Zeugenvernehmung fraglich

Absprache im Holzer-Prozess

Der Geschäftsmann Dieter Holzer ist wegen uneidlicher Falschaussage und Fluchthilfe angeklagt. Die Vorwürfe könnten gegen eine Bewährungsstrafe und eine Zahlung von 250.000 Euro fallen gelassen werden.

Augsburg (dpa) - Im Augsburger Prozess gegen den umstrittenen Geschäftsmann Dieter Holzer haben Verteidigung, Staatsanwaltschaft und die Kammer zur Beschleunigung des Verfahrens eine Absprache getroffen. Demnach könnte der Lobbyist wegen Fluchthilfe für den früheren Rüstungsstaatssekretär Ludwig-Holger Pfahls eine neunmonatige Bewährungsstrafe bekommen und eine Geldauflage in Höhe von 250.000 Euro bezahlen. Der Vorwurf der uneidlichen Falschaussage würde fallengelassen. Einen entsprechenden Bericht der "Augsburger Allgemeinen" (Donnerstag) bestätigte der Vorsitzende Richter am Landgericht, Karl-Heinz Haeusler, am Mittwochabend.

Damit sei die ursprünglich für Donnerstag geplante weitere Zeugenvernehmung fraglich. Gleich zu Verhandlungsbeginn um 9 Uhr werde er das Ergebnis der Absprache öffentlich verkünden und damit auch den Schöffen und dem Angeklagten zur Kenntnis geben, die bei dem Treffen am Mittwochnachmittag nicht dabei waren, sagte Haeusler. Wenn auch diese Seiten das Ergebnis akzeptierten, werde auf eine weitere Zeugenvernehmung verzichtet. Im Fall einer Ablehnung würde die Beweisaufnahme fortgesetzt. Einer der weiteren geladenen Zeugen war der frühere Staatssekretär im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit, Siegfried Lengl (CSU).

Holzer war ursprünglich wegen uneidlicher Falschaussage und Fluchthilfe angeklagt. Er sollte in einem früheren Verfahren gegen den inzwischen frei gesprochenen Politikersohn Max Strauß falsche Angaben über ein Darlehen von rund 100.000 Euro gemacht haben. Dem inzwischen rechtskräftig verurteilten früheren Rüstungsstaatssekretär und Ex-Verfassungsschutzpräsidenten Pfahls soll er bei dessen fünfjähriger Flucht vor den Zielfahndern des Bundeskriminalamts geholfen haben.

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