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Bis 2026: Finnland will drei Meter hohen Zaun an Grenze zu Russland fertigstellen

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Von: Sandra Kathe

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Weil sich die Sicherheitslage an der finnisch-russischen Grenze „grundlegend geändert“ habe, will Finnland seine Grenzmaßnahmen verschärfen.

Helsinki – Aufgrund von Sicherheitsbedenken in Folge des Ukraine-Kriegs hat Finnland am Freitag seine Pläne vorgestellt, rund 200 Kilometer seiner Grenze mit Russland mit einem über drei Meter hohen Zaun zu schützen. Der Zaun soll mit Stacheldraht und an besonders sensiblen Stellen mit Nachtsichtkameras, Scheinwerfern und Lautsprechern bestückt werden.

Geplant sei die Fertigstellung des Bauprojekts, das Brigadegeneral Jari Tolppanen für den finnischen Grenzschutz präsentiert hat, für 2026. Baustart soll bereits im kommenden Jahr sein. An Kosten würden laut Tolppanen 380 Millionen Euro eingeplant. Wie der Fernsehsender CNN berichtet, ist die neue Grenzbefestigung für eine Länge von bis zu 260 Kilometer geplant.

Über weite Strecken besteht Grenze zwischen Finnland und Russland bislang aus einem einfach Holzzaun.
Über weite Strecken besteht Grenze zwischen Finnland und Russland bislang aus einem einfach Holzzaun. (Archivfoto) © Lauri Heino/imago-images.de

Folge des Ukraine-Kriegs: Finnland sperrte seine Grenze Ende September

Mit ein Grund für das Projekt ist nach Einschätzung der Nachrichtenagentur AFP womöglich eine Situation im vergangenen Winter als unzählige Geflüchtete aus Krisengebieten nach Belarus gelockt und auf grausame Weise an der Grenze zu Polen ausgesetzt worden waren. Auch Finnland befürchtet nun, dass Moskau Helsinki ebenfalls mit Migrant:innen unter Druck setzen könnte. Die finnische Grenze war über Monate einer der letzten einfachen Wege für Russ:innen in den Westen, nachdem viele Länder Grenzen und Luftraum in Folge des Ukraine-Kriegs bereits für russische Staatsbürger:innen gesperrt hatten.

Die Sperrung der Grenze zwischen Finnland und Russland folgte dann Ende September als nach Wladimir Putins Ankündigung einer Teilmobilisierung Zehntausende Russ:innen das Land verlassen wollten. In einer Stellungnahme teilte das finnische Außenministerium damals mit: „Die Regierung befürchtet, dass die russische Mobilisierung und die deutlich zunehmenden Touristenzahlen nach Finnland, beziehungsweise über Finnland in andere Länder, die internationale Position Finnlands sowie unsere internationalen Beziehungen gefährdet.“ Der Grenzübertritt aus humanitären Gründen bliebe jedoch generell möglich, heißt es.

Statt einfachen Holzzäunen: Neue Grenzbefestigung zwischen Finnland und Russland

Auch Tolppanen betonte, dass Finnland die Sicherheitslage seit Beginn des Ukraine-Kriegs „grundlegend“ anders einschätze, und die bisherige Lösung, die in der Vergangenheit „gut funktioniert“ hätte, nun nicht mehr zwingend als ausreichend ansieht. Bisher wurden Finnlands Grenzen hauptsächlich von leichten Holzzäunen gesichert, die vor allem Vieh davon abhalten sollen, auf die falsche Seite zu wandern.

Der Plan für den neuen Grenzzaun ist nur eine der Folgen aus einer Reihe Gesetzesänderungen, die der Nato-Kandidat Finnland im Juli verabschiedet hat. Die Gesetze erlauben es Finnland außerdem, die Grenzen zu schließen und Asylbewerber:innen an bestimmten Orten festzuhalten. (ska mit AFP)

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