Der Machtkampf in der AfD geht in die nächste Runde: Offenbar will der Bundesvorstand den umstrittenen Thüringer Landeschef Björn Höcke loswerden.

Der Richtungsstreit in der Alternative für Deutschland spitzt sich weiter zu. Prompt, als der Thüringer AfD-Landesverband am Freitag seine Delegierten für den Bundesparteitag Ende April in Köln wählte, bestätigte das Schiedsgericht der Partei: Der AfD-Bundesvorstand will den Thüringer Landeschef Björn Höcke tatsächlich aus der Partei werfen. Ein Ausschlussantrag sei per E-Mail eingegangen.

Höcke war im Februar nach seiner öffentlich heftig kritisierten Dresdner Rede zum deutschen Geschichtsverständnis auch von AfD-Bundeschefin Frauke Petry gerügt worden. Offenbar konnte sie nun das Ausschlussverfahren im Vorstand – wo es umstritten war – durchsetzen. Allerdings betonte ein Sprecher des Schiedsgerichts, dass eine E-Mail nicht den Formalien genüge und dies daher nur eine Vorinformation sein könne.

So bleibt zunächst offen, ob Höckes Schlichtungsversuch gescheitert ist. Er hatte sich für Missverständnisse entschuldigt und ein Hausverbot für den Bundesparteitag in Köln akzeptiert.

Zugleich gerät auch Petry selbst weiter unter Druck: Nach ihren vage gehaltenen Rückzugs-Überlegungen, die am Donnerstag bekannt geworden waren, bleibt Petry im Bundesvorstand ihrer Partei isoliert. Auf FR-Anfrage wollte sich keins der übrigen zwölf Vorstandsmitglieder zur Zukunft von Petry äußern – was sich angesichts der seit Monaten bestehenden Spannungen klar als fehlende Solidarisierung mit ihr lesen lässt.

Chefin stößt Drohungen aus

Offensichtlich im Sinne der gesamten 13-köpfigen Parteispitze erklärte der Brandenburger Landeschef und Bundesvize, Alexander Gauland, dass er nicht mit einem Rückzug der Parteichefin aus der Politik rechne. Er glaube nicht, dass sie sich wirklich zurückziehen wolle, sagte er dem Tagesspiegel. Er nehme die Äußerungen nicht ernst. Das Blatt hatte Petry am Vortag mit dem Satz zitiert: „Weder die Politik noch die AfD sind für mich alternativlos.“ Es sei „sinnvoll, ab und an das eigene Leben zu überdenken und neu zu justieren“.

Gauland nannte Petrys Sätze „nicht gut durchdacht“. Aus Parteikreisen heißt es, viele an der Basis und im Vorstand fühlten sich an das Ende der Ära Lucke erinnert: Auch der Hamburger Wirtschaftsprofessor Bernd Lucke habe mit Drohungen und Erpressungsversuchen begonnen, als er seinen Kurs in der Partei nicht mehr durchsetzen konnte.

Die Parallelen zu Luckes Abschied liegen auf der Hand: Er hatte 2015 die Partei verlassen, nachdem Petry eine Mehrheit gegen seinen Kurs organisierte hatte – auch, indem sie sich mit dem rechtsnationalen Flügel um Gauland und den Thüringer Landeschef Bernd Höcke verbündet hatte. Inhaltlich lag Petry aber selten auf dessen Linie – gerade am Umgang mit Höcke entzündete sich immer wieder Streit. Derzeit ist die Frage nach der bundesweiten AfD-Spitzenkandidatur offen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare