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Schweden-Wahl: Regierungschefin Andersson tritt zurück – Kristersson mit hauchdünner Mehrheit

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Von: Florian Naumann, Helena Gries, Karolin Schäfer, Nail Akkoyun

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Der letzten Stimmungsauszählung zufolge hat das rechte Lager eine knappe Mehrheit bei den Parlamentswahlen in Schweden erreicht. Andersson kündigt ihren Rücktritt an.

Schweden-Wahl: Regierungschefin Andersson tritt zurück – Kristersson mit hauchdünner Mehrheit

Update vom Donnerstag, 15. September, 05.20 Uhr: Nach einer dramatischen Parlamentswahl steht Schweden vor einem politischen Rechtsruck. Die sozialdemokratische Ministerpräsidentin Magdalena Andersson räumte am Mittwochabend den knappen Wahlsieg des konservativ-rechten Lagers ein und will den Parlamentspräsidenten Andreas Norlén am Donnerstag (15. September) um die Entlassung aus ihrem Amt bitten.

Danach kann sich der konservative Spitzenkandidat Ulf Kristersson aufmachen, eine Regierungsgrundlage mit seinem Lager auszuloten. Gerade die Rolle der rechtspopulistischen Schwedendemokraten nach deren überaus starkem Wahlresultat dürfte dabei im Fokus stehen.

Schwedische Ministerpräsidentin Andersson tritt nach Wahl zurück
Die schwedische Ministerpräsidentin Magdalena Andersson hat ihren Rücktritt bekannt gegeben. © Jessica Gow

Nach Auszählung fast aller Stimmen kommt der Vier-Parteien-Block von Kristersson, einschließlich der Schwedendemokraten, auf 176 Mandate, Anderssons Lager auf 173. 175 sind für eine Mehrheit im 349 Sitze fassenden Reichstag von Stockholm notwendig.

Schweden: Regierungschefin Magdalena Andersson tritt zurück

Update vom Mittwoch, 14. September, 20.00 Uhr: Drei Tage nach der umkämpften Parlamentswahl in Schweden hat sich Regierungschefin Magdalena Andersson geschlagen gegeben. Das konservativ-rechte Lager habe eine knappe Mehrheit erhalten, am Donnerstag (15. September) werde sie deshalb ihren Rücktritt als Ministerpräsidentin einreichen, sagte die Sozialdemokratin am Mittwochabend in Stockholm.

Schweden-Wahl: Rechtes Lager laut Hochrechnungen mit hauchdünner Mehrheit

+++ 14.02 Uhr: Der Schweden-Krimi ist noch nicht zu Ende: Nach einer denkwürdigen Parlamentswahl samt Kopf-an-Kopf-Rennen haben die rechtspopulistischen Schwedendemokraten ihren bisher größten Wahlerfolg eingefahren. Obwohl Ministerpräsidentin Magdalena Andersson mit ihren Sozialdemokraten erneut klar stärkste Kraft wird, deuten die bisherigen Zahlen darauf hin, dass sie ihre Regierungsgrundlage verlieren könnte. Grund dafür ist, dass sich der konservative Block um Herausforderer Ulf Kristersson den Schwedendemokraten angenähert hat und mit ihnen nun auf eine minimale Mehrheit kommen könnte.

Zu dem Ergebnis hat sich auch die AfD bereits zu Wort gemeldet: „Wir gratulieren Jimmie Åkesson und seinen Schwedendemokraten zu ihrem sensationellen Erfolg bei der Parlamentswahl“, schreiben die Bundessprecher Alice Weidel und Tino Chrupalla in einem gemeinsamen Statement. „Noch sind nicht alle Stimmen ausgezählt, aber offenbar werden die Schwedendemokraten zweitstärkste Kraft. Es scheint eine konservative Mehrheit für Schweden zu geben. Eine Zeitenwende für das skandinavische Land.“ Die „überbordende Kriminalität“ sowie eine „ungebremste Migration“ hätten die Bevölkerung zum Umdenken gebracht.

+++ 10.35 Uhr: Schweden steht am Montagvormittag weiter ohne Wahlergebnis da. Nach einem denkwürdigen Wahlabend muss sich das skandinavische Land auf ungewisse Zeiten gefasst machen. Bricht das Land nun auseinander? Ein Kommentar zur Wahl.

