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Er macht in jedem Fall gute Geschäfte: Lotterieschein--Verkäufer in der Altstadt von Athen.

Silvester

Zocken zum Jahreswechsel

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Bleigießen ist vielen Griechen zu langweilig: In Hellas erwacht die Spielleidenschaft.

Jetzt ist es wieder so weit. Am Silvesterabend werden in griechischen Wohnungen die Spielkarten gemischt und die Würfel gerollt. Traditionell zocken sich viele Hellenen ins neue Jahr. Dabei wechseln oft beträchtliche Summen den Besitzer.

Großer Andrang herrscht dieser Tage auch in den Spielkasinos. Die Spielbankenbetreiber hoffen auf bessere Zeiten, nachdem sie in den vergangenen zehn Jahren stark unter der Krise gelitten haben. 2008 setzten die neun griechischen Kasinos 3,2 Milliarden Euro um. 2016 waren es nur noch 1,58 Milliarden. Im vergangenen Jahr zeichnete sich dann endlich ein Ende der Durststrecke ab: Erstmals seit Beginn der Krise stiegen die Umsätze wieder, wenn auch nur um bescheidene 4,2 Millionen Euro.

Branchenkenner glauben allerdings nicht, dass die Griechen in der Krise wirklich weniger verzockt haben. Der Rückgang bei den Spielbankumsätzen ist vor allem darauf zurückzuführen, dass viele Spieler zu Internet-Kasinos abgewandert sind. Rechnet man Lotto, Toto und andere Wettspiele hinzu, gaben die Griechen im vergangenen Jahr knapp 11,3 Milliarden Euro für das Glücksspiel aus. Experten schätzen, dass weitere vier Milliarden in illegalen Spielklubs und nicht lizensierten Online-Kasinos gesetzt wurden. Damit hätten die Griechen über 15 Milliarden Euro oder acht Prozent des Bruttoinlandsprodukts verzockt – mehr als das Zehnfache dessen, was Menschen im internationalen Durchschnitt für Glücksspiele ausgeben.

Von der Spielleidenschaft profitiert der vor einigen Jahren privatisierte Glücksspielkonzern Opap. Die Firma betreibt im ganzen Land mehr als 4000 Annahmestellen und Wettbüros. Opap liegt, am Umsatz gemessen, unter den griechischen Unternehmen auf Platz vier – übertroffen nur von den Mineralölkonzernen Hellenic Petroleum und Motor Oil sowie dem Elektrizitätsversorger DEI. Mit Lotto, Toto, Rubellosen und Wettspielen setzt das Unternehmen rund 4,4 Milliarden Euro um – mehr um als die beiden größten griechischen Geschäftsbanken zusammen.

Nicht nur die Opap-Aktionäre verdienen an der Spielleidenschaft der Griechen. Auch der Finanzminister kassiert. Die Glücksspiele brachten im vergangenen Jahr Abgaben von 662 Millionen Euro in die Staatskasse. Künftig sollen es noch mehr werden. Anfang 2019 will die griechische Glücksspiel-Regulierungsbehörde eine Konzession für das geplante Spielkasino Hellinikon ausschreiben.

Auf dem Gelände des früheren Athener Flughafens entstehen in den nächsten Jahren weitläufige Parkanlagen, Einkaufszentren, Wohnungen und ein großer Kasino-Komplex mit Hotels und einem Konferenzzentrum. Die geplante Spielbank soll mit 15 000 Quadratmetern Fläche eine der größten Europas werden. Die Giganten der internationalen Glücksspielindustrie stehen bereits Schlange für die Konzession. Als Interessenten gelten Hard Rock Casinos, Caesars Entertainment, der malaysische Glücksspielkonzern Genting, die französische Groupe Barriere und die amerikanische Mohegan Gaming.

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