+
Bundeswehrsoldaten sollen beim Verteilen von Material helfen.

Bundeswehr

1300 Reservisten melden sich freiwillig

Die Armee könnte bei Logistik und dem Schutz kritischer Infrastruktur helfen.

Die Bundeswehr stellt sich darauf ein, in der Coronakrise umfassende Hilfs- und Unterstützungsleistungen zur Verfügung zu stellen. Dafür würden die Streitkräfte auch Reservisten mobilisieren, kündigte Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer am Donnerstag in Berlin an. Dies gelte zunächst vor allem für den Sanitätsdienst, grundsätzlich aber auch für andere Bereiche.

Die Ministerin verwies auf das Potenzial von 120 000 Reservisten. Davon seien 75 000 für die Bundeswehr direkt erreichbar. Es gebe hier einen „großen Pool von Spezialisten“, hob Kramp-Karrenbauer hervor. Rund 1300 Reservisten hätten sich bereits freiwillig gemeldet, von denen 935 zeitnah für den Sanitätsdienst zur Verfügung stünden. Doch auch in anderen Truppenteilen sollten Reservisten aufgerufen werden, kündigte sie an. Generell nannte Kramp-Karrenbauer als Felder für Unterstützung der Bundeswehr neben dem Sanitätsdienst die Bereiche Materialbeschaffung, Logistik sowie in Einzelfällen auch polizeiliche Aufgaben, etwa die Bewachung kritischer Infrastruktur.

Feldbetten für Infizierte

Die Ministerin machte aber auch deutlich, dass Bundeswehr-Einsätze eher nachrangig zu zivilen Stellen erfolgen sollten: „Wir bereiten uns darauf vor, dass die Bundeswehr zur Verfügung steht, wenn zivile Stellen an ihre Grenzen kommen.“ Bereits aktiv sind die Streitkräfte in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsministerium und anderen Stellen vor allem bei der Materialbeschaffung. So seien unter anderem Schutzanzüge, Masken, Medikamente und weiteres medizinisches Material wie insbesondere Beatmungsgeräte im Gesamtvolumen von rund 240 Millionen Euro weltweit gekauft worden.

In Bundeswehr-Krankenhäusern werden laut der Ministerin Betten für mit Corona Infizierte freigemacht, und die Streitkräfte könnten auch zusätzliche Isolationsbetten zur Verfügung stellen.

Keine Patrouillen in Städten

Zum Bereich Logistik sagte Generalinspekteur Eberhard Zorn, die Bundeswehr habe 7500 Lastwagen unterschiedlichen Typs zur Verfügung und sei damit „in der Lage, schnell auszuhelfen“. Hilfe will die Bundeswehr auch etwa bei der Bereitstellung und dem Aufbau von Zelten oder Feldbetten anbieten. Zurückhaltend äußerte sich die Ministerin zur Übernahme polizeilicher Aufgaben, weil es dafür enge rechtliche Grenzen gebe. Denkbar sei etwa der Schutz eines Wasserwerks oder ähnlicher Einrichtungen, wenn dort der private Wachdienst ausfalle.

„Keiner muss sich Sorgen machen, dass die Bundeswehr Coronapartys auflöst“, sagte auch Zorn. Auch Patrouillen von Soldaten in Städten, womöglich zur Kontrolle von Ausgangssperren, könne er sich in Deutschland nicht vorstellen. (afp)

Es ist eine peinliche Panne für Bundeswehr und Verteidigungsministerium: Sechs Millionen bestellte Corona-Schutzmasken sind in Kenia verschwunden. Das Ministerium tappt im Dunkeln.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion