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An der Unglücksstelle steigt Rauch auf.

Schottland

Tote bei Zugunglück

  • vonKatrin Pribyl
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Ein Erdrutsch nach starkem Regen ist vermutlich die Ursache.

Dunkle Rauchsäulen dringen auch am Nachmittag noch aus der dicht bewaldeten Talsenke hervor, während über die engen Landstraßen mehr und mehr Rettungsfahrzeuge das Gebiet in der Nähe der schottischen Stadt Stonehaven in Aberdeenshire erreichen. Helikopter landen auf den saftig grünen Wiesen und Feldern rund um das Waldstück.

Nur wenige Fahrgäste

Doch nur langsam und unter schwierigsten Bedingungen rücken die Feuerwehrleute und Sanitäter zum schwer zugänglichen und einsehbaren Unglücksort heran, wo gestern früh ein Zug entgleist ist. Drei Menschen kamen dabei ums Leben, wie die Polizei mitteilte, darunter der Zugführer. Eine vierte Person wurde zunächst noch vermisst. Zudem wurden sechs Verletzte im Krankenhaus behandelt. Offenbar sind neben der Lokomotive drei der vier Waggons aus den Gleisen gesprungen und eine Böschung hinuntergerutscht.

Während es den gestrigen Tag über sommerlich heiß war und die Sonne schien, hatten in der Nacht zuvor starke Gewitter und sintflutartige Regenfälle für Überschwemmungen im Nordosten des Landesteils gesorgt. Und Erdrutsche ausgelöst. Insgesamt seien nur zwölf Menschen an Bord des Zuges ewesen, der um 6.38 Uhr Ortszeit von Aberdeen in Richtung Glasgow aufbrach. Sechs von ihnen gehörten zum Personal, die anderen sechs waren Passagiere. Die Hafenstadt Aberdeen im Nordosten ist noch immer coronabedingt im Lockdown, weshalb Beobachter davon ausgehen, dass deutlich weniger Fahrgäste als gewöhnlich unterwegs waren.

Schottlands Regierungschefin Nicola Sturgeon sprach von einem „extrem ernsthaften Vorfall“. Angeblich hatte der Zug zunächst seine Reise gestoppt, nachdem ein Erdrutsch entdeckt worden war. Die Verantwortlichen beschlossen laut Berichten, die Fahrt abzubrechen und umzudrehen. Auf dem Weg zurück in Richtung Norden soll der Zug dann jedoch auf einen weiteren Erdrutsch gestoßen sein. Dieser gilt bislang als die mutmaßliche Ursache für das Unglück, die Ermittlungen laufen.

Der britische Verkehrsminister Grant Shapps erklärte, er sei in Gedanken bei den Betroffenen und ihren Familien. Der Betreiber der Bahn, ScotRail, hatte zuvor aufgrund der Blitzeinschläge und Regenfälle vor Überflutungen in der Region gewarnt und Störungen im Schienenverkehr angekündigt.

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