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AfD-Parteitag: Hat die AfD bald nur noch einen Führer?

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Von: Kim Hornickel

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Die AfD leiten Tino Chrupalla und Alice Weidel, doch die Mitglieder wollen über eine Änderung abstimmen.
Die AfD leiten Tino Chrupalla und Alice Weidel, doch die Mitglieder wollen über eine Änderung abstimmen. © IMAGO/Christian Spicker

Die AfD wählt auf dem 13. Parteitag eine neue Führung. Erste Stimmen fordern eine Abkehr vom Prinzip der Doppelspitze.

Berlin – In der AfD herrscht derzeit mancherorts nur wenig Einigkeit. Dem will die „Alternative für Deutschland“ ein Ende setzen. Einzelne Mitglieder sehen die Schuld bei der Doppelspitze der Partei, die „in der Vergangenheit einen schädlichen Lager-Dualismus institutionalisiert“ habe. So zumindest argumentieren die Gegner der Doppelspitze laut Angaben des MDR.

Eine Lösung sehen die AfD-Parteimitglieder in einer Änderung der Parteisatzung. Die soll es möglich machen, lediglich einen Bundessprecher zu wählen. Auf dem 13. Parteitag der AfD, von der Teile derzeit vom Verfassungsschutz beobachtet wird, soll eine Entscheidung fallen.

AfD Parteitag: Was will Björn Höcke?

Zu den Unterstützern der Einzelspitze gehört offenbar auch Björn Höcke. Das zumindest berichtet der MDR. Der ehemalige Mitbegründer des inzwischen aufgelösten rechtsextremen Flügels der AfD könnte ebenfalls als Bundessprecher kandidieren, ein Posten, der vergleichbar ist mit dem des Parteivorstands in anderen Parteien. Doch Höcke würde dann einen einflussreichen Gegner haben: Tino Chrupalla, derzeit Bundessprecher, will weiterhin im Amt bleiben. Neben Chrupalla hat sich bisher nur der Bundestagsabgeordnete Norbert Kleinwächter offiziell zur Wahl gestellt. Höcke selbst hat bislang noch keine Angaben zu einer möglichen Kandidatur gemacht.

Ob die AfD sich für eine Doppel- oder Einzelspitze entscheiden könnte, ist laut Birgit Bessin, Landesvorsitzende der AfD Brandenburg, in diesem Jahr noch nicht entscheidend. Sie sagte dem MDR: „Wenn ich mir die Tagesordnung anschaue, ist genau die Änderung der Bundessatzung erst vorgesehen, nachdem der neue Bundesvorstand gewählt ist.“ Damit könnte eine Entscheidung zwar schon auf dem 13. Parteitag fallen, Auswirkungen hätte die jedoch erst auf die übernächste Wahl in zwei Jahren. Bessin unterstütz die Idee einer Einzelspitze laut eigenen Angaben.

AfD wählt neuen Vorsitz: Diskussion um Einzel- oder Doppelspitze

Dass es in Zukunft zu mehr Einigkeit mit nur einem Vorsitzenden oder einer Vorsitzenden kommen könnte, dem stimmt auch Martin Reichardt, Bundestagsabgeordneter und Sprecher der AfD in Sachsen-Anhalt, zu. Der Politiker erklärte gegenüber dem MDR, die Einzelspitze gebe „die Möglichkeit, wirklich auch die einzelnen Parteispitzen und -flügel zu integrieren und insofern wäre das auch ein Zeichen für die Geschlossenheit der Partei.“

Bevor die Mitglieder über die neue Satzung abstimmen, könnte es jedoch erneut zu einer Doppelspitze mit Tino Chrupalla kommen. Bessin attestierte Chrupalla „eine gute Arbeit in den zurückliegenden Jahren“, wie der MDR berichtet. Die Chancen für Kleinwächter seien dagegen gering, so die Politikerin. (kh)

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