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In Neißeaue wählten 48,4 Prozent die AfD.

Hochburg

AfD mit Rekord in östlichster Gemeinde Deutschlands

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Die AfD festigt in Sachsen und Brandenburg ihre Hochburgen, die sie seit Jahren aufbaut.

Ganz im Osten ist die Republik blau: In der Gemeinde Neißeaue bei Görlitz hat die AfD bei der Landtagswahl in Sachsen 48,4 Prozent der Zweitstimmen geholt – mehr ist es nirgends in Sachsen und Brandenburg. In der östlichsten Gemeinde Deutschlands hat die Rechtspartei ihr Ergebnis der Europawahl noch weiter verbessern können: Bereits im Mai stimmten 46,4 Prozent der Neißeauer (acht Dörfer mit 1700 Einwohnern) für die AfD.

Bekannteste Sehenswürdigkeit an der Neiße ist die „Kulturinsel Einsiedel“. Deren Chef Jürgen Bergmann hat nicht die AfD gewählt, versteht aber den Unmut in der Region. Der „Neuen Zürcher Zeitung“ sagte er: „Die Leute fühlen sich unzufrieden, unmündig und beschissen.“ Die AfD biete den Menschen nun ein „Podium zum Meckern – NPD wollten die meisten nicht wählen, wer will schon ein Nazi sein? Aber AfD geht.“

Nur knapp dahinter: die Gemeinde Lampertswalde an der sächsisch-brandenburgischen Grenze bei Ortrand. Hier entschieden sich 48,3 Prozent der Wähler für die AfD. Auch das ist ein weiterer Zuwachs gegenüber der Europawahl: Da lag Lamperswalde mit 44,5 Prozent ebenfalls sehr weit vorne.

Auf Platz drei in Sachsen: Dürrhennersdorf in der Oberlausitz mit 46 Prozent der Zweitstimmen für die AfD. Hier lagen die Rechten schon vor fünf Jahren ganz vorne. Bereits bei der Landtagswahl 2014 unter Frauke Petry kam die AfD hier auf 33,6 Prozent. Die Partei baut ihre Hochburgen also weiter aus.

Auch interessant: Wer hat wen gewählt - und warum?

In Brandenburg liegt die AfD überall in den berlinfernen Regionen über dem Landesdurchschnitt, im Berliner Speckgürtel darunter. Ihre Hochburgen liegen alle in der Lausitz im Süden des Landes. Auch das war bei vorherigen Wahlen bereits so.

Ganz vorne steht die AfD in der Gemeinde Schradenland an der Grenze zu Sachsen mit 42,9 Prozent. Gleich daneben in Ortrand erreicht sie 38,1 Prozent.

Auf Platz drei in Brandenburg liegt der Lausitz-Ort Peitz mit 37 Prozent. Hier spielte die abrupte Schließung des Tagebaus Jänschwalde nach einer Klage der Deutschen Umwelthilfe direkt zum Wahltag bestimmt eine Rolle – und die umtriebige Arbeit des Kandidaten Steffen Kubitzki vor Ort. Dennoch holte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) das Direktmandat gegen Kubitzki.

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