Jutta Ditfurth gründete nach ihrem Austritt bei den Grünen eine eigene Partei: Ökolinx.
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Jutta Ditfurth gründete nach ihrem Austritt bei den Grünen eine eigene Partei: Ökolinx.

Die Grünen

Abgänger sehen sich zumeist weiter links

  • Thomas Kröter
    vonThomas Kröter
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Etliche Prominente aus der Gründungsgeneration der Partei sind in der Publizistik gelandet.

Berlin. Angelika Beer ist nicht die erste einst prominente Grüne aus der Gründungsgeneration der "Anti-Parteien-Partei", die ihrer politischen Heimat den Rücken gekehrt hat. Meist standen sie links und monierten, wie jetzt die Europa-Abgeordnete, dass es "nur noch um das Erringen von Macht" gehe. Prominentestes Beispiel: die streitbare Jutta Ditfurth (57). Die frühere Vorstandssprecherin gehörte für "ÖkoLinX" von 2001 bis 2008 dem Frankfurter Stadtparlament an. Sie ist heute eine erfolgreiche Autorin von Romanen und Sachbüchern, zuletzt über Ulrike Meinhof und Rudi Dutschke.

Auch zwei andere grüne Altlinke sind in der Publizistik gelandet: Jürgen Reents (Jahrgang 1949), wie viele Altersgenossen vom Kommunistischen Bund zu den Grünen gekommen, für die er in den 80er Jahren im Bundestag saß, ist heute Chefredakteur des Neuen Deutschland - des einstigen Zentralorgans der SED. Ganz so ernst war Thomas Ebermann nie. Der 58-jährige Hamburger, auch als Kettenraucher in der Minderheit, ist ein brillanter Polemiker an der Grenze zum Kabarett. Der Hamburger schreibt für das linke Traditionsblatt Konkret und tritt mit seinem alten Kumpel Rainer Trampert zu politisch-satirischen Lesungen auf. Trampert war mal Vorstands-, Ebermann Fraktionssprecher der Grünen im Bundestag. 1987 hatte er sich gegen den späteren SPD-Innenminister Otto Schily, damals noch ein Grüner, durchgesetzt.

Nachdem es in der Gründungsphase der Grünen heftige Kämpfe mit konservativen Umweltschützern gegeben hatte, etwa mit dem Ex-CDU-Politiker Herbert Gruhl, zog es nur noch wenige nach rechts aus der Partei. Gruhl gründete in den 80ern die Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP), die heute vor allem in Bayern aktiv ist. Einen bunten Weg ging Wolf-Dieter Hasenclever. Der 64-jährige Ex-Sozialdemokrat war von 1980 an Chef der ersten grünen Landtagsfraktion in Baden-Württemberg. 2001 trat er der FDP bei und ist heute im schwarz-gelben Niedersachsen Präsident des Amtes für Lehrerbildung.

Ganz selten sind direkte Wechsel zur CDU. 2008 vollzog ihn Oswald Metzger, in den 90ern renommierter Haushaltsexperte der Grünen-Bundestagsfraktion. Sein Versuch, für die neue Partei zum Bundestag zu kandidieren, schlug allerdings fehl. Kein Mandat, aber ein CDU-Amt bekam die frühere Stuttgarter Landtagsabgeordnete Heike Dederer. Die 39-Jährige ist heute CDU-Sprecherin in Hessen. Mit ihrem Schritt von den Grünen zur Linkspartei brachten Rüdiger Sagel und Barbara Spaniol dieser ihre ersten Landtagsmandate in Düsseldorf und Saarbrücken.

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