Nach einem mutmaßlichen Brandanschlag ist das Auto von AfD-Chef Tino Chrupalla (l.) abgebrannt.
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Nach einem mutmaßlichen Brandanschlag ist das Auto von AfD-Chef Tino Chrupalla (l.) abgebrannt.

Polizei sucht Zeugen

LKA ermittelt nach mutmaßlichem Brandanschlag: Auto von AfD-Chef Chrupalla abgebrannt

  • Nico Scheck
    vonNico Scheck
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In der Nacht zum Montag brennt nach einem mutmaßlichen Feueranschlag das Auto des AfD-Chefs Tino Chrupalla ab - nun ermittelt das LKA.

  • Das Auto von AfD-Chef Tino Chrupalla brennt komplett aus.
  • Es besteht der Verdacht auf Brandstiftung.
  • Co-AfD-Chef Jörg Meuthen erhebt schwere Vorwürfe.

Update vom Dienstag, 03.03.2020, 16.57 Uhr: Das Landeskriminalamt (LKA) Sachsen ermittelt im Fall des mutmaßlichen Brandanschlags auf das Auto von AfD-Chef Tino Chrupalla im nordostsächsischen Gablenz. Das Polizeiliche Terrorismus- und Extremismus-Abwehrzentrum (PTAZ) habe sich dem Fall angenommen, teilte das Landeskriminalamt (LKA) am Dienstag (03.03.2020) in Dresden mit. Eine politische Motivation für die Tat könne nicht ausgeschlossen werden. Die Polizei sucht nach Zeugen für den Vorfall: Wer etwas beobachtet habe, solle sich an das LKA oder eine Polizeidienststelle melden.

Chrupallas Wagen war in der Nacht zu Montag (02.03.2020) ausgebrannt. Nach Chrupallas Angaben hatte sein Wagen auf dem abgeschlossenen Grundstück seines Hauses gestanden. Chrupalla wohnt im nordostsächsischen Gablenz (Landkreis Görlitz). Laut Polizei konnte die Feuerwehr eine Ausbreitung der Flammen verhindern, das Auto nach dem mutmaßlichen Brandanschlag aber nicht mehr retten. Die Staatsanwaltschaft Görlitz ermittelt wegen Brandstiftung, Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch.

Auto des AfD-Vorsitzenden Tino Chrupalla ausgebrannt

Erstmeldung vom Montag, 02.03.2020: Das Auto desAfD - Vorsitzenden Tino Chrupalla ist in der Nacht zu Montag ausgebrannt. Jetzt ermittelt die Polizei wegen des Verdachts der Brandstiftung

Chrupalla teilte der Presse auf Anfrage mit, der Wagen, ein VW-Caddy, habe auf dem abgeschlossenen Grundstück seines Hauses gestanden. Der Gauland -Nachfolger wohnt im nordostsächsischen Gablenz

AfD-Politiker Chrupalla kann sein Auto nicht retten - Polizei prüft politischen Hintergrund

Nach Angaben der Polizei konnte die Feuerwehr eine Ausbreitung der Flammen verhindern, das Auto des AfD-Vorsitzenden Chrupalla aber nicht mehr retten. Die Polizei, die den Namen des AfD-Politikers nicht nannte, berichtete weiter, der Fahrzeughalter habe zunächst versucht, den Brand selbst zu löschen. Dabei erlitt Chrupalla eine Rauchvergiftung und musste ins Krankenhaus gebracht werden.

Doch schon nach einigen Stunden entließ sich der AfD-Vorsitzende selbst aus der Klinik. Jetzt werde wegen des Verdachts auf Brandstiftung ermittelt. Der polizeiliche Staatsschutz prüfe einen politischen Hintergrund, wie Polizeisprecherin Katharina Koch mitteilte.

AfD-Chef Tino Chrupalla spricht von „Angriff“ - Meuthen mit schwerem Vorwurf

Gegenüber „Bild“ klagte Chrupalla: „Bei aller Schärfe in der politischen Auseinandersetzung, aber das ist ein direkter Angriff auf meine Familie. Das überschreitet alle nur denkbaren Grenzen. Diese Eskalation muss aufhören.“ 

Das Auto von AfD-Chef Chrupalla ist ausgebrannt.

In die gleiche Kerbe schlug am Montagmorgen auch der Co-Vorsitzende der AfD, Jörg Meuthen. So zeige sich „erneut, wohin die unverantwortliche Stimmungsmache“ der anderen Parteien führe. Meuthen fordert: Politiker wie Journalisten sollten ihre verbalen Attacken gegen die AfD „endlich“ mäßigen. Denn, so ist sich Meuthen sicher: „Extremisten verstehen diese als Aufforderungen zu schlimmsten Straftaten.“ 

AfD: Chrupalla poltert via Twitter

Tino Chrupalla selbst meldete sich via Twitter zu Wort und betonte: „Dieser Brandanschlag auf meine Familie und mich ist ein weiterer Beweis für das, wovor ich gewarnt und weshalb ich alle politischen Akteure zur Mäßigung und Selbstreflexion aufgerufen habe.“ Alle „gesellschaftlichen Kräfte“ seien gefordert.

Chrupalla ist seit knapp drei Monaten AfD - Chef. Vor seinem Einzug in den Bundestag hatte er als Malermeister gearbeitet. Bei der Wahl zum Parteichef setzte er sich gegen den Bundestagsabgeordneten Gottfried Curio durch. Dieser sorgt im Bundestag mit Sätzen wie „Islamismus ist nur angewandter Islam“ bei anderen Parteien regelmäßig für Empörung.

mit dpa

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