Schweden hatte am Sonntag einen dramatischen Wahlkrimi erlebt. Anderssons Sozialdemokraten wurden zwar klar stärkste Kraft, doch ein Vier-Parteien-Block ihres konservativen Herausforderers Ulf Kristersson einschließlich der rechtspopulistischen Schwedendemokraten lag in der Nacht mit äußerst knappem Vorsprung vor dem linksgerichteten Lager der Regierungschefin.

Nach Auszählung von knapp 95 Prozent der Stimmen sieht die Wahlbehörde den Kristersson-Block bei 175 von 349 Sitzen, Anderssons Lager bei 174. Dem Rundfunk zufolge trennten die beiden Lager da nur etwa 47.000 Stimmen. Frühestens am Mittwoch soll nun das vorläufige Ergebnis feststehen, nachdem letzte Stimmen ausgezählt wurden.

+++ 06.22 Uhr: Bei der Parlamentswahl in Schweden steuert das rechte Lager laut Hochrechnungen auf einen hauchdünnen Sieg über das linke Wahlbündnis von Ministerpräsidentin Magdalena Andersson zu. Der in der Nacht zu Montag nach Auszählung von 93 Prozent der Wahlbezirke veröffentlichten Hochrechnung zufolge liegt das rechte Lager mit 176 Sitzen im Parlament nur wenige Sitze vor dem Linksbündnis mit 173 Mandaten. Die Wahlbehörden des Landes kündigten allerdings an, dass mit einem endgültigen Ergebnis erst ab Mittwoch zu rechnen sei. 

Schweden-Wahl: Rechtes Lager bei Wahl in Schweden laut Hochrechnungen mit hauchdünner Mehrheit

Update vom Montag, 12. September, 2.25 Uhr: Der Wahlabend in Schweden neigt sich seinem Ende entgegen – noch nicht aber das Warten auf ein Endergebnis. Nach Auszählung von 93 Prozent der Wahlbezirke zeigt sich aber eine Tendenz: Nach Berechnungen des Senders SVT liegt der „Rechtsblock“ um die rechtspopulistischen Schwedendemokraten und die konservativen Moderater mit 176 zu 173 Mandaten in Führung.

Angesichts dessen könnten nun Konservativen-Chef Ulf Kristersson erster Anwärter auf den Posten als Ministerpräsident sein. Zwar liegt seine Partei erstmals hinter den Schwedendemokraten. Allerdings dürften die potenziellen Koalitionspartner den Rechtspopulisten Jimmie Åkesson als Regierungschef nicht akzeptieren. Åkesson selbst erhob am Abend zwar indirekt Anspruch auf Regierungsbeteiligung und wohl auch Kabinettsposten, sprach aber nicht davon, Regierungschef werden zu wollen.

Seine Partei könne eine „Veränderung leiten“, betonte Kristersson derweil. Er wolle einen und nicht spalten, erklärte der Konservative. Ziel sei die Bildung einer neuen, handlungskräftigen und stabilen Regierung. Auch dies könnte nach Jahren eher instabiler sozialdemokratischer Minderheitsregierungen als Fingerzeig in Richtung einer engen Einbindung der Schwedendemokraten gedeutet werden. Schweden steht damit vor einem Bruch mit dem bisherigen Umgang mit den Rechtspopulisten. Am Abend hatten aber auch die dem linken Lager zugerechnete Centerparti ein Angebot gemacht.

Jimmie Akesson, der Vorsitzende der Schwedendemokraten, sieht sich bereits als Sieger der Schweden-Wahl.
Jimmie Akesson, der Vorsitzende der Schwedendemokraten, sieht sich bereits als Sieger der Schweden-Wahl. © Maja Suslin/dpa

Ministerpräsidentin Magdalena Andersson wollte sich indes noch nicht als Besiegte sehen. Es werde dauern, bis alle Stimmen gezählt sind, betonte die Sozialdemokratin. In der Nacht sei kein Endergebnis zu erwarten. Angesichts von Zuwächsen ihrer Partei lobte Andersson auch den Wahlkampf: „Es hat sich offenbart, dass die schwedische Sozialdemokratie stark ist.“

Schweden-Wahl: Rechtspopulisten wollen an die Macht

Update vom Montag, 12. September, 0.25 Uhr: Die Zeichen scheinen auf einen Wahlsieg des rechten Lagers in Schweden zu stehen. Nach SVT-Berechnungen liegen Konservative, Rechtspopulisten und Liberale rund 59.000 Stimmen vor den Unterstützern der Sozialdemokratin Magdalena Andersson.

