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Von Zicken, Versorgern und Langweilern

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Von: Miriam Keilbach

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Die Moderatoren Sonja Zietlow und Daniel Hartwich freuen sich schon auf die nächsten Dschungelprüfungen.
Die Moderatoren Sonja Zietlow und Daniel Hartwich freuen sich schon auf die nächsten Dschungelprüfungen. © dpa

Das RTL-„Dschungelcamp“ startet am heutigen Freitag um 21.15 Uhr und alle Rollen sind schon besetzt. Die Frankfurter Rundschau wagt eine Prognose.

Jeder hat sie, seine Rolle im Dschungelcamp, diesem Lager einsamer, bisweilen völlig verrückter D-Promis. Im vergangenen Jahr gab es kaum Lichtblicke, vielleicht Fast-Bundespräsident Walter Freiwald und Tanja Hashtag Tischewitsch. Was ist diesmal von den Kandidaten zu erwarten?

Die Zicke.

Charakter: selbstbewusst bis selbstverliebt; Aufgabe: Dschungelprüfung; Nervfaktor: sehr hoch; Fazit: tougher als man glaubt; Ergebnis: Top 5

2014 zickte und pöbelte sich die 19-jährige Nathalie Volk durch „Germanys Next Topmodel“. Wenn sie nicht vor dem Spiegel stand, dann protzte sie: Keine Kandidatin sei Konkurrenz für sie. Aber eigentlich reicht schon das Prädikat „GNTM“, um als Zicke ins Camp zu ziehen. Bestätigung gibt‘s von EX- „GNTM“-Kollegin Sarah Kulka: „Ich glaube, das ist eine Zicke durch und durch.“ Das stellte auch das RTL-Team bereits fest: Beim Dreh für den Einspieler passte Madame so einiges nicht. Einer Gruppe anpassen? Kommt nicht infrage. Aber wir wissen: Meist waren es die Zicken, die am Ende mit ihrer toughen Art überraschten.

Die Wehleidige.

Charakter: unleidlich; Aufgabe: motzen; Mundart: jammerig; fühlt sich: unterschätzt; Nervfaktor: hoch

Man sollte ja meinen, als Ehefrau eines Bordellchefs hätte die 28 Jahre junge Sophia Wollersheim schon so viel erlebt, dass sie nichts erschüttern kann. Dann kam aber der Flug nach Australien und da war ihr Bert nicht dabei und sowieso war alles doof, und dann hat der böse Thorsten Legat (siehe: Der Versorger) auch noch ihre XXXXXXXL-Brüste beleidigt und dann hatte sie halt so ‘nen kleinen Zusammenbruch. Also schon bevor „Fröschchen“ auf Nahrungsentzug gesetzt wurde. In einer Dschungelprüfung könnte sie zeigen, ob ihre Vorbereitung im Reptilienzoo geholfen hat.

Die Direkte.

Charakter: unbarmherzig; Aufgabe: Putzfrau, Anführerin; Mundart: direkt; Ergebnis: Top 3

Wer die „Karriere“ der Jenny Elvers-Elbertzhagen verfolgt hat, der wundert sich nicht über ihren Einzug ins Dschungelcamp. Den Test hat die 43-Jährige schon mal bestanden: „Promi-Big-Brother“ hat sie gewonnen. Nachdem sie sich ihrer Alkoholsucht annahm, sich ein zweites Mal für den „Playboy“ ablichten ließ, will sie nun im Dschungel für Ordnung sorgen. Und schimpft gleich mit RTL: Eine Schweinerei sei das, dass sie ihre Mitstreiter nicht kennenlernen durfte. Das sei blöd, denn da hätte man schon mal Aufgaben verteilen können.

Der Schönling.

Charakter: selbstverliebt; Aufgabe: schön aussehen; Fazit: meist langweilig

Der Mann, den die wenigsten Zuschauer kennen: Soap-Darsteller David Ortega Arenas. In vier Wochen erinnert sich keiner mehr an den 28-Jährigen. Bis dahin aber wird er immerhin ein paar Tage hübsch anzusehen sein. „Es wäre natürlich schön, dort eine Frau zu finden“, sagt er. Pech für ihn: Die Mädels sind vergeben. Daher: wenig Flirt, viel Langeweile.

Der Alte.

Charakter: verwirrt, derb; Aufgabe: anecken; findet sich: unwiderstehlich; Merkmal: versteht, wie Unterhaltung funktioniert

Fast in jedem Camp gibt es ihn, den Opi, mal lieb, mal verrückt, mal völlig irre. Dieses Mal also Gunter Gabriel, dessen Astrologin ihn ins Camp redete, weil Jupiter gut über Neptun steht. Hat er gesagt, in der „Bunten“. Sollte es der 73-Jährige länger als einst Kumpane Helmut Berger schaffen, der dann doch nicht mehr so jung war, wie er dachte (auch Gabriel hatte jüngst zwei Schlaganfälle), hat er das Potenzial zur Kultfigur mit Aussagen wie etwa, dass er noch kein Viagra brauche und trotzdem mehr Sex habe als die meisten Gleichaltrigen. Klingt irgendwie nach Walter Freiwald.

Der Langweiler.

Charakter: nicht erkennbar; Aufgabe: schlafen; Merkmal: schnell vergessen

Es sind gleich zwei Männer, die sich um die Rolle des alten Mannes bewerben. Doch der Campälteste, Schauspieler Rolf Zacher, 74, hat nicht das Potenzial eines Gunter Gabriel. Schon vorab ist nichts von ihm zu hören, kein Sticheln, kein Motzen, kein gar nichts. Stattdessen sowas wie: „Ich komme mit jedem klar“. Will aber keiner sehen.

Der Spaßvogel.

Charakter: lustig; Merkmal: immer gute Laune, findet sich: lustig; Nervfaktor: hoch

Schon damals war er ein wenig crazy, als Ricky Harris diese Talkshow auf „Sat1“ hatte. Ein Entertainer ist der 53-Jährige, und verkaufen kann er auch, immerhin arbeitet er bei Shoppingkanälen, und von Pädagogik versteht er auch was, er ist inzwischen nämlich hauptberuflich Lehrer. Im Herzen aber doch der Klassenclown geblieben. Von denen hat es bislang allerdings noch keiner auf den Dschungelthron geschafft.

Der Jammerlappen.

Charakter: sensibel; Stimmung: leidend; Nervfaktor: sehr hoch; Mundart: mimimimimi

Als Sänger hat es noch nicht geklappt, nun versucht es „DSDS“-Immer-Wieder-Kehrer Menderes Bagci also im Dschungel. Schon vor zehn Jahren war er mehr Sensibelchen als Entertainer, nun will er Down Under seine menschliche Seite zeigen und mehr über den Menschen Menderes erzählen. Anecken übrigens auch nicht, nein, es ist nämlich wichtig, nett zu allen zu sein – auch wenn man jemanden nicht mag. Hat er gesagt, das alles. Das klingt doch sehr nach gäääääääähn. Vielleicht erweckt eine Dschungelprüfung neue Lebensgeister?

Die Seelenstripperin.

Charakter: sensibel; fühlt sich: ungerecht behandelt; Aufgabe: Kampf dem System; Nervfaktor: sehr hoch

Es ist ein paar Jahre her, da wandte sich die umstrittene TV-Anwältin Helena Fürst an die Frankfurter Rundschau, damals war nämlich alles ganz schön blöd und sie das Opfer und irgendwie alles ungerecht. Morddrohungen hat sie gekriegt, untertauchen musste sie, dabei wollte sie doch nie ins Fernsehen. Und dann hat ihr Arbeitgeber, der Kreis Offenbach, sie auch noch im Stich gelassen und gemobbt. Jawohl. Hat also viel eigenes Leid zu klagen, die „Anwältin der Armen“, die gar keine Anwältin ist. Aus ihrem Vor-Fernsehleben kann die 41-Jährige auch berichten: Nach der Hauptschule hat sie zunächst Fischfutter verpackt.

Der Versorger.

Charakter: Alphatier; Mundart: frei Schnauze; findet sich: ziemlich cool; Aufgabe: Gruppenführer, Ergebnis: Top 3

Keiner nimmt’s so ernst wie er: Ex-Fußballer Thorsten Legat hat schon mal testweise gehungert, damit er besser durchhalten kann. Wie man mit nervigen Typen umgeht, weiß der 47-Jährige: Früher hat er sie eher weggehauen. Deshalb hat er sich auch mental vorbereitet. Zum Entertainer taugt er ebenfalls, unvergessen seine Pressekonferenz, als er den Trainerposten beim Landesligisten FC Remscheid übernahm und seinen Spielern mitteilte: „Freitags weggehen und sich auf Deutsch gesagt den Arsch vollballern – nicht bei mir.“ Genug erlebt für zwei Wochen Unterhaltung im Camp hat er auf jeden Fall, wir sollten uns auf Gespräche einstellen über den gewalttätigen Vater, den Alkohol und Selbstmordgedanken.

Die Mutti.

Charakter: fürsorglich; Mundart: direkt; Aufgabe: alles beisammen halten; Ergebnis: Top 5

Zugegeben, Brigitte Nielsen hat einen großen Vorteil gegenüber all den Neulingen. Sie weiß, was auf sie zukommt, sie weiß, wie Durchhalten geht, und sie weiß, was man sagen sollte und was nicht. Aktivere Typen wünscht sie sich, die Männer in ihrer Staffel seien der Dschungelkönigin zu lahm gewesen. Ihr Nachteil: Wir wissen, was auf uns zukommt, wir wissen, dass sie durchhält und wir wissen, dass sie weiß, was sie sagen soll. Top 5: ja, Dschungelkrone: nein. Bis dahin aber räumt sie im Camp auf. Bei einer Dschungelkönigin kuschen die anderen.

Der König.

Charakter: Allrounder; Aufgabe: Allrounder; Unterhaltungsfaktor: Allrounder

Dieser Mann ist Kult, seit er das erste Mal im Fernsehen zu sehen war. Jürgen Milski kumpelte sich einst mit Zlatko in der ersten „Big Brother“-Staffel in unsere Herzen, seitdem singt er auf Mallorca und ist trotzdem der zwar verrückte, aber halt auch nette und bodenständige Kerl von nebenan geblieben. Er weiß, wie er sich präsentieren muss und hat die richtige Mischung aus Verantwortungsbewusstsein, Charme, Humor und Direktheit. Wer kann sich schon vorstellen, dass einer wie Jürgen nicht mit all den Kakerlaken klarkommt?

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