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Abstand und Mundschutz: Eine Pflegerin eines ambulanten Dienstes besucht eine ihrer Klientinnen.

Corona-Krise in der Pflege

1500 Euro für die Pfleger

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Die gesetzlichen Kassen wollen die Leistungen in der Altenpflege mit Prämie honorieren. Die Grünen fordern weitere Leistungen.

Die gesetzliche Pflegeversicherung ist bereit, in der Corona-Krise für Altenpfleger eine Sonderzahlung von bis zu 1500 Euro zu finanzieren. Das erfuhr das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) aus Kreisen der Pflegekassen. Der Betrag orientiert sich an der Summe, die Bundesfinanzminister Olaf Scholz für 2020 steuer- und sozialabgabenfrei gestellt hat. Der Sprecher des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenversicherung, Florian Lanz, bestätigte den Betrag gegenüber dem RND zwar nicht. Auch er sprach jedoch von einer „steuerfreien Anerkennungsprämie“ und wies damit indirekt auf den Betrag von 1500 Euro hin.

„Die Pflegekräfte leisten unter Corona-Bedingungen Herausragendes, und dies sollte auch besonders honoriert werden“, sagte Lanz. Da diese Prämie am Ende aus den Portemonnaies der Beitragszahler finanziert werde, müsse ihre Höhe mit Augenmaß festgelegt werden: „Es sollte auch nicht nach Ost oder West, Nord oder Süd unterschieden werden. Hier sollten sich insbesondere Politik und Pflege-Arbeitgeber auf einen Höchstwert verständigen“, forderte der Sprecher des Spitzenverbandes, der auch für die Pflegeversicherung zuständig ist.

Die Bundesregierung hat mit einem Schutzschirm für die Pflege gesetzlich festgelegt, dass coronabedingte Zusatzlasten von den Pflegekassen bezahlt werden. Dazu können auch Sonderprämien für die Beschäftigten gehören. Altenpfleger verdienen im Vergleich zu anderen Ausbildungsberufen und auch im Vergleich zu Krankenpflegern im Schnitt mehrere Hundert Euro weniger im Monat.

Die Grünen fordern eine Zulage auf das Gehalt

Die Grünen fordern eine einheitliche Gehaltszulage für alle Beschäftigten in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen, in denen Patienten mit einer Corona-Infektion behandelt oder betreut werden. In einem gemeinsamen Forderungskatalog verlangen die Pflegeexpertin Kordula-Schulz-Asche und die Gesundheitspolitikerin Maria Klein-Schmeink zudem, in der Corona-Krise bestimmte Leistungen der Pflegeversicherung zu erhöhen und die Angebote zu flexibilisieren.

Sie schlagen in ihrem Papier, das dem RND vorliegt, vor, die sogenannte Pflegehilfsmittelpauschale, die auch für den Kauf von Schutzausrüstung verwendet werden kann, auf 80 Euro zu verdoppeln. Außerdem regen sie an, das jedem Pflegebedürftigen zustehende „Entlastungsbudget“ auf 250 Euro ebenfalls zu verdoppeln. Anders als bisher sollen die Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen dieses Geld auch für Hol- und Bringdienste nutzen dürfen.

Zudem soll die sogenannte Verhinderungspflege erweitert werden, indem nicht genutzte Leistungen der Kurzzeitpflege übertragen werden dürfen. „Mancherorts haben Tagespflegeeinrichtungen und ambulante Pflegedienste die Versorgung zurückgefahren. Damit entfallen inmitten der Krise solche Strukturen, die pflegebedürftige Menschen oder deren Angehörige unterstützen“, sagte Schulz-Asche zur Begründung. Durch die Erweiterung bestehe die Chance, dass Belastungsspitzen verhindert würden und die Versorgung auch kurzfristig sichergestellt werden könne.

Die Grünen-Politiker setzen sich in ihrem Forderungskatalog auch dafür ein, dass weitere soziale Einrichtungen und Gesundheitsberufe unter den Corona-Schutzschirm gestellt werden, um wegbrechende Einnahmen zu kompensieren. Dazu zählen die Autoren etwa Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe, das Müttergenesungswerk oder auch Hebammen und Physiotherapeuten.

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