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Zu viel Alk im Spiel

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Von: Andreas Sieler

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Das Glück aus der Parallelwelt: Lena Meyer-Landruts neuer Song geht in Japan durch die Decke. Jens Kalaene/dpa
Das Glück aus der Parallelwelt: Lena Meyer-Landruts neuer Song geht in Japan durch die Decke. Jens Kalaene/dpa © dpa

Warum man zu so ziemlich jeder Musik Headbangen und Händeschütteln kann

Was für eine Woche. Ganz bitter gelaufen ist sie für einen Verwaltungsmitarbeiter im japanischen Amagasaki. Im Zuge einer feucht-fröhlichen Kneipentour hat sich der Gute womöglich ein oder zwei Gläser zu viel gegönnt und im Laufe des Abends seine Tasche verbaselt. Klar, sowas passiert, aber man sollte dann möglichst keinen USB-Stick in der Tasche bei sich tragen, auf dem die Namen aller 460 000 Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt vermerkt sind. Noch dazu alle mit Anschrift, Geburtsdatum, Steuerunterlagen und Bankverbindung. Bitter und ja, das Vertrauen in die Verwaltung ist wohl „schwer erschüttert“, wie auch ein Stadtsprecher einräumen muss. Aber immerhin, versucht er zu beruhigen, seien die Daten passwortgeschützt.

Vielleicht hat der gute Mann seine Tasche aber auch verloren, als er etwas wild mit den Händen gefuchtelt hatte? Dann könnte man böswillig und indirekt Lena Meyer-Landrut (31) eine Mitschuld in die Schuhe schieben. Denn ihr in Deutschland nicht allzu erfolgreiches Stück „Life Was A Beach“ (2019) startet im fernen Japan dem Vernehmen nach gerade so richtig durch, nachdem User und Userinnen es via TikTok samt kreativer Handchoreografie zum Sommerhit katapultiert haben. „Das ist schon irre und eine totale Parallelwelt. Ich kann es nur wenig fassen, weil es so weit weg und gefühlt gar nicht in unserer Realität ist“, freut sich Lena .

Dies ist dann auch nicht das einzige musikalische Kuriosum dieser Woche. Für ein weiteres sorgte einmal mehr die Kölner Mundart-Kapelle Höhner . Die (nicht böse gemeint:) Karnevalsband verlässt ihr sicheres Terrain für einen Ausflug auf die Bühne des Metal-Open-Airs Wacken (kurz: W:O:A), wo sich selbst die Veranstalter in der Ankündigung fragen: „Ob wir jetzt komplett durchdrehen? Nicht mehr als sonst! Vielmehr ergab es sich kürzlich, dass unser Chef Holger mit Sänger Henning Krautmacher am Tresen stand und die beiden darüber sprachen, dass es ziemlich kultig wäre, würde eine Legende der deutschen Musik-Szene wie Krautmacher in seinem letzten Jahr als Teil der Band einen kleinen Auftritt auf dem W:O:A absolvieren.“ Sie geben auch zu: Ja, es waren Schnäpse im Spiel. Ob das Wacken-Publikum „Viva Colonia“ mit Headbangen goutiert? Oder doch eher mit horizontalem Kopfschütteln? Am Ende war es vielleicht doch mehr als nur eine Schnapsidee. Andreas Sieler

Leicht einen sitzen und demnächst ein paar Termine mehr: Höhner-Sänger Henning Krautmacher. Marius Becker/dpa
Leicht einen sitzen und demnächst ein paar Termine mehr: Höhner-Sänger Henning Krautmacher. Marius Becker/dpa © dpa

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