Afghanistan

Abkommen mit Taliban rückt näher

Weniger Gewalt während Deeskalationsphase.

Ein Abkommen zwischen den Taliban und den USA wird zunehmend wahrscheinlicher: Die vereinbarte Woche der „Gewaltreduzierung“ in Afghanistan ist bislang weitgehend ruhig verlaufen. Das berichten Behördenvertreter und Bewohner Afghanistans. Die USA hatten die Woche zur Vorbedingung gemacht, um ein Abkommen mit den Taliban zu schließen.

In der unruhigen Provinz Balch etwa habe es in den vergangenen sechs Tagen lediglich zwei Angriffe auf Sicherheitskräfte gegeben, sagte ein Provinzrat am Freitag. Davor seien es mehrere täglich gewesen. Aus dem östlichen Nangarhar hieß es, man habe keinen einzigen Angriff verzeichnet. In den Monaten zuvor seien dort jede Woche 20 Sicherheitskräfte ums Leben gekommen.

Die USA und die Taliban verhandeln seit Juli 2018 über eine politische Lösung des Konflikts. Der Krieg in Afghanistan ist der längste in der Geschichte der USA. Jüngst hatten die Vereinigten Staaten mit den militant-islamistischen Taliban eine siebentägige Deeskalationsphase vereinbart. Diese startete am vergangenen Samstag. Sollte sie positiv verlaufen und die Taliban Kontrolle über ihre Kämpfer und ihren Willen zu Frieden beweisen, plane man für Samstag die Unterzeichnung eines USA-Taliban-Abkommens, hieß es aus Washington.

Das Abkommen soll den Abzug der US-Truppen aus dem Land einleiten. Im Gegenzug sollen die Taliban Garantien geben, dass das Land kein Unterschlupf mehr für Terroristen wird und sie Friedensgespräche mit der Regierung in Kabul aufnehmen.

Auch Bewohner von durch Taliban kontrollierten Gebieten berichteten von ruhigen Tagen. Gulbuddin Gulbuddin aus dem Bezirk Tschahar Darah der nördlichen Provinz Kundus sagte, es habe keine Gefechte gegeben. Die Menschen beteten in den Moscheen für Frieden. Niemand habe Angst vor Luftschlägen der Regierung oder der USA gehabt. 

dpa

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