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Pandemie-Lage: Ampel-Koalition debattiert über Corona-Regeln ab dem 20. März

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Von: Jennifer Greve

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Das RKI informiert über die aktuellen Corona-Fallzahlen für Deutschland. Die Ampel-Koalition diskutiert die Neufassung des auslaufenden Infektionsschutzgesetzes.

+++ 16 Uhr: Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) will im künftigen Infektionsschutzgesetz eine Sonderregelung für Corona-Hotspots festschreiben, die weiterreichende Schutzmaßnahmen zulässt. Nach dem Auslaufen der bisherigen Schutzregelungen am 20. März 2022 sollen die Länder in der Regel nur noch Basisschutzmaßnahmen wie Maskentragen, Abstandhalten und Hygienevorschriften anordnen können, sagte Lauterbach am Freitag in Berlin. Er wünsche sich allerdings „darüber hinausgehende Regelungen“ für Corona-Hotspots mit besonders starkem Infektionsgeschehen.

Das neue Gesetz müsse „uns Möglichkeiten geben“ für einen effektiven Kampf gegen die Pandemie, sagte Lauterbach. Dazu zähle für ihn auch eine Hotspot-Regelung. „Damit wären wir gut vorbereitet für den Herbst“, wenn eine neue Pandemiewelle zu erwarten sei. Die Koalition arbeite derzeit „intensiv“ an der Neufassung des Infektionsschutzgesetzes, sagte der Minister. Sie werde den Fraktionen „in Kürze“einen Entwurf präsentieren können. In der Ampel-Koalition drängt vor allem die FDP darauf, nach dem Auslaufen der bisherigen Schutzregelungen so wenig Einschränkungen wie möglich fortzuführen.

Lauterbach zeigte sich zuversichtlich, dass das Gesetzgebungsverfahren bis zum 20. März über die Bühne gebracht werden könne. „Wir sind noch in der Zeit“, sagte er. „Es gibt keinen Grund anzunehmen, dass eine Lücke entstehen könnte zwischen dem Auslaufen der jetzigen Regelung und dem Bestand der neuen Regelung.“

Maske tragen, Abstand halten und Co. 
 - welche Corona-Regeln gelten ab dem 20. März in Deutschland. Die Ampel-Koalition debattiert über eine Neufassung des Infektionsschutzgesetzes. (Symbolbild)
Maske tragen, Abstand halten und Co. - welche Corona-Regeln gelten ab dem 20. März in Deutschland. Die Ampel-Koalition debattiert über eine Neufassung des Infektionsschutzgesetzes. (Symbolbild) © Michael Gstettenbauer/Imago

Corona-Lage: Lauterbach warnt vor Omikron-Variante „BA.2“ – „Fallzahlen könnten wieder steigen“

Update vom Freitag, 25.02.2022, 11.00 Uhr: „Wir müssen vorsichtig sein, dass wir nicht glauben, die Pandemie sei vorbei“, warnte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach am Freitag (25.01.2022). Auch wenn der Scheitelpunkt der Omikron-Welle erreicht sei, könnten die Fallzahlen angesichts des ansteckenderen Untertyps BA.2 möglicherweise wieder steigen. Er hält auch nach der angepeilten Lockerung von Corona-Beschränkungen weiterhin Schutzvorkehrungen für nötig.

Der Minister appellierte erneut an alle Bundesländer, für eine Beschleunigung der beschlossenen Öffnungsschritte gebe es „überhaupt keine Spielräume“. Nach einem Drei-Stufen-Plan von Bund und Ländern sollen die meisten tief gehenden Beschränkungen zum 20. März fallen. Die bundesweite Rechtsbasis für solche Maßnahmen läuft am 19. März aus – ein Basisschutz jedoch weiter möglich bleiben. Dafür wird eine neue bundesweite Rechtsgrundlage angestrebt. Lauterbach betonte, dafür müsse es ein „substanzhaltiges Gesetz“ geben, er vertrete hierbei eine vorsichtige Position. Nötig seien auch Regelungen für mögliche Maßnahmen, um bei regionalen Ausbrüchen schnell zu reagieren.

Lauterbach wandte sich ausdrücklich dagegen, einen „Freedom Day“ mit dem Wegfall aller Maßnahmen zu erwarten. Er gehe davon aus, dass sich das Virus von einem „Freedom Day, den wir feiern würden, in keiner Weise beeindrucken lässt“. Dies vermittele also Sicherheit, die es aber nicht gebe. Der Minister bekräftigte, dass weite Öffnungen wie in anderen Staaten hierzulande wegen vieler Ungeimpfter bei den Über-60-Jährigen kein Vorbild seien. „Deutschland muss einen Sonderweg gehen, weil wir eine Sondersituation haben.“

Corona-Fallzahlen: RKI meldet mehr als 210.000 Neuinfektionen in Deutschland

Erstmeldung vom Freitag, 25.02.2022, 06.00 Uhr: Frankfurt – In Deutschland ist die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz erneut gesunken. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Freitagmorgen (25.02.2022) mit 1259,5 an. Zum Vergleich: Am Donnerstag hatte der Corona-Wert bei 1265,0 gelegen. Vor einer Woche lag die bundesweite Inzidenz bei 1371,7 (Vormonat: 894,3).

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 210.743 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.00 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche waren es 220.048 Ansteckungen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 14.399.012 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

In Deutschland werden Menschen weiterhin auf Corona getestet. Das RKI informiert über die Fallzahlen. (Symbolbild)
In Deutschland werden Menschen weiterhin auf Corona getestet. Das RKI informiert über die Fallzahlen. (Symbolfoto) © Ying Tang/Imago Images

Corona in Deutschland (25.02.2022): RKI meldet aktuelle Fallzahlen

Experten gehen von einer hohen Zahl an Fällen aus, die in den RKI-Daten nicht erfasst sind. Ein Grund sind die begrenzten Kapazitäten etwa von Gesundheitsämtern, oft werden Kontakte nur noch eingeschränkt nachverfolgt. Zudem gibt es nach Einschätzung des Laborverbands ALM inzwischen eine größere Zahl von Menschen, deren Infektion nicht mehr über einen PCR-Test bestätigt wird – diese Infektionen fließen damit nicht in die offiziellen Statistiken ein.

Corona in Deutschland: Entwicklung der Fallzahlen im Wochenüberblick

TagNeuinfektionen | Todesfälle | Inzidenz
Freitag (25.02.2022)210.743 | 226 | 1259,5
Donnerstag (24.02.2022)216.322 | 243 | 1265,0
Mittwoch (23.02.2022)209.052 | 299 | 1278,9
Dienstag (22.02.2022)125.902 | 306 | 1306,8
Montag (21.02.2022)73.867 | 22 | 1346,8
Sonntag (20.02.2022)118.032 | 73 | 1346,3
Samstag (19.02.2022)189.105 | 210 | 1350,4
Freitag (18.02.2022)220.048 | 264 | 1371,7

Corona-Fallzahlen in Deutschland: RKI meldet 226 Todesfälle in 24 Stunden

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 226 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 264 Todesfälle. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 122.371.

Die Zahl der in Kliniken gekommenen Corona-infizierten Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Donnerstag mit 6,27 an (Mittwoch mit 6,34). Darunter sind auch viele Menschen mit positivem Corona-Test, die eine andere Haupterkrankung haben. Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Freitag mit 10.629.300 an.

Eine Studie ermöglicht neue Erkenntnisse zu Corona-Antikörpern – und verleitet zu einem fatalem Trugschluss. (jey/dpa)

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