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Ralf Özkara ist am Montag aus der AfD ausgetreten.

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AfD-Leaks aus Südwest

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Die Informationsgeber in der Affäre um die Spendenpraxis der AFD-Bundestagsfraktionschefin Alice Weidel sind offensichtlich gefunden.

Der Ex-Landesvorsitzende der AfD Baden-Württemberg, Ralf Özkara, und der derzeitige Landesschatzmeister Frank Kral sollen die Spendenpraxis ihrer Bundestagsfraktionschefin Alice Weidel öffentlich gemacht haben. Das behauptet Landesgeschäftsführerin Anastasija Koren in einer eidesstattlichen Erklärung, die am Mittwoch per E-Mail an alle AfD-Kreisvorsitzenden ging. Ein Schweizer Gönner ließ Weidels Kreisverband Bodensee im Sommer 2017 nach und nach mehr als 130 000 Euro Spenden zukommen. Die Justiz ermittelt.

Koren gibt an, dabei gewesen zu sein, als Kral und Özkara planten, in der Sache eine „Bombe platzen zu lassen“. Kral habe Anfang November 2018 die Kontoauszüge des Kreisverbandes Bodensee eingesehen. Als Özkara später in Korens Büro kam, habe er ihr gesagt, dass „einige interessante Erkenntnisse zur Frau Weidel vorliegen“. Kral behauptet in Bezug auf die eidesstattliche Versicherung Korens, diese vermische „längst bekannte Tatsachen mit Unwahrheiten“. Er bestritt nicht, an dem Leak in irgendeiner Form beteiligt gewesen zu sein.

Der Zeitpunkt der Rund-Mail ist kein Zufall. Am Samstag ist Landesparteitag in Pforzheim, wo der heillos zerstrittene Vorstand der Südwest-AfD das beherrschende Thema sein dürfte. Ein Antrag zur Entfernung des Vorsitzenden Dirk Spaniel und von Kral liegt vor .

Ralf Özkara ist am Montag aus der AfD ausgetreten. Als die Spendenaffäre publik wurde, forderte er allein Weidels Rücktritt und verlor so die Unterstützung für eine Europa-Kandidatur, dann trat er als Landeschef zurück. Er wurde Fraktionsgeschäftsführer in Bayern, verstrickte sich dort in Machtkämpfe und wurde Mitte Mai entlassen. Da drohte er mit einem „lauten Abgang“. Nach seinem Austritt sagte er NDR und WDR: „Diese Partei wird von Idioten geleitet.“

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