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Wirbel um Äußerungen von AfD-Politiker – „Ein Haufen Deutschland-Hasser“

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Von: Nadja Austel

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Alternative gegen Deutschland? Die AfD erlaubt sich eine Medienpanne und will nun rückwirkend Patriotismus beweisen. Sie steht in scharfer Kritik.

Berlin – Bei einer Veranstaltung der AfD in Berlin haben Äußerungen des Bundestagsabgeordneten und Parteivorstandsmitglieds Harald Weyel am Mittwoch (07. September) für Diskussionen gesorgt. Gefehlt hat es offenbar an technischer Kompetenz bei der Online-Übertragung der Konferenz: Nach dem für die Öffentlichkeit bestimmten Teil sendeten Mikrofon und Kamera live weiter, während Weyel mit zwei weiteren Teilnehmern zu einer vermeintlich privaten Unterhaltung überging.

Der CDU-Abgeordnete Johannes Steiniger veröffentlichte nach Übertragung der Veranstaltung einen 22-sekündigen Video-Mitschnitt auf Twitter und Facebook, in dem Weyel zu sehen und zu hören ist. Ein weiterer Veranstaltungsteilnehmer sagte darin, es werde sowieso dramatisch werden, woraufhin Weyel antwortet: „Man muss sagen, hoffentlich, oder? Wenn‘s nicht dramatisch genug wird, dann geht‘s so weiter wie immer.“

Die durch den Ukraine-Krieg und den Gaslieferstopp aus Russland verursachte Energiekrise in Deutschland, die der Politik und der Bevölkerung im Hinblick auf die kalte Jahreszeit Sorge bereitet, scheint bei einer solchen Wortwahl mehr Mittel zum Zweck zu sein als tatsächliche Befürchtung.

CDU-Abgeordneter rechnet ab: „Die AfD ist ein Haufen unpatriotischer Deutschland-Hasser“

Steiniger kommentierte dazu auf Facebook: „Die AfD ist ein Haufen unpatriotischer Deutschland-Hasser. Gestern Abend hat die AfD-Fraktion eine Veranstaltung live gestreamt und ‚dummerweise‘ die Mikros am Schluss angelassen.“ Man höre darin, dass der Abgeordnete Weyel hoffe, dass die Situation im Winter sehr dramatisch werde. „Nur wenn es Deutschland schlecht geht, geht es der AfD gut!“, so Steininger weiter.

Justizminister Marco Buschmann (FDP) twitterte zu der Panne, während sich die Koalition gerade auf ein Entlastungspaket geeinigt habe, hoffe die AfD auf eine dramatische Lage im Winter. Das zeige einmal mehr das „wahre und beschämende Gesicht der AfD: Sie hat nicht das geringste Interesse daran, etwas für die Menschen in diesem Land zu tun.“

Twitter-Nutzer und Nutzerinnen kommentierten den Vorfall ebenfalls kritisch. „Die hassen fast alles, nicht nur Deutschland. Das ist auch das Wesentlichste, was sie miteinander vereint“, lautet etwa eine Antwort im Twitter-Thread von Steininger. Die AfD sei „keine Alternative für Deutschland, sondern gegen Deutschland“, so ein anderer Kommentar.

Harald Weyel steht an einem Rednerpult des Deutschen Bundestages im Reichstagsgebäude. (Archivfoto)
Die AfD erlaubt sich eine Medienpanne und will nun rückwirkend Patriotismus beweisen. Sie steht in scharfer Kritik. © Sebastian Gabsch via www.imago-images.de

Erinnerungen an Lüth: „Je schlechter es Deutschland geht, desto besser für die AfD“

Weyel sagte zu dem Vorfall laut Mitteilung der Deutschen Presse-Agentur (dpa) am Mittwoch (07. September) auf Anfrage: „Ich wollte meiner Befürchtung Ausdruck geben, dass nur eine Zuspitzung der sich abzeichnenden Krise dazu führen wird, dass die politisch Verantwortlichen endlich die notwendigen Maßnahmen ergreifen, um die Krise zu bekämpfen.“ Das bedeute jedoch selbstverständlich nicht, dass er sich eine Verschärfung der Krise wünsche.

Steinigers Satz „Nur wenn es Deutschland schlecht geht, geht es der AfD gut!“ erinnert an Schlagzeilen von vor zwei Jahren. Damals habe die AfD-Fraktion ihren früheren Pressesprecher Christian Lüth entlassen. Hintergrund war damals eine TV-Doku, in der ein nicht erkennbares AfD-Mitglied mit den Worten zitiert worden war: „Je schlechter es Deutschland geht, desto besser für die AfD.“ 

Der damalige Fraktionschef Alexander Gauland hatte gesagt: „Die Herrn Lüth zugeschriebenen Äußerungen sind völlig inakzeptabel und in keiner Weise mit den Zielen und der Politik der AfD und der AfD-Fraktion im Deutschen Bundestag vereinbar.“ (na/dpa)

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