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Eine Wildtierkamera dokumentierte das Auftauchen des Bären in Bayern.

Bärensichtung

Zweites Desaster vermeiden

13 Jahre nach Bruno ist in Bayern erneut ein Bär gesichtet worden - die Behörden sind vorbereitet.

Seit einigen Tagen ist es sicher: In Bayern streunt wieder ein Bär herum. Eine Wildtierkamera hatte das Tier im Landkreis Garmisch-Partenkirchen aufgenommen. In Bayern sei man aber gut auf den Besuch vorbereitet, heißt es von den Behörden. Nach dem Desaster 2006 mit Braunbär Bruno, der durch Ortschaften lief, Schafe riss, Bienenstöcke plünderte und am Ende abgeschossen wurde, hatten Experten einen sogenannten Managementplan zum Umgang mit einem möglichen neuen Einwanderer erstellt.

Um was geht es in diesem Managementplan?
Der Managementplan regelt Dinge wie Zuständigkeiten und Ausgleichszahlungen an Bauern, wenn ein Bär Weidetiere reißt oder Honig stiehlt. Ziel ist ein möglichst konfliktarmes Miteinander von Mensch und Bär. Almbauern, Naturschützer, Wissenschaftler und Behörden haben an dem Plan mitgewirkt. Die Sicherheit des Menschen habe Priorität, heißt es darin. Wirtschaftlicher Schaden solle vermieden oder ausgeglichen werden. Denn Bären sind streng geschützt. Nur wenn alle Mittel scheitern, könnte ein Bär erneut enden wie Bruno: „Das Entfernen von Bären aus der freien Wildbahn ist Ultima Ratio“, heißt es in dem Plan.

Was fressen Bären?
Ein Braunbär mag keineswegs nur Fleisch. Nur etwa ein Viertel seiner Nahrung besteht daraus. Ansonsten verspeist er Waldbeeren, Knollen, Knospen, Pilze und Vogeleier. Auch Fische verschmäht er nicht. Er liebt Süßes – und plündert darum gerne mal Bienenstöcke.

Der neue Bär gilt als sehr scheu – kann sich das ändern?
Das kann unter Umständen geschehen. Denn eine große Gefahr besteht darin, dass er durch Essensreste und Abfälle angelockt wird – und somit lernt, dass es in der Nähe von Menschen Nahrhaftes zu holen gibt. Bruno wurde 2006 vermutlich auch deshalb zum Problembären, weil er von seiner Mutter Jurka gelernt hatte, dass es in der Nähe von Siedlungen etwas zu fressen gibt. Deshalb warnt das bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) strikt davor, Essensreste wegzuwerfen – oder den Bären gar zu füttern.

Was sagen Almbauern und Naturschützer?
Die Almsaison ist beendet, Tiere stehen nur noch auf Weiden in den Tälern nahe Dörfern – die der Bär bisher mied. Man müsse nun warten, wo der Bär seinen Winterschlaf halte und was im Frühjahr geschehe, sagt Hans Stöckl, Geschäftsführer des Almwirtschaftlichen Vereins Oberbayern. „Wenn er männlich ist und auf der Suche nach einer Partnerin, wird er bei uns wohl keine finden und weiterziehen.“ Das sei auch die Hoffnung der Bauern: „Dass er sich wieder vom Acker macht“. Es wäre zwar eine Herausforderung, aber auch ein Gewinn, wenn sich ein Braunbär dauerhaft in Deutschland niederlasse, findet hingegen der Umweltverband WWF. Besonders für Imker und Nutztierhalter müsse es dann unkomplizierte Beratungsangebote und finanzielle Unterstützung geben, sagt WWF-Wildtierexperte Moritz Klose. „Das ist entscheidend für ein konfliktfreies Miteinander.“ In Slowenien sei dies gelungen. (dpa)

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