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Gegendemonstranten mit Schild Björn Höcke Nie wieder! Keine Bühne der AfD! während einer Kundgebung der AfD zum Tag der
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„Nie wieder! Keine Bühne der AfD!“,heißt aus auf einem Plakat von AfD-Gegnern. Darauf zu sehen ist das Konterfei von Björn Höcke. (Symbolbild)

Kommentar

Die AfD und ihre „Flügel“: Gemäßigten Rassismus gibt es nicht

  • Stephan Hebel
    VonStephan Hebel
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Das Rennen um die Spitzenkandidatur für die Bundestagswahl ist jetzt auch bei der extremen Rechten eröffnet. Aber sind die Unterschiede wirklich so groß? Ein Kommentar.

Frankfurt - Wenn die AfD ein Vogel wäre, läge sie längst am Boden, denn eine Tatsache ist kaum zu bestreiten: Mit zwei rechten Flügeln kann niemand fliegen.

Dennoch ist in diesen Tagen wieder viel von „Flügeln“ die Rede, wenn es um die Partei der extremen Rechten geht. Schnell ist der gerade eröffnete Kampf um die Spitzenkandidatur als Rennen zwischen „gemäßigten“ Gefolgsleuten des Vorsitzenden Jörg Meuthen und irgendwie richtig rechten Personen aus dem Dunstkreis des aufgelösten „Flügels“ beschrieben. Aber diese Einordnungen haben ihre Risiken und Nebenwirkungen.

AfD vor der Bundestagswahl: Zwei „Flügel“, ein gemeinsamer Boden des rassistischen Wahlprogramms

„Gemäßigt“ bedeutet in dieser Partei, auf dem gemeinsamen Boden eines rassistischen Programms etwas dezenter, „bürgerlicher“ aufzutreten als die „radikalen“ Freundinnen und Freunde des Faschisten Björn Höcke. Es geht also nicht um inhaltliche Differenzen, sondern um die Frage, mit welchem Stil und welcher Rhetorik sich am besten Zustimmung einsammeln lässt für die Ideologie einer ethnisch einheitlichen, alles „Fremde“ weitgehend ausgrenzenden Nation gewinnen lässt.

Diese Unterscheidung ist keineswegs unwichtig, denn solche Auseinandersetzungen um die Form sind von inhaltlichen Fragen nie ganz sortenrein zu trennen. Aber dennoch droht das Gemeinsame – und Gemeingefährliche – der streitenden Gruppen allzu leicht aus dem Blick zu geraten, wenn wir uns an den Glauben gewöhnen, dass es in der AfD irgendjemanden gäbe, der politisch als „gemäßigt“ zu beschreiben wäre.

AfD vor der Bundestagswahl 2021: Es gibt keinen gemäßigten Rassismus

Stellen wir uns vor, diese Partei bestünde ausschließlich aus Gefolgsleuten von Jörg Meuthen. Was wäre dann gewonnen? Würde die Partei plötzlich vom Kampf gegen die „rot-grün versiffte“ Idee einer offenen Gesellschaft ablassen? Würde sie in der Migrationspolitik auch nur einen Schritt abweichen von der Ideologie der Abschottung einer ethnisch weitgehend homogenen Nation? Wären die dumpfe und pauschale Islamfeindlichkeit, das reaktionäre Familienbild oder die identitäre Deutschtümelei plötzlich verschwunden?

Nein, in all dem sind sie sich alle miteinander einig in der AfD. Wer Höhenflüge des Partei gewordenen Rassismus für die Zukunft verhindern will, sollte sich nicht allzu lang bei Betrachtungen über „Gemäßigte“ und offen Radikale aufhalten. Wichtiger ist es, dieser Partei durch demokratischen Widerstand die Flügel zu stutzen. Beide. Gemäßigten Rassismus gibt es nicht.

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