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Jugendgefährdend: Antisemitismusbeauftragter will Höcke-Buch auf dem Index

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Von: Katja Thorwarth

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AfD-Politiker brachte 2018 einen Gesprächsband heraus - der soll nun auf den Index.
AfD-Politiker brachte 2018 einen Gesprächsband heraus - der soll nun auf den Index. © Martin Schutt/dpa

2018 legte AfD-Politiker Björn Höcke einen Gesprächsband vor. Der soll nun auf den Index wegen Jugendgefährdung.

Wiesbaden/Frankfurt – 2018 erschien ein Buch des AfD-Politikers Björn Höcke, das als Gesprächsband mit dem Publizisten Sebastian Hennig angelegt ist. 306 Seiten dick ist das Gespräch „jenseits von Färbungen und Verleumdungen der Mainstreampresse“, wie es der Verlag einst bewarb. Doch nun soll das Buch auf den Index.

Zumindest, wenn es nach dem hessischen Antisemitismusbeauftragten Uwe Becker geht. Der will das Höcke-Buch auf den Index setzen lassen. Am Donnerstag (1. September) werde er bei der Bundeszentrale für Kinder- und Jugendmedienschutz in Bonn für die Einstufung des Buchs als jugendgefährdend eintreten, teilte der CDU-Staatssekretär in Wiesbaden mit. Nach eigenen Angaben hat Becker bereits im März 2020 mit einer Anregung an die Bundeszentrale die Initiative dafür ergriffen. Nun stehe der offizielle Verhandlungstermin dafür an.

Buch von Björn Höcke soll auf den Index - geht es nach dem hessischen Antisemitismusbeauftragten

„Dieses Buch ist aus meiner Sicht eindeutig jugendgefährdend und gehört daher nicht in junge Hände“, sagte der Antisemitismusbeauftragte der hessischen Landesregierung Becker, der zugleich Staatssekretär im Wiesbadener Europaministerium ist. Er sprach von einer „Ansammlung von Verschwörungstheorien, Antisemitismus und rechtsextremistischem Gedankengut“.

Auch das Familienbild ist rückschrittlich angelegt. So werden dort die angeblichen Unterschiede zwischen Mann und Frau thematisiert. Demnach sei das Männliche geprägt durch „Wehrhaftigkeit, Weisheit und Führung“, während der Frau „Intuition, Sanftmut und Hingabe“ innewohnten.

Höcke-Buch: „Geprägt vom Ungeist des Neofaschismus“

Zudem vermittle das Buch von Björn Höcke durch seine hochgradig suggestive Interviewführung ein verächtlich machendes Bild des Landes, fördere den Rassismus und könne dadurch gerade junge Menschen verstören und sie auf neofaschistische Irrwege leiten. „Daher sollte dieses Buch auch als jugendgefährdend eingestuft werden“, forderte Becker. Höckes Buch sei geprägt vom Ungeist des Neofaschismus und trage zur Vergiftung des gesellschaftlichen Klimas bei. „Es gehört auf keinen Fall in die Regale von Jugendzimmern, und dies werde ich am Donnerstag sehr deutlich vortragen“, kündigte der hessische Antisemitismusbeauftragte an. (ktho/epd)

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