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US-Präsident Joe Biden an der Gedenkstätte für die Terroranschläge vom 11. September im NATO-Hauptquartier in Brüssel. (Archivbild)
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US-Präsident Joe Biden an der Gedenkstätte für die Terroranschläge vom 11. September im NATO-Hauptquartier in Brüssel. (Archivbild)

Anschläge in den USA

Joe Biden bei Gedenkfeier zum 11. September nicht willkommen: FBI prüft Freigabe von 9/11-Dokumenten

  • Tim Vincent Dicke
    VonTim Vincent Dicke
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  • Ute Fiedler
    Ute Fiedler
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Die Opferfamilien der Anschläge vom 11. September laden Joe Biden von einer Gedenkveranstaltung aus – sie stellen ein Ultimatum. Nun reagiert das FBI.

Update vom Dienstag, 10.08.2021, 21.01 Uhr: Angehörige von Opfern der islamistischen Terroranschläge vom 11. September 2001 hatten in einem Schreiben an US-Präsident Joe Biden mitgeteilt, er sei bei der diesjährigen Gedenkveranstaltung nicht willkommen – außer, seine Regierung gebe Dokumente frei, die Saudi-Arabien mit dem Angriff in Verbindung bringen könnten. Nach den Forderungen gibt es nun neue Entwicklungen: Die US-Behörden wollen nach eigenen Angaben die Veröffentlichung bislang geheimer 9/11-Papiere prüfen.

Wie das FBI am Montag (09.08.2021) in einem Schreiben an den US-Staatsanwalt für den südlichen Bezirk von New York mitteilte, wolle es bislang geheime Dokumente prüfen, um „zusätzliche zur Veröffentlichung geeignete Informationen“ zu finden. Diese sollten „fortlaufend und so schnell wie möglich“ offen gelegt werden. Das knappe Schreiben enthielt laut New York Times keine Einzelheiten darüber, welche Informationen veröffentlicht werden könnten. Auch habe der Inlandsgeheimdienst nicht über einen möglichen Zeitpunkt der Offenlegung berichtet.

FBI will Freigabe von 9/11-Dokumenten prüfen: Joe Biden begrüßt Schreiben

Joe Biden begrüßte das FBI-Schreiben. Seine Regierung sei bestrebt, ein „Höchstmaß an Transparenz im Rahmen des Gesetzes zu gewährleisten“, hieß es einem Statement des Weißen Hauses, und weiter: „Mein Herz und meine Gebete sind weiterhin bei den leidenden Familien der 9/11-Opfer und meine Regierung wird weiterhin respektvoll mit den Mitgliedern dieser Community zusammenarbeiten.“

Angehörige der Opfer reagierten auf die Ankündigung des FBI skeptisch: „Leider haben wir schon viele leere Versprechungen gehört“, sagte Brett Eagleson, der Sohn eines Opfers der Anschläge auf das World Trade Center in New York. Die Behörden könnten die Dokumente auch „sofort“ freigeben, forderte er.

Gedenken zum 11. September: Präsident Joe Biden ist nicht willkommen

Erstmeldung vom Montag, 09.08.2021: Washington D.C. – Familien von Hunderten Opfern der Anschläge vom 11. September 2001 in New York haben in einem Brief an US-Präsident Joe Biden mitgeteilt, dass er bei der diesjährigen Gedenkveranstaltung zum 20. Jahrestag nicht willkommen ist. Es sei denn, Biden gebe Beweise der Regierung frei, die Saudi-Arabien mit dem Angriff in Verbindung bringen könnten. Das berichtet The Washington Post.

Der Brief an den Präsidenten der USA ist von Familienmitgliedern zahlreicher bei den Anschlägen Getöteten, Überlebenden und Ersthelfern unterzeichnet. In ihm heißt es, dass man lange Zeit Hoffnung gehabt habe, dass Präsident Joe Biden der Held der von dem mörderischen Angriff Betroffenen sein würde, zitiert The Washington Post aus dem Schreiben. Man habe die Hoffnung gehabt, Joe Biden würde endlich Wahrheit, Gerechtigkeit und Rechtschaffenheit über die Interessen des Königreichs Saudi-Arabien stellen.