Der Parteichef der rechtspopulistischen Schwedendemokraten, Jimmie Åkesson, hofft nun offen auf einen „Machtwechsel“ in Schweden. „Wenn es einen Machtwechsel gibt“, sagte er auf der Wahlparty seiner Partei, sei die Ambition die Bildung eine neuen „Mehrheitsregierung“. Der Subtext: Die Schwedendemokraten wollen keine Regierung als stiller Machtbeschaffer dulden, sondern mit in die Regierung. Dies käme einem noch vor kurzem unvorstellbaren Bruch in der schwedischen Politik gleich.

Åkesson stimmte aber - wie auch andere Politiker - auf eine lange Wartezeit bis zu einem finalen Ergebnis ein. Dieses könne noch Tage auf sich warten lassen. Linke-Chefin Nooshi Dadgostar rechnete fast zeitgleich ebenfalls mit einem Ergebnis „im Laufe der kommenden Woche“. Sie rügte die Wahlkampagne der Schwedendemokraten: Ihr Erfolg beruhe auf dem Gedanken, dass „einige Menschen mehr wert sind als andere“.

Die Vorsitzende der Christdemokraten, Ebba Busch, freute sich unterdessen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen über ein nahendes „gewünschtes Ergebnis“. Auf Kritik an einem Bündnis mit den Schwedendemokraten ging sie kaum ein. Ihre Partei wolle die Belange der Landbevölkerung in den Fokus rücken, betonte sie. Auf Nachfrage fügte Busch hinzu: Nicht immer sei der Kandidat der stärksten Koalitions-Partei der „geeignetste Kandidat, eine Regierung zu führen“. Ihr Favorit sei Konservativen-Chef Ulf Kristersson.

Schweden-Wahl: Böse Überraschung für linkes Lager – Rechte drehen das Zwischenergebnis

Update vom Sonntag, 11. September, 23.56 Uhr: Auch nach Auszählung von 5570 der 6578 schwedischen Wahlbezirke verfügt das rechte Parteienlager über eine hauchdünne Mehrheit. Weiterhin stehen 175 zu 174 Mandate zu Buche.

Mittlerweile rückt die Mehrheitsbildung in den Fokus: Annie Lööf, Chefin der im Wahlkampf auf die Sozialdemokraten ausgerichteten Zentrumspartei schloss in einem Interview mit dem TV-Sender SVT ein Bündnis mit den konservativen Moderater nicht mehr aus. Dafür müsse die Partei aber „das Band mit den Schwedendemokraten kappen“.

Christdemokraten-Vorsitzende Ebba Busch betonte vor ihren Anhängern, Schweden bewege sich auf einen „Machtwechsel“ zu. Die Grünen brachten sich indes als „Gegenkraft“ in Stellung – „unabhängig davon, was passieren wird“.

Die Zwischenergebnisse im Überblick:

'Linkes' Lager gesamt:Sozialdem.ZentrumGrüneLinke
48,8%30,5%6,7%5,0%6,6%
'Rechtes' Lager gesamt:Schwedendem.ModeraterChristdem.Liberale
49,7%20,7%19,0%5,4%4,6%

Quelle: SVT.se, Stand 23.58 Uhr

Schweden-Wahl: Böse Überraschung für linkes Lager – Vorsprung vor Rechten schrumpft plötzlich

Update vom Sonntag, 11. September, 22.50 Uhr: An Schwedens langem Wahlabend kommt unerwartet noch einmal Spannung auf: Aktuelle Zwischenergebnisse sehen laut dem TV-Sender SVT den Abstand zwischen linkem und rechtem Lager schrumpfen. Die Mandatsverteilung liege nach dem neuesten Zwischenstand bei 175 zu 174 für die Unterstützer der sozialdemokratischen Ministerpräsidentin Magdalena Andersson. Nach den aktuellen Zahlen liegt das Rechts-Lager gemessen an der Stimmverteilung sogar in Führung. Das schwedische Wahlsystem sichert Andersson aber noch eine parlamentarische Mehrheit.

