Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Donald Trump, hier noch als Präsident der USA, gedenkt mit First Lady Melania Trump der Opfer des 11. September 2001. (Archivbild)
+
Donald Trump, hier noch als Präsident der USA, gedenkt mit First Lady Melania Trump der Opfer des 11. September 2001. (Archivbild)

Anschläge in New York

11. September 2001: Donald Trump erfindet Anekdoten zu den Anschlägen

  • Daniel Dillmann
    VonDaniel Dillmann
    schließen

Zum 20. Jahrestag der Anschläge in New York erinnern sich die Menschen: auch Donald Trump, gebürtiger New Yorker und ehemaliger Präsident der USA.

New York – 20 Jahre ist der Anschlag nun her. Am 11. September 2001 stürzten zwei Flugzeuge in die Türme des World Trade Centers in New York. Kurz darauf stürzten beide ein. In der Stadt war zu dem Zeitpunkt auch einer ihrer berühmtesten Söhne: Donald Trump, geboren am 14. Juni 1946 im Jamaica Hospital Medical Center in New York City.

Schon Tage nach dem Angriff nutzte Donald Trump die Anschläge in den USA, um sich selbst zu feiern. Damals war er noch Immobilienmakler und weit entfernt vom Präsidentenamt. Alan Marcus, ein Reporter des lokalen Nachrichtensenders WWOR, fragte Trump, ob er irgendwelchen Schaden an seinem Gebäude, dem legendären „40 Wall Street“, zu verzeichnen habe. „Was ist dort passiert?“, wollte Marcus wissen.

Donald Trump und der 11. Sepember 2001: „Er war einfach Donald“

Trump antwortete auf seine Weise, ignorierte die tödliche Tragödie vollends und beschäftigte sich stattdessen lieber mit seinem Reichtum. „40 Wall Street war die ganze Zeit das höchste Gebäude in Downtown-Manhattan, dann bauten sie das World Trade Center und es wurde zum zweithöchsten. Jetzt ist es wieder das höchste“, so Trump, der sogar noch ausholte: „Ich habe gerade mit meinen Angestellten dort geredet, und sie sagen, die Aussicht sei unglaublich.“

Jahre später beschrieb Marcus die Szene gegenüber dem US-Magazin Politico: „Er war einfach Donald. Er ist der Manager der Marke Trump, und er wird diese Marke immer reflexhaft anpreisen. Selbst an diesem Tag.“ Andere wie Kolumnist David Mikkelson nannten es „das Markenzeichen eines Egoisten, der keine Skrupel hat, Tragödien als Gelegenheit zur Eigenwerbung zu nutzen“.

20 Jahre später spricht Donald Trump nun erneut über seine Erinnerungen an den 11. September 2001. Im Interview mit dem ultrarechten TV-Sender Newsmax erinnerte sich der abgewählte US-Präsident diesmal nicht an seinen Reichtum, sondern daran, wie er den Leuten vor Ort geholfen habe. „Ich war da, ich habe eine große Gruppe Leute mitgebracht und ich habe geholfen. Andere haben auch geholfen. Die Rettungskräfte haben einen tollen Job gemacht.“

Donald Trump: Neue Anekdoten über 11. September lassen aufhorchen

Laut dem US-Nachrichtenportal Vice gibt es aber keinerlei Beweise dafür, dass Donald Trump wirklich vor Ort gewesen ist und den Leuten geholfen hat. Am 11. September 2001 hatte er noch angegeben, die Anschläge aus sicherer Entfernung beobachtet zu haben. Dass er direkt vor Ort gewesen sein und geholfen haben will, ist laut Vice eine neue Behauptung Trumps, die er in den vergangenen 20 Jahren nicht öffentlich gemacht hatte. Bewiesen ist bislang nur, dass Trump Tage später, genauer gesagt am 13. September 2001, Ground Zero in Manhattan besucht hatte.

Darüber hinaus gab Donald Trump eine weitere Anekdote rund um den 11. September 2001 zum Besten. Er habe „ein Knarren“ gehört, ein Geräusch, das „ich niemals vergessen werde“, über das er aber offensichtlich erst jetzt, 20 Jahre danach, sprechen möchte. „Ich glaube, es war das United States Steel Building“, so Trump. „Ich sagte, das Gebäude stürzt gleich ein und zwei große Feuerwehrleute zogen mich weg.“ Diese Geschichte hatte Trump bislang noch keinem erzählt.

Donald Trump behauptet, Geld an Opfer des 11. September gespendet zu haben

Eine andere Anekdote rund um Donald Trump und den 11. September 2001 ist dagegen bestätigt. Noch im selben Jahr versprach der damalige Hotelier und Multimilliardär dem Radiomoderator Howard Stern eine Spende von 10.000 US-Dollar für den Twin Towers Fund, dem offiziellen Hilfsprogramm für Opfer der Anschläge in New York City. Doch laut einer Datenauswertung der Tageszeitung Daily News hat Trump diese Spende weder kurz nach den Anschlägen getätigt noch zu irgendeinem anderen Zeitpunkt bis zum Jahr 2016.

Nine Eleven

Lesen Sie alles zum Jahrestag der Anschläge in New York City sowie die Original-Berichterstattung der FR zu dem Ereignis auf unserer Themenseite.

Dafür kassierte der selbsterklärte Superreiche nach den Anschlägen am 11. September 2001 aber gehörig ab: 150.000 US-Dollar erhielt die Trump Organization, deren Führungspersonal sich derzeit wegen Steuerhinterziehung und Bilanzfälschung vor Gericht verantworten muss. Das Geld war Teil von Fördergeldern, die für strauchelnde Geschäfte in New York City gedacht waren. Trump konnte als Eigentümer des „40 Wall Street“ Hochhauses darauf zugreifen - das zu diesem Zeitpunkt bekanntlich wieder höchste Gebäude in New York City. (Daniel Dillmann)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare