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Nichts geht mehr am Flughafen Gatwick: Nach einer erneuten Drohnensichtung wird der Flugbetrieb wieder eingestellt.

Gatwick

Zwei Festnahmen nach Drohnen-Alarm in Gatwick

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Einige Tage lang versinkt der Londoner Flughafen Gatwick nach Drohnen-Sichtungen im Chaos. Nun werden zwei Verdächtige festgenommen. Kann der Airport endlich wieder zum Normalbetrieb zurückkehren?

Seit Mittwoch ging es am Londoner Flughafen Gatwick drunter und drüber. Immer wieder tauchten Drohnen auf und machten Starts und Landungen unmöglich. Hunderttausende Passagiere waren von den Flugausfällen und Umleitungen über dem Flugfeld betroffen – und das in der Hauptreisezeit vor Weihnachten. 

Nun aber soll der normale Flugbetrieb wiederaufgenommnen werden. Denn nachdem die britische Polizei „erhebliche Kräfte mobilisiert“ hatte, um die Verantwortlichen hinter den Störaktionen ausfindig zu machen, sind nun zwei Verdächtige festgenommen worden. Die Zugriffe seien am Freitagabend in der Grafschaft Sussex wegen des Verdachts auf „kriminellen Einsatz von Drohnen“ erfolgt, wie die Polizei mitteilte. Bei den Verdächtigen handelt es sich um einen 47-jährigen Mann und eine 54-jährige Frau aus der Umgebung. Sie stammen nach Polizeiangaben vom Samstag aus der englischen Stadt Crawley, die nur etwa acht Kilometer von dem Airport entfernt liegt.

„Unsere Start- und Landebahn ist offen und wir streben für Samstag einen vollständigen Planbetrieb an“, hieß es am Morgen auf der Webseite des Flughafens. Wenige Stunden zuvor hatten die Ermittlungen zu den gezielten Drohnen-Störaktionen zur Festnahme zweier Verdächtiger geführt.

Hin und Her am Flughafen Gatwick

Am Freitag hatte es am Londoner Flughafen Gatwick ein Hin und Her gegeben: Zuerst wurde der Flugbetrieb am frühen Freitagabend erneut eingestellt, später wurde er wieder freigegeben. Auf Twitter teilte der siebtgrößte Flughafen Europas mit, man habe „militärische Maßnahmen“ getroffen, die den Verantwortlichen die Sicherheit gäben, den Flughafen wieder zu öffnen.

Wie die britische BBC meldet, vermutete die Polizei, dass es sich um mehr als eine Drohne und auch um mehr als einen Täter handelt.

Flights have now resumed. Airfield movements were suspended while we investigated this as safety remains our main priority. The military measures we have in place at the airport have provided us with reassurance necessary to re-open our airfield.

— Gatwick Airport LGW (@Gatwick_Airport)

21. Dezember 2018

Der Flugverkehr am Flughafen Gatwick war erstmals am Mittwochabend eingestellt worden, nachdem es Berichte von Drohnen-Sichtungen in der Nähe des Flugfeldes gab. Mit einer kurzen Unterbrechung blieben die Flugzeuge bis Donnerstagnacht auf dem Boden. Am Freitagfrüh wurden die Start- und Landebahnen unter Vorbehalt wieder geöffnet, ein Teil der geplanten Flüge sollte stattfinden. Die Polizei kündigte an, sollte die Drohne weiter gesichtet werden, sei es eine „taktische Option“, die Drohne abzuschießen. „Wir werden tun, was wir können, um diese Drohne vom Himmel zu holen und die Störung zu beseitigen, sodass wir Gatwick wieder zum Normalzustand bringen können“, sagte Kriminalhauptkommissar Jason Tingley. Bislang wollte die Polizei einen Einsatz von Schusswaffen aus Sorge vor Irrläufern vermeiden.

Von der Sperrung von Mittwochabend bis Donnerstagnacht waren nach Angaben eines Flughafensprechers etwa 120.000 Passagiere betroffen. Insgesamt 760 Flüge (Starts und Landungen) seien am Donnerstag geplant gewesen und wurden abgesagt, berichtet die BBC. 

Am Donnerstag hieß es von der Polizei, man habe „ Schätzungen, was die Größe der Drohne angeht und wissen ungefähr, wie sie aussieht“. Den genauen Typ habe man jedoch noch nicht identifiziert. Nach Angaben der Polizei von Sussex gab es am Mittwoch und Donnerstag insgesamt etwa 50 Meldungen von Drohnensichtungen in der Nähe des Flughafens Gatwick. Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund gebe es keine, teilte die Polizei am Donnerstag mit.

In Großbritannien gelten strenge Regeln für den Drohnenflug: Der Pilot muss die Drohne jederzeit sehen können, sie darf sich maximal 500 Meter vom Piloten entfernen. Innerhalb von 50 Metern um die Drohne dürfen sich keine Personen, Fahrzeuge oder Gebäude befinden, außerdem darf das unbemannte Flugobjekt nicht höher als 122 Meter steigen und muss mindestens einen Kilometer von Flughäfen und Flugplätzen entfernt bleiben. (mit dpa/afp)

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