Zurückzuführen ist die Wende auf eine Aufholjagd der konservativen Moderater bei der Stimmauszählung. Die Partei des Vorsitzenden Ulf Kristersson wird derzeit auf 18,8 Prozent taxiert. Vor einer Dreiviertelstunde rangierten die Moderater noch bei 17,7 Prozent. Zugleich haben die Linken in derselben Zeitspanne 0,9 Prozentpunkte verloren. Derzeit sind knapp 4.000 der gut 6.500 Wahldistrikte ausgezählt.

Weitgehend unbeachtet von den Medien hat eine teils islamistisch ausgerichtete Partei lokal offenbar einige unerwartet hohe Ergebnisse eingefahren, wie Merkur.de in seinem News-Ticker zur Wahl berichtet.

Update vom Sonntag, 11. September, 22.00 Uhr: Das Bild zum Ausgang der Schweden-Wahl schärft sich zusehends. Nach Auszählung von 1550 der 6578 Wahlbezirke nähern sich die Zwischenergebnisse den Prognosen an. Die wichtigste Erkenntnis wohl: Das linke Lager liegt spürbar in Front – ungeachtet der Tatsache, dass die nach rechts ausgerichteten Liberalen nun wieder oberhalb der Vierprozenthürde liegen. Der Sender SVT berechnet aktuell 177 Mandate für die Ministerpräsidentin Magdalena Andersson (Sozialdemokraten) zugeneigten Parteien. Die rechten Parteien kommen demnach nach dem aktuellen Stand der Dinge auf 172 Mandate.

Schweden-Wahl: Erste Ergebnisse deuten Wende an – Rechtspopulisten appellieren bereits an ihre Partner

Update vom Sonntag, 11. September, 21.22 Uhr: Schwedens öffentlich-rechtliches Fernsehen hat nun erste Daten zu bereits ausgezählten Wahlbezirken veröffentlicht – der Sender SVT arbeitet allerdings nicht etwa mit einer Hochrechnung nach deutschem Muster, sondern mit kumulierten Zahlen der vorliegenden Ergebnisse. Daher sind die Daten mit großer Vorsicht zu genießen.

Nach Auszählung von 345 der 6578 Wahldistrikte liegen demnach die Sozialdemokraten mit 30,0 Prozent in Front. Die Schwedendemokraten rangieren mit 22,5 Prozent auf einem noch etwas höheren Niveau als in der ersten Prognose. Die konservativen Moderater verlieren nach diesen Daten bislang massiv – auf nur noch 16,3 Prozent. Die Liberalen rangieren aktuell unterhalb der Vierprozenthürde. Damit würde das rechte Lager wohl seine Machtchancen verlieren. Das Bild dürfte sich nun schnell schärfen. Die schwedischen Demoskopen sprechen angesichts nun vermehrt eintreffender Ergebnisse von einer „magischen Viertelstunde“.

Schweden-Wahl: Erste Prognose liegt vor – Rechtspopulisten wachsen, aber linkes Lager führt

Update vom Sonntag, 11. September, 20.00 Uhr: Die ersten Prognosen zum Wahlausgang in Schweden liegen vor: Laut den Daten des öffentlich-rechtlichen Senders SVT bleiben die Sozialdemokraten stärkste Kraft. Die Partei von Ministerpräsidentin Magdalene Andersson legt der Nachwahlbefragung zufolge einen Prozentpunkt zu – und kann auf eine weitere Legislaturperiode an der Macht hoffen. Das linke Lager kommt auf eine leichte Mehrheit, 176 gegenüber 173 Mandate der konservativen bis rechten Parteien sieht eine erste Berechnung des Senders.

Die Rechtspopulisten der Schwedendemokraten haben allerdings mit 3 Prozentpunkten Plus ordentlich zugelegt und überholen die konservativen Moderater. Sie sind den Daten zufolge nunmehr zweistärkste Kraft im Riksdag. Die Expertenrunde im schwedischen TV spricht von einen „Katastrophenergebnis“ für Konservativen-Parteichef Ulf Kristersson.

'Linkes' Lager gesamt:Sozialdem.ZentrumGrüneLinke
49,8%29,3%7,7%5,8%7,0%
'Rechtes' Lager gesamt:ModeraterSchwedendem.Christdem.Liberale
49,2%18,8%20,5%5,2%4,7%

Quelle: SVT.se, Stand 20.00 Uhr

Schweden-Wahl: Umfragen sehen rechtes und linkes Lager fast gleichauf – lange Schlangen vor Wahllokalen

Update vom Sonntag, 11. September, 16.40 Uhr: Ein außerordentlich enges Rennen steht laut Umfragen bei der Schweden-Wahl in Aussicht. Zudem drohen erstmals die einst von Nazis und Faschisten geprägten Rechtspopulisten der Schwedendemokraten zweitstärkste Kraft zu werden. Wohl auch angesichts dieser Ausgangslage stößt die Wahl vielerorts auf großes Interesse: Laut einem Bericht des Senders SVT bildeten sich etwa in den Großstädten Stockholm, Göteborg und Uppsala lange Schlangen vor den Wahllokalen. Ein verspäteter Auszählungsbeginn ist dem Bericht zufolge möglich. Auch Ministerpräsidentin Magdalena Andersson stand nach eigenen Angaben „eine gute Stunde“ zur Stimmabgabe an.

Schweden-Wahl 2022: Umfragen sehen politische Lager „völlig ausgeglichen“

Update vom Samstag, 10. September, 15.10 Uhr: Die Parlamentswahl in Schweden steht kurz bevor. Am Sonntag (11. September) wird entschieden, wer das schwedische Volk im Parlament vertreten wird. Bislang trennen die politischen Blöcke nur wenige Tausend Stimmen. Eine Umfrage im Auftrag der Zeitung Aftonbladet sieht am Samstag (10. September) das Lager um die Sozialdemokraten von Ministerpräsidentin Magdalena Andersson bei 49,6 Prozent. Der konservativ-rechte Block der rechtspopulistischen Schwedendemokraten liegt bei 49,4 Prozent der Stimmen. Gemessen an der Wahlbeteiligung 2018 trennten die Lager demnach nur rund 13.000 Stimmen.

Schweden-Wahl 2022: Sozialdemokraten führen laut Umfragen

Erstmeldung vom Donnerstag, 08. September: Stockholm – Alle vier Jahre am zweiten Sonntag im September wählt Schweden seinen neuen Reichstag. Die letzte Parlamentswahl fand im Jahr 2018 statt. Bei der Schweden-Wahl 2022 wird festgelegt, welche Personen das schwedische Volk im Parlament vertreten werden. Umfragen zufolge führen die Sozialdemokraten von Ministerpräsidentin Magdalena Andersson mit 30 Prozent, allerdings dicht gefolgt von den rechtsextremen Schwedendemokraten (SD). Das schwedische Meinungsforschungsinstitut Sifo sieht die Rechten derzeit bei rund 23 Prozent der Stimmen.

Grund dafür könnte die eskalierende Bandengewalt in Schweden sein, welche den Rechtspopulisten in die Karten spielt. Magdalena Andersson muss bei der Wahl nach nur zehn Monaten als Regierungschefin um ihr Amt bangen. Denn die Opposition wirft Anderssons Sozialdemokraten vor, die Situation in dem skandinavischen EU-Land nicht im Griff zu haben.

Schweden-Wahl 2022: Sozialdemokraten gegen rechte Schwedendemokraten

Persönlich ist die 55-Jährige beliebt. In Umfragen liegt jedoch ein möglicher Block aus Sozialdemokraten, Linken, Grünen und Zentrumspartei kurz vor der Schweden-Wahl 2022 in etwa gleichauf mit dem liberal-konservativen Lager um die Partei Moderaterna.

Das Kopf-an-Kopf-Rennen hat einen besonderen Grund: Zum ersten Mal gehen die von den anderen politischen Parteien bislang geächteten rechten Schwedendemokraten (SD) als Teil des bürgerlichen Oppositionsblocks in die Wahl. Deren rhetorisch gewandter Parteichef Jimmie Åkesson träumt davon, Schweden zum Land mit der „geringsten Einwanderung in Europa“ zu machen. „Es gibt keinen anderen Faktor, der Schweden so sehr und so negativ beeinflusst hat wie die große, unkontrollierte und nachlässige Migrationspolitik“, sagte er laut Berichten der Deutschen Presse-Agentur (dpa) im Wahlkampf.

Die neue Behörde für psychologische Verteidigung warnt zudem eindringlich vor russischer Einflussnahme auf die Wahlen. In Anbetracht zunehmender Spannungen mit Moskau im Rahmen des Ukraine-Krieges sei man in höchster Alarmbereitschaft, was eine Einmischung von außen in die bevorstehenden Wahlen angeht. (hg/kas/dpa)

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