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Björn Höcke (AfD) bei einer Kundgebung auf einem Marktplatz in Sachsen-Anhalt.
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Nach einer AfD-Veranstaltung mit dem Thüringer Landeschef Björn Höcke rufen mehrere Personen „Sieg Heil“. (Archivbild)

Nazi-Skandal

„Sieg Heil“-Rufe nach Auftritt von Björn Höcke: „In AfD-Kreisen ist das normal“

  • Tim Vincent Dicke
    VonTim Vincent Dicke
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In Grimma rufen nach einer Kundgebung mit Björn Höcke (AfD) mehrere Personen Nazi-Parolen. „Wir sind alle rechtsradikal“, hallt es durch die sächsische Stadt.

Grimma – Am Donnerstag (09.09.2021) hat der Thüringer Landeschef der AfD*, Björn Höcke*, eine Kundgebung im sächsischen Grimma (Landkreis Leipzig) abgehalten. Dabei ereignete sich ein Neonazi-Skandal: In sozialen Medien tauchten Videos auf, in denen rechtsextreme Parolen zu hören sind. Männer rufen unter anderem „Sieg Heil“.

Eine Sprecherin der Polizei Leipzig sagte gegenüber dem Nachrichtenportal T-Online: „Wir können die Echtheit der Videos bestätigen.“ Wegen der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen seien zwei Personen angezeigt worden. „Wir haben zwei Tatverdächtige, gegen die Anzeige erhoben wurde.“

Björn Höcke bei AfD-Kundgebung in Grimma: Gruppe ruft „Wir sind alle rechtsradikal“

In einem Video auf Twitter, das offenbar am Rande der Höcke-Kundgebung aufgenommen wurde, grölen mehrere Männer: „Zicke Zacke, Hoi, Hoi, Hoi! Sieg Heil, Sieg Heil, Sieg Heil!“ Später rufen sie „Wir sind alle rechtsradikal, rechtsradikal, rechtsradikal!“ Auf Twitter teilte die Polizei Sachsen mit, die beiden bisher festgestellten Tatverdächtige seien 22 und 55 Jahre alt.

Nach den rechten Parolen stellt der Filmer die Gruppe zur Rede und fragt, ob sie die Parolen gerufen hätten, um Gegendemonstrant:innen von der „Antifa“ zu provozieren – oder Adolf Hitler* tatsächlich eine „Vorbildfunktion“ für sie hätte. Ein junger Mann mit Deutschlandflagge sagt an einen seiner Kollegen gerichtet: „SS, SA, Germania“. Ein anderer – mit AfD-Flagge in der Hand – antwortet auf die Frage mit den Worten: „Nicht unbedingt, wir sind einfach nur gegen Antifaschisten.“

„Sieg Heil“-Rufe nach Veranstaltung mit Björn Höcke (AfD): Rechtsradikale sehen sich im Recht

Neben der AfD-Versammlung auf dem Marktplatz in Grimma mit rund 250 Personen hatte es nach Angaben der Polizei zwei Gegenproteste unter den Mottos „Klimaschutz* heißt Antifaschismus“ und „Klimaschutz bleibt Antifaschismus“ gegeben. An diesen hätten jeweils Protestierende im „mittleren bis oberen zweistelligen Bereich“ teilgenommen, hieß es.

Von einem der Gegenproteste sei am Abend über eine Anlage laute Musik abgespielt worden, „sodass die Redebeiträge der AfD-Veranstaltung nicht mehr zu hören waren und diese kurzzeitig unterbrochen werden mussten“, schrieb die Polizei in einer Mitteilung. Von der rechten Gruppe wurde eben diese Musikbeschallung als Rechtfertigung für die nationalsozialistischen Rufe genutzt. „Wenn sie mit der lauten Mucke provozieren, können wir auch so provozieren“, sagt einer in dem Video.

Ein mutmaßlich alkoholisierter Mann aus der grölenden Gruppe, der nach eigenen Angaben „was gegen Ausländer hat, die herkommen und nicht arbeiten“, stimmt zu, dass das ein legitimer Grund für die Nazi-Sprüche sei.

„Sieg Heil“-Rufe nach Auftritt von Björn Höcke (AfD): Polizei greift nicht sofort ein

Zu sehen ist in dem Video außerdem, wie zwei Polizisten an der Gruppe vorbeilaufen, als „Sieg Heil“ gerufen wird. Sie greifen allerdings nicht unmittelbar ein. Dieser Umstand sorgt bei vielen Nutzer:innen auf Twitter für Unverständnis. Die Polizeisprecherin teilte gegenüber T-Online mit: „Dazu kann ich nichts sagen.“ Aus taktischen Gründen würden Beamte nicht immer sofort einschreiten, formulierte sie. „Da geht meistens ein riesen Tumult los und da ist es manchmal besser, noch etwas zu warten.“

Komme Björn Höcke, werde halt auch einmal „Sieg Heil“ gerufen, konstatierte der Leipziger Grünen-Politiker Jürgen Kasek auf Twitter. „In AfD Kreisen ist das normal.“ Der Leiter der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, Jens-Christian Wagner, forderte die Polizei dazu auf, Ermittlungen wegen des Verdachts der Volksverhetzung aufzunehmen. „Hoffentlich ermittelt die Polizei nach § 130 StGB“, schrieb Wagner. (tvd) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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