US-Präsident Joe Biden ist bei der diesjährigen Gedenkveranstaltung zum 11. September nicht willkommen.

Anschläge vom 11. September: Familien der Opfer stellen Forderung an US-Präsident Joe Biden

Die Unterzeichner weisen zudem auf ein Versprechen hin, das der Demokrat im Wahlkampf gegeben hatte. Er habe geschworen, im Falle seiner Wahl den US-Generalstaatsanwalt anzuweisen, alle Fälle überprüfen zu lassen, in denen sich die Regierung auf Staatsgeheimnisse berufen habe. Die „9/11-Familien“ hätten das Recht auf die volle Wahrheit, hatte Biden damals in einem Brief an die Angehörigen geschrieben.

In ihrem Brief an US-Präsident Joe Biden teilten die Verfasser mit, dass sie selbst nach Ermittlungsbeweisen suchten, die saudi-arabische Regierungsbeamte mit den Angriffen in Verbindung brächten. „Unsere Geduld ist zu Ende.“

Eine Sprecherin des Weißen Hauses erläuterte hingegen im Hinblick auf das Schreiben, dass es zahlreiche Treffen von Regierungsbeamten mit Vertretern der Familien der Opfer gegeben habe. Dies werde weiterhin eine Priorität sein, zitiert The Washington Post. Auch habe US-Präsident Joe Biden sein Wahlversprechen nicht vergessen, das Justizministerium anzuhalten, die Vorfälle konstruktiv aufzuarbeiten. Details zu den Fortschritten nannte die Sprecherin jedoch nicht.

Angehörige der Opfer von 9/11 fordern Biden auf, Versprechen einzulösen

Für Brett Eagleson, der seinen Vater bei den Anschlägen verloren hatte, ist die Reaktion des Weißen Hauses nicht ausreichend. Er forderte Beweise, dass die Regierung wirklich an Transparenz interessiert sei. Er verwies laut The Washington Post auf Dokumente, die ohne Grund zurückgehalten würden. Immer wieder seien als Verzögerungstaktik Überprüfungen versprochen worden, um die saudische Regierung zu schützen und das amerikanische Volk im Dunkeln zu lassen, sagte Eagleson. „Wir hoffe, dass die Biden-Regierung endlich die Informationen bereitstellt, auf die unsere Familien seit 20 Jahren gewartet haben, damit wir am 11. September mit dem Präsidenten am Ground Zero zusammenstehen können.“

Eagleson sagte darüber hinaus gegenüber The Washington Post, das Ultimatum sei nicht politisch motiviert. Auch an Beamte der Regierung des ehemaligen Präsidenten Donald Trump habe man sich gewendet. Trump habe ihnen damals gesagt, dass eine Veröffentlichung der Beweisdokumente „sehr, sehr unmittelbar“ bevorstehe.

Gedenken zum 11. September: Donald Trump soll Angehörige der Opfer hinters Licht geführt haben

„Präsident Trump ließ uns glauben, dass er die Dokumente freigeben würde. Wir haben die ganze Zeit mit der Verwaltung gesprochen und sie haben uns hinters Licht geführt“, sagte Eagleson. Die Familien seien am Ende. Egal ob Donald Trump, Barack Obama oder Joe Biden – „wir hätten diesen Brief verschickt“.

Im vergangenen Jahr hatte Joe Biden einen Kranz am Denkmal für „Flug 93“ in Shanksville, Pennsylvania, niedergelegt. Mit diesem gedachte er der 40 Insassen, deren Flugzeug am 11. September 2001 entführt und zum Absturz gebracht worden war. (uf)

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