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Zensus 2022: Die wichtigsten Infos zur Volkszählung im Überblick

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Am 15. Mai beginnt die Befragung der Bevölkerung in Deutschland. Aber was ist der Zensus eigentlich und wer wird befragt?

Frankfurt – Ab dem 15. Mai werden in Deutschland wieder im großen Stil Daten erfasst. Denn der Zensus 2022 steht vor der Tür. Eigentlich hätte er schon im vergangenen Jahr stattfinden sollen. Corona-bedingt wurde er um ein Jahr verschoben.

Aber worum geht es bei der Befragung eigentlich? Muss jeder sie machen? Und wie läuft das Ganze ab? Alles Wissenswerte haben wir hier für Sie zusammengefasst.

Volkszählung in Deutschland 2022: Was ist der Zensus?

Unter dem Zensus versteht man umgangssprachlich eine Volkszählung. Dabei werden nicht nur die Einwohnerzahlen Deutschlands erhoben, sondern auch alle Wohnungen und Gebäuden mit Wohnraum statistisch festgehalten. Dazu zählen auch alle Bewohnerinnen und Bewohner von Wohngemeinschaften und Wohnheimen. Sie werden in der Regel über die Einrichtungsleitung erfasst.

Zensus 2022: Am 15. Mai beginnt die Befragungen zur Volkszählung in Deutschland, nachdem sie im vergangenen Jahr Corona-bedingt verschoben wurden.
Zensus 2022: Am 15. Mai beginnt die Befragungen zur Volkszählung in Deutschland, nachdem sie im vergangenen Jahr Corona-bedingt verschoben wurden. © Marijan Murat/dpa

Die Umfrage findet repräsentativ statt. Die Daten aus den jeweiligen Melde- und Verwaltungsregister sind die Grundlage des Zensus, der mit Stichproben aus der Bevölkerung ergänzt wird. Aus der Auswertung dieser Zahlen ergibt sich die demografische Lage Deutschlands und hat somit maßgeblichen Einfluss auf zahlreiche politische Entscheidungen von Bund, Ländern und Gemeinden. Auf Basis des Zensus wird beispielsweise Geld aus dem Haushaltsetat verteilt oder Wahlkreise eingeteilt.

Der Zensus findet alle zehn Jahre statt, zuletzt im Jahr 2011. Corona-bedingt wurde der eigentliche Stichtag von dem 16. Mai 2021 auf den 15. Mai 2022 verschoben.

Zensus 2022: Wer nimmt an der Befragung teil?

Insgesamt werden über 30 Millionen Menschen in Deutschland befragt. Davon werden rund 10,3 Millionen (etwa 10 Prozent der Einwohner:innen) zufällig ausgewählt. Hinzukommen die etwa 300.000 Menschen, die in Wohneinrichtungen leben. Auch 23 Millionen Eigentümer:innen oder Verwaltungen von Wohnraum werden hinzugerechnet und nach Nettokaltmieten und Gründen für Leerstand befragt.

Zensus 2022: Wie läuft die Befragung ab?

Die zufällig für den Zensus ausgewählten Bürger und Bürgerinnen werden per Brief zu der Befragung aufgefordert. Diese soll – wenn möglich – online durchgeführt werden. Der Fragebogen kann allerdings auch handschriftlich ausgefüllt und postalisch zurückgeschickt werden. Das Porto hierfür ist frei.

Bei einem kleinen Teil davon (etwa 400.000 der Teilnehmer) kommt zu der schriftlichen Befragung auch ein persönliches Interview, das laut dem Statistischen Bundesamt der „Qualitätssicherung der Ergebnisse“ dienen soll. Eigens dafür geschulte Helfer (Erhebunsgbeauftragte) führen die Befragung nach vorheriger Terminvereinbarung an der Haustür des Befragten durch und sind dazu verpflichtet, sich ungefragt entsprechend amtlichen auszuweisen. Anspruch, den Wohnraum zu betreten, haben sie keinen. Diese Interviews finden ab Monat (16. Mai) statt.

Welche Daten werden beim Zensus 2022 erhoben?

Alle Teilnehmer des Zensus müssen Auskunft über folgende Daten geben:

Zusätzlich können auch Fragen zum Migrationshintergrund, dem Schulabschluss oder dem Beruf gestellt werden.

Ist die Teilnahme an dem Zensus 2022 verpflichtend?

Ja. Wer einen Umschlag mit der Aufschrift „Zensus 2022“ in seinem Briefkasten findet, der ist dazu verpflichtet Auskunft zu geben. Das schreibt das Zensusgesetz 2022 vor. Wer dem nicht nachkommt oder die Auskunft verweigert, muss mitunter tief in die Tasche greifen: Denn dem droht nach dem Bundesministerium für Justiz ein Bußgeld von bis zu 5000 Euro.

Zensus 2022: Was passiert nach der Befragung?

Nachdem der ursprünglich angesetzte Termin für den Zensus vergangenes Jahr verschoben wurde, ist nun der 15. Mai 2022 der neue Stichtag der Befragung. Laufen soll diese voraussichtlich bis August 2022, anschließend werden die Daten aufbereitet und ausgewertet. Mit Ergebnissen darf allerdings nicht vor Ende 2023 gerechnet werden. (rku/epd)

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