Dutzende Autos warten Anfang November vor einem Drive-Tru-Testcenter auf einem Parkplatz in Milwaukee, Wisconsin, am 5. November 2020.
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Dutzende Autos warten Anfang November vor einem Drive-Tru-Testcenter auf einem Parkplatz in Milwaukee, Wisconsin, am 5. November 2020.

Corona-Pandemie

20 Prozent mehr Tote in den USA

  • Pamela Dörhöfer
    vonPamela Dörhöfer
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Übersterblichkeit geht nicht nur auf Covid, sondern auch auf Diabetes, Herzerkrankungen und das überlastete Gesundheitssystem zurück.

Man kann es jetzt schon sagen: Es war ein schlimmes Jahr für die USA. Wenn 2020 zu Ende geht, werden mit großer Wahrscheinlichkeit deutlich mehr Menschen gestorben sein als im Durchschnitt früherer Jahre. Das geht zu einem beträchtlichen Teil auf Covid-19 zurück, aber nicht nur. Auch bei den Todesfällen durch Herzerkrankungen und unter den Menschen mit Alzheimer gab es einen signifikanten Anstieg. Laut einem Bericht im amerikanischen Medizinjournal „JAMA“ sind zwischen dem 1. März – dem Beginn der Pandemie auf dem amerikanischen Kontinent – und dem 1. August in den USA rund 1,4 Millionen Menschen gestorben, etwa 20 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum der Vorjahre. Etwa zehn Prozent, rund 150 000 Menschen, wurden als Covid-19-Tote registriert; da in den USA viele Menschen nicht krankenversichert sind, könnte es aber eine große Dunkelziffer geben. Auf Basis der registrierten Zahlen beträgt der Anteil von Covid-19 an der Übersterblichkeit 67 Prozent.

Die Studienautoren stützten sich bei ihrer Analyse auf Daten des National Center for Health Statistics, des Nationalen Zentrums für Gesundheitsstatistik. Sie stellten fest, dass für die deutliche Übersterblichkeit nicht allein Covid-19, sondern auch Herzerkrankungen, Diabetes und Alzheimer-Demenz verantwortlich waren – und zwar vor allem in Regionen, die auch besonders stark von der Corona-Pandemie betroffen waren. Die Wissenschaftler folgern daraus, dass Todesfälle durch Covid-19 zum Beispiel in Pflegeheimen möglicherweise nicht erkannt wurden oder Menschen an anderen Erkrankungen gestorben sind, „weil sie wegen einer Überlastung des Gesundheitssystems keine angemessene Behandlung erhielten oder aus Angst vor einer Ansteckung darauf verzichteten“, wie es in einem Bericht im „Ärzteblatt“ heißt.

Insgesamt waren seit Beginn der Pandemie bis Anfang November 9,49 Millionen Menschen in den USA mit dem Coronavirus infiziert, 230 000 sind an Covid-19 gestorben.

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