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AfD-Mitgründer Bernd Lucke hat so seine Probleme bei der Rückkehr in den Universitätsbetrieb.

Uni Hamburg

AfD-Gründer Lucke lässt Studentin aus seiner Vorlesung werfen 

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Bernd Lucke fühlt sich durch Fragen und Zwischenrufe einer Studentin gestört. Er lässt einen  privaten Sicherheitsdienst eingreifen.

Update, 06.11.2019, 17.21 Uhr: Der AfD-Mitbegründer und Hamburger Wirtschaftsprofessor Bernd Lucke hat seine Vorlesung an der Universität Hamburg beinahe störenfrei halten können. Seine beiden ersten Vorlesungen waren gestört worden. 

Diesmal kritisierte eine Studentin mit Fragen und Zwischenrufen Luckes Thesen zu volkswirtschaftlich relevanten Themen und wurde offenbar durch einen privaten Sicherheitsdienst aus dem Saal geleitet, wie Teilnehmer der Vorlesung berichteten. Andere Studenten sollen sich durch sie gestört gefühlt haben. 

Bereits zuvor hatte die Universität Hamburg zahlreiche Maßnahmen ergriffen, um die Durchführung der Veranstaltung zu gewährleisten. Eine Polizei-Hundertschaft bewachte die Veranstaltung und Zivilstreifen hielten sich in Gebäudeteilen auf. 

Update, 29.10.2019, 13.45 Uhr: Nach dem zweimaligen Abbruch seiner Vorlesungen will der AfD-Mitbegründer Bernd Lucke nun seine Verfassungstreue überprüfen lassen. „Leiten Sie bitte ein Disziplinarverfahren gegen mich ein!“, forderte er die Hamburger Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank (Grüne) in einem von der Wochenzeitung „Die Zeit“ moderierten Streitgespräch auf. 

Lucke will dem Allgemeinen Studierenden-Ausschuss (AStA) der Uni Hamburg damit beweisen, dass er „stets aus innerer Überzeugung und aktiv für die Verfassung eingetreten sei“, sagte er. „Ich dürfte kein Beamter sein, wenn die Vorwürfe des AStA zuträfen.“ Die Studierendenvertretung hatte zu den Protesten gegen ihn aufgerufen. 

Fegebank reagierte im „Zeit“-Gespräch auf diese Forderung zurückhaltend. Es müsse alles getan werden, damit Luckes Vorlesungen ordnungsgemäß stattfinden können, sagte sie. Aber: „Sie haben die Partei gegründet, die heute einen rechtsextremen Weg geht. Diese Verantwortung kann Ihnen niemand abnehmen, auch ich nicht“, sagte die Wissenschaftssenatorin.

Lucke fiel mit provokativen Äußerungen auf

Nicht in Vergessenheit geraten sollte außerdem, dass Lucke, bevor er sich aus der immer stärker nach rechts abdriftenden AfD verabschiedete, mehr als einmal selbst mit provokativen Äußerungen auffiel. So bezeichnete er Migranten als „sozialen Bodensatz, der lebenslang in unseren Sozialsystemen verharrt“. Außerdem sprach Lucke nach der Bundestagswahl 2013 von „Entartungen“ in Demokratie und Parlamentarismus. Dies wurde ihm vielfach als Rückgriff auf die Zeit des Nationalsozialismus ausgelegt, wo dem Regime nicht genehme Kunst und Musik als entartet bezeichnet wurden.

Erstmeldung, 23.10.2019, 14.35 Uhr: Die Vorlesung von AfD-Mitbegründer und Wirtschaftsprofessor Bernd Lucke an der Universität Hamburg ist am Mittwoch erneut gestört worden. Etwa 10 bis 15 Demonstranten drangen in den Saal ein und skandierten Sprüche wie "Kein Recht auf Nazipropaganda", wie ein Augenzeuge berichtete. Lucke beendete die Vorlesung, verließ den Saal und fuhr mit einem Wagen davon.

Bei seiner ersten Vorlesung nach seiner Rückkehr an die Universität vor einer Woche warLucke als "Nazi-Schwein" beschimpft, körperlich bedrängt und am Reden gehindert worden. An dem Protest beteiligt waren auch Mitglieder der "Antifaschistischen Aktion" (Antifa). 

Lucke: Abgeordnete verurteilen Blockaden

Die Blockade von Veranstaltungen mit AfD-Mitbegründer Bernd Lucke und dem früheren Innenminister Thomas de Maizière (CDU) haben unterdessen im Bundestag fraktionsübergreifend für Kritik gesorgt. „Keine Ideologie, keine Überzeugung kann für sich in Anspruch nehmen, über dem Gesetz zu stehen“, betonte Parlamentsvizepräsident Wolfgang Kubicki (FDP) am Mittwoch in einer Aktuellen Stunde. Die Grünen-Abgeordnete Manuela Rottmann verurteilte derartige Blockadeaktionen als „anmaßend und dumm“.

Streit entzündete sich allerdings an der Frage, wer für die Verrohung der politischen Auseinandersetzung verantwortlich ist. Friedrich Straetmanns von der Linken sagte, die vergiftete Diskussionskultur komme von „Rechtsaußen“. Der AfD-Parlamentarier Martin Reichardt beklagte hingegen eine Einschränkung der Meinungsfreiheit durch „Gesinnungstotalitaristen“ in den Reihen von Linken, Grünen und SPD.

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Ex-Innenminister de Maizières ergriff in der Aktuellen Stunde selber das Wort und machte sich für die Meinungsfreiheit stark: „Zur Meinungsfreiheit gehört, (...) dass ein umstrittener Professor, dessen Meinung mir nicht gefällt, in Hamburg eine Vorlesung halten kann.“ Die frühere Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) betonte allerdings auch, Widerspruch gegen die AfD sei die Pflicht jedes Demokraten: „Es gibt nicht die Freiheit, unwidersprochen nationalistische Hetze zu verbreiten.“ 

tom mit dpa

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