Türkei

3000 Häftlinge hungern für Öcalan

  • schließen

Immer mehr Häftlinge demonstrieren mit Hungerstreiks für PKK-Chef Abdullah Öcalan.

In der Türkei demonstrieren immer mehr Häftlinge mit Hungerstreiks für den PKK-Chef Abdullah Öcalan. Sie wollen mit ihrer Aktion bessere Haftbedingungen für Öcalan erreichen, der seit 1999 eine lebenslange Haftstrafe auf der Gefängnisinsel Imrali im Marmarameer verbüßt. Die kurdische Arbeiterpartei PKK wird von der Türkei, der Europäischen Union, den USA und vielen anderen Ländern als Terrororganisation eingestuft.

Nach Angaben der türkischen Menschenrechtsvereinigung IHD beteiligen sich 2983 überwiegend kurdische Gefangene in 90 Haftanstalten an dem Hungerstreik. Das kurdische Zentrum für Öffentlichkeitsarbeit Civaka Azad spricht sogar von rund 7000 Gefangenen im Hungerstreik. Sie nehmen keine feste Nahrung, sondern nur Vitamine, Salz und Zuckerlösungen zu sich. Begonnen hatte die Aktion im November 2018, als die inhaftierte kurdische Abgeordnete Leyla Güven in den Hungerstreik trat. Sie wurde inzwischen entlassen und setzt ihren Hungerstreik zu Hause fort. Wie Civaka Azad meldete, haben 15 Gefangene am Dienstag dieser Woche ein „Todesfasten“ begonnen. Sie verweigern nun auch die Aufnahme von Vitaminen.

Öcalan wurde Ende Juni 1999 wegen Hochverrats zum Tode verurteilt. Das Urteil wurde nach der Abschaffung der Todesstrafe 2002 in lebenslange Haft umgewandelt. Er ist stark isoliert. Fast 800 Besuchsanträge lehnten die Behörden ab.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion