Schwangerschaftsabbruch

Ärztinnen noch unsicher

Liste zu Abtreibungen wächst nur langsam.

Die offizielle Informationsliste mit Ärztinnen und Ärzten, die Abtreibungen vornehmen, wächst langsam weiter. Ein Jahr nach dem Start haben sich mittlerweile 327 Mediziner freiwillig eintragen lassen, wie die Bundesärztekammer auf Anfrage mitteilte. Die Bundesärztekammer hatte die Liste am 29. Juli 2019 online gestellt. Sie war Teil der Reform von Paragraf 219a des Strafgesetzbuches zum sogenannten Werbeverbot für Schwangerschaftsabbrüche. Die Organisation beklagte, dass Ärztinnen, die auf der Liste geführt werden, teils Drohungen und Gewalthandlungen ausgesetzt seien. Sie sollten daher besser geschützt werden.

Nach dem Kompromiss der großen Koalition von Anfang 2019 dürfen Ärztinnen und Ärzte öffentlich machen, dass sie Schwangerschaftsabbrüche vornehmen – weitere Informationen etwa über Methoden sind aber nicht erlaubt. Auf Kritik war gestoßen, dass die Liste zum Start zunächst nur bundesweit 87 Einträge umfasste. Vom Verein „pro familia“ hieß es, dass „die versprochene Verbesserung der Information“ nicht eingetreten sei. Die Liste sei unvollständig und werde das auch bleiben, solange Schwangerschaftsabbrüche im Strafgesetzbuch stünden und Ärzte zu Recht befürchten müssten, dass Gegner sie nach einer öffentlich zugänglichen Bekanntgabe verfolgten oder belästigten. (dpa